Rezension zu „Himmelsauge“ von Melissa Fairchild

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Himmelsauge

 

 

Die Autorin:

Melissa Fairchild wurde im britischen Lake District geboren und lebt heute mit ihrem Mann und Sohn in Manchester. Als Kind liebte sie nichts mehr, als sich von ihren Eltern an langen Abenden, wenn der Regen kalt gegen die Fensterscheiben prasselte, die Geschichten von William Shakespeare erzählen zu lassen und sich in eigene Phantasiewelten zu träumen. Melissa studierte Geschichte und arbeitet als Lehrerin. Ihre große Leidenschaft sind phantastische Abenteuer, die sie nun selbst schreibt, um sie später ihrem Sohn vorlesen zu können.

„Lauf so schnell du kannst – du bist nicht mehr sicher in der Welt der Sterblichen!“

 

 

Buchinhalt:

Ein Junge kommt in einem Londoner Krankenhaus zu sich. Sein ganzer Körper ist eingewickelt in Verbänden. Er kann sich nicht daran erinnern, wer er ist und was geschehen ist. Die Ärzte selbst stehen vor einem Rätsel, denn dieser Junge hätte das was er sich selbst angetan hat eigentlich nicht überleben können. Der rätselhafte Junge hat sich vor eine fahrende U-Bahn geworfen. Alles deutet also daraufhin, dass er sich umbringen wollte. Doch ein inneres Gefühl sagt im gegenteiliges. Auch das seine Verletzungen rasend schnell verheilen, lässt die Ärzte aufgewühlt zurück. Das ist doch unmöglich. Oder?

Eines Nachts, alle Patienten schlafen bereits, schaut der Junge im Fernsehen einen Bericht zu seinem vermeintlichen Selbstmordversuch. Plötzlich spricht der Nachrichtensprecher zu ihm. Der Mann im Fernsehen klärt ihn darüber auf, dass sein Name Avi ist und er sich in größter Gefahr befindet. Avi solle sofort aus dem Krankenhaus verschwinden, denn ein Mann namens Kellen hat ihn aufgespürt. Und dann fällt es Avi wie Schuppen vor den Augen. War er im U-Bahn Tunnel in Wahrheit auf der Flucht? Hatte er nur so einen Ausweg gefunden, seinen Verfolger abzuhängen? Einen Moment zu lange zögert Avi und sieht sich nun diesem Kellen gegenüber. Dieser scheint alles andere zu sein als ein normaler Mensch. Ein merkwürdiger Mann mit jeweils nur drei Fingern an einer Hand und einem komischen Gewand, der Avis Bett wie von Geisterhand in Flammen aufgehen lässt. Doch in aller letzter Sekunde kann sich Avi aus der brennenden Falle befreien. In einem Rollstuhl flieht er durch das Krankenhaus. Völlig in Panik und Angst sucht er einen Weg hinaus, während ihm sein Verfolger schon wieder auf den Fersen ist. Am Ausgang fährt ein Taxi vor, dass nicht nur Avi’s Beschützer Roosevelt lenkt sondern durch Zufall auch noch das junge Mädchen Hannah beherbergt. Gemeinsam können sie rechtzeitig fliehen. Doch mit dieser Flucht beginnt eine Reihe von weiteren Angriffen. Mit Hannah flieht der ganz und garnicht so menschliche Junge in ein anderes London. Ein magisches London, voller zauberhafter Wesen die im Hintergrund leben. Doch auch dort stellen beide fest, dass sie sich in Gefahr befinden und nicht sicher sind vor Avis Verfolgern.

 

 

Persönliche Meinung:

Ein Junge der ohne jegliche Erinnerung aufwacht, im London der heutigen Zeit? Im Nacken sitzen ihm magische Wesen, die ihn in der Heimat für ihre Zwecke einsetzen wollen? Das klang genau nach meinem Lesestoff. Doch ich war doch überrascht, wie sehr sich „Himmelsauge“ von anderen magischen Büchern unterscheidet.

Das Buch beginnt genauso lückenhaft wie Avis Gedächnis ist. Dies verwirrte mich zunächst, riss mich jedoch nach wenigen Seiten mehr und mehr mit. Die Autorin Melissa Fairchild beginnt den ersten Band um „Die Geheimnisse des Brückenorakels“ mitten in der Handlung. Es gibt weder eine Vorgeschichte noch nähere Erklärungen. Der Leser muss sich mit Avi gemeinsam auf Wahrheitsfindung begeben. Man ist wirklich genauso ratlos wie der Hauptprotagonist in dem Buch.

Der Erzählstil von Melissa Fairchild ist wirklich angenehm und spannend. In manchen Teilen wirkt die Geschichte etwas hektisch erzählt. Jedoch hat dies keinen Abruch der Spannung des Buches getan. Die Umschreibung von Avis magischer Heimat und die fantastischen Wesen hat mir gut gefallen. Diese ist ohne Zweifel eines der Highlights in „Himmelsauge“. Jedoch finde ich es sehr schade, dass man zwar wirklich gut durch diese Welt geschleust wird, Hintergrundinformationen zu diesem Ort wenig enthalten sind. Es wäre sicherlich schöner gewesen, wenn die Autorin dem Leser auf ein paar zusätzlichen Seiten diese Welt beschrieben hätte. 😉

Zu den Charakteren kann ich sagen, dass diese wirklich sehr gelungen sind. Avi, der Hauptprotagonist, ist ein junger Held den man mögen muss. Seine Zerstreuung und Ratlosigkeit zu Beginn kann der Leser nur zu gut nachempfinden. Jedoch ist er ein Kämpfer, der die Welt aus der er kommt ganz klar hinterfragt. Ihm ist wahre Freundschaft wichtig. Das kommt zwischen ihm und der Punkerin Hannah gut zur Geltung.

Hannah selbst ist ein ungewöhnliches Mädchen (aus dem normalen London), die es nicht leicht hat. Ihre Mutter ist schwer krank und wird ihn dem Krankenhaus behandelt, aus dem Avi fliehen musste. Hannah baut überraschend schnell Vertrauen zu Avi auf. Sie nimmt sich seiner ohne Zweifel an und reagiert auch auf seine wahre Identität ziemlich nüchtern. Das hatte mich sehr gewundert.

Neben den beiden Hauptfiguren, ist da unter anderem noch Brucie die Wahrheitselfe. Brucie hatte es mir beim lesen dieses Buches angetan. Sie ist gescheit, richtig niedlich und witzig. Halt wie eine süße Elfe in einer magischen Geschichte sein sollte. Brucie hat mich oft zum schmunzeln gebracht, weil das arme Ding ja generell die Wahrheit sagen MUSS.

Andere Charaktere haben mich nicht so mitgerissen. Ich hatte bei diesen ein befremdliches Gefühl und wurde nicht so richtig warm mit ihnen.

Mein Fazit: „Himmelsauge“ bietet dem Leser im Ganzen eine Geschichte voller magischer Wesen in einer fantastischen Welt. Der Schreibstil ist flüssig und die Autorin hat den Spannungsfaktor mit bravour erfüllt. Der erste Brückenorakel-Band erzählt ebenso eine Geschichte, die die Wichtigkeit von Freundschaft hervorbringt. Humorvolle Momente gibt es, zum Dank der supersüßen Brucie, genügend. Die „schnelle“ Vertrautheit und fortlaufende Beziehung zwischen Avi und Hannah hingegen wirkte auf mich etwas unrealistisch und überstürzt. Trotz kleiner Kontras ist „Himmelsauge“ ein durchaus überzeugendes Debüt von Melissa Fairchild. Ich habe dieses Buch mit Freude gelesen und wurde, wie erhofft, in eine zauberhafte Welt entführt.

Mein ganz herzlicher Dank geht an Droemer-Knaur und den Pan-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

 

 

Buchtitel: Himmelsauge, Die Geheimnisse des Brückenorakels

Seiten: 384 (Laminierte Pappband-Ausgabe)

Verlag: PAN

ISBN: 978-3-426-28312-7

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