Rezension zu „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ von Anne Plichota & Cendrine Wolf

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Anfang März nahm ich an der Verlosung „Rezensenten für Oksa Pollock gesucht“, auf dem Blog der Mayerschen teil. Wenige Tage später standen dann die fünfzig Rezensenten fest und ich war eine von ihnen. Fünf Tage später kam dann „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ endlich bei mir an. Ich war ja SO gespannt! Am Samstag habe ich das Buch beendet.

 

Oksa Pollock – Die Unverhoffte

Die Autorinnen und die Entstehung des Buches:

Die Lebensläufe von Anne Plichota – geboren 1968 in Frankreich – und Cendrine Wolf – geboren 1969 im Elsas – könnten zunächst unterschiedlicher nicht sein. Während Anne Chinesisch und Kulturwissenschaften studierte, absolvierte Cendrine eine Sportlehrerausbildung. Anne Plichota verbrachte nach ihrem Studium einige Jahre in Asien. Cendrine Wolf arbeitete in ihrer Heimat mit Kindern. Doch die Wege dieser Frauen schloßen sich zusammen, als beide eine Stelle als Bibliothekarin in Straßburg antraten. Durch ihre Arbeit mit Büchern, kam den beiden die Idee gemeinsam ein Buch zu schreiben. Eine magisch begabte Heldin namens Oksa Pollock entsprang aus den Köpfen. Doch es sollte sich nach Beendigung des Manuskripts als äußerst schwierig erweisen, einen Verlag zu finden. So entschlossen die beiden Autorinnen das Buch selbst zu veröffentlichen. Sie tingelten einige Jahre von Buchhandlung zu Buchhandlung und boten „Oksa Pollock“ an….mit langsam wachsendem Erfolg. Es entwickelte sich eine leidenschaftliche Fangemeinde unter den französchischen Kids. Nach großem Einsatz der begeisterten jungen Leser, gelang es Anne und Cendrine einen Vertrag beim französichen Verlag XO-Verlag zu unterschreiben. Seither zieht „Die Unverhoffte“ immer größere Kreise durch den europäischen Raum. Im März 2011 wurde der Roman durch den Oetinger Verlag in Deutschland veröffentlicht. „Oksa Pollock – Die Unverhoffte“ ist der Start einer magischen Reihe.

 

Buchinhalt:

Oksa ist 13 Jahre jung und lebt mit ihren Eltern, Pavel und Marie, in Paris. Doch eines Tages eröffnen ihr ihre Eltern, dass sie mit Oksa nach England ziehen werden. Ihr Vater Pavel hätte die Chance sich in London endlich seinen Traum von einem eigenen Restaurant zu erfüllen. Für Oksa sind diese Neuigkeiten eine absolute Katastrophe. Sie hat ihre Freunde und ihre Schule doch in Paris, und möchte nicht gehen. Doch dann kommt heraus, dass Oksas bester Freund Gus und seine Familie mit von der Partie sind und sie sogar die gleiche Schule in London besuchen werden. Und dann ist da ja noch Oksas heißgeliebte Großmutter „Baba“ Dragomira, die natürlich auch mit in das neue Haus am Bigtoe Square zieht. Alles könnte somit perfekt sein. Allerdings stellt sich am ersten Schultag herraus, dass Oksas und Gus‘ neuer Klassenlehrer Mr. McGraw, einen Narren an Oksa gefressen hat. Im negativen Sinne. Somit vergeht kaum eine Stunde, in der dieser unsympathische Lehrer sie nicht vor der gesamten Klasse schikaniert. Und als ob das nicht genug ist, passieren mit Oksa neuerdings komische Dinge. So kann sie plötzlich Dinge bewegen ohne diese zu berühren, es entstehen Feuerbälle auf ihren Handflächen, sie kann schweben und dann dieses komische Mal um ihrem Bauchnabel. Oksa kann sich zunächst nur ihrem Freund Gus anvertrauen. Kurz darauf merkt sie, dass es bei ihrer „Baba“ Dragomira komische, heimliche Treffen gibt und sie anscheinend damit zutun hat. Nach einem belauschten Gespräch kommt die Wahrheit ans Licht und die Herkunft von Oksa wird gelüftet. Sie ist „die Unverhoffte“ und somit die letzte Hoffnung für das verschwundene, magische Land Edefia, aus dem einst ihre Großmutter flüchten musste. Die Familie Pollock und die Verwandten brauchen Oksa und ihre Fähigkeiten. Doch es gibt Feinde, die sich auch an der Macht der Unverhofften bedienen wollen. Aber wer sind diese Feinde?

 

Persönliche Meinung:

Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung von Oksa und der Umschreibung des Umzugs der gesamten Familie Pollock, von Paris nach London. Die Hauptprotagonistin Oksa Pollock ist ein lebhaftes Mädchen, dass sich nur schwer an den Gedanken gewöhnen kann, von nun ab fern ihrer Heimat Paris zu leben. Da jedoch ihr bester Freund Gus mit der Familie auch nach London gezogen ist, fühlt sie sich nicht mehr ganz so verloren. Zunächst. Denn sie entdeckt, dass sie Dinge ganz selbstverständlich bewegen kann ohne das sie diese berührt. Sie setzt ihr halbes Zimmer in Brand, mit einem Feuerball der aus ihren Handflächen schiesst. Und dann wäre da noch dieses komische, sternförmige Mal um ihren Bauchnabel. Oksa weiß nicht mehr weiter und weiht zunächst ihren besten Freund ein. Doch wenig später belauscht sie ein Gespräch zwischen ihrer Oma Dragomira, ihrem Vater Pavel und diversen Verwandten, die ganz überraschend zu Besuch gekommen sind. Ihr „Lauschangriff“ wird entlarvt. Und ehe sich Oksa versieht, sitzt sie in der Runde und erfährt von ihrer Herkunft und ihrem Schicksal. Diese Runde gehört zu den „Rette-sich-wer-kann“. Eine geheime Gruppe, die aus dem magischen Dorf geflohen sind. Oksa ist die Unverhoffte, die junge Huldvolle des magischen Landes Edefia. Einem vom Lichtmantel geschütze Welt, die von niemandem ausserhalb betreten werden kann. Die Familie braucht Oksas Hilfe. Die Identität der Einwohner Edefias (der Hier-Drinnen) droht aufzufliegen. Und es gibt zunehmende Gefahr, denn offensichtlich möchte sich jemand durch Oksa, Zugang zu Edefia verschaffen. Eifrig stürzt sie sich in ihre Ausbildung. Doch die Gefahr kommt immer näher. Ist Oksa bereit? Und wer ist der Feind?

Die Autorinnen Plichota und Wolf haben um Oksa eine Welt geschaffen, die voll von kleinen Wesen und mächtigen Kräften ist. Da wären z. B. die tollpatschigen Plemplems, welche als Hausdiener für Oksas Oma Dragomira arbeiten. Diese haben mich immer wieder zum schmunzeln gebracht. Auch weil sie sich unglaublich gestelzt ausdrücken. Des Weiteren gibt es da noch das süße Ringelpupo, welches Oksa neben dem Granuk-Spuck (ein Blasrohr) zum Geburtstag geschenkt bekommt. Das Ringelpupo soll Oksa in die Schranken weisen und hat damit auch alle Hände voll zutun. Diese Wesen stammen wie Dragomira aus Edefia. Die Idee ist süß und faszinierend. Denn nicht nur die genannten Wesen, sondern auch Pflanzen in Dragomiras Wohnung können reden und habe so ihre Eigenheiten. Dann ist da noch die die Hauptprotagonistin. Oksa ist lebhaft und sehr wissbegierig, was generell immer tolle Charakter-eigenschaften sind. Jedoch wagt es Oksa mehr als häufig, den Bogen zu überspannen. So unterbricht sie permanent ihren Gegenüber und bringt ihre Mitmenschen um deren Geduld. Obwohl sie immer wieder von ihrer Familie gebeten wird, bedachter mit ihren Kräften umzugehen, bricht sie die gegebenen Versprechen. Sie muss immer öfter aufpassen, nicht von „normalen“ Menschen (denn Da-draußen) ertappt zu werden. Zudem trampelt sie immer öfter auf den Gefühlen von ihrem besten Freund herum, der nur versucht für sie da zu sein. Leider ging mir das Mädchen daher arg auf den Keks. 🙁

Es fällt mir nicht ganz einfach diesen Roman zu beurteilen. Zum einen haben die Autorinnen sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, diese Welt zu erschaffen. Der Schreibstil der Autorinnen ist einfach gehalten und hätte an sich einen guten Fluss. Jedoch gibt es einige Widerholungen, die mich etwas „zurückgeworfen“ haben. Sobald man denkt, die Geschichte geht voran, kommt wieder etwas Neues. Für mich fehlte da irgendwo mal eine Konstante. Spannung wird immer wieder ganz toll erzeugt, flacht dann jedoch genau an dem Punkt wo es richtig losgehen müsste, ab. Das funktioniert ein paar Mal, aber irgendwann ist es, nun ja…frustrierend. Es wird zunächst, und das ist natürlich beim Start einer Reihe sehr wichtig, sehr viel auf Oksa und ihre Familie eingegangen. Die Geschichte Edefias wird erzählt. Alles sehr wichtige Elemente, um weitere Plots zu verstehen. Jedoch hatte ich das Gefühl, man hätte das Buch in 2 Bände aufteilen können. Denn ich finde die 590 Seiten sind definitiv zu lang. Aber das ist nur meine Meinung. Es gibt ja sehr viele junge Leser (bzw. jüngere Leser), die komplett begeistert sind. Und für diese ist Oksa Pollock sicherlich eine ganz aufregende Entdeckung.

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