Rezension zu „Schattenblüte – Die Verborgenen“ von Nora Melling

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

 

 

 

Schattenblüte

 

 

Die Autorin:

Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch zunächst machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studieren nach Berlin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren. Dort tummeln sich auch ihre Werwölfe. Mit der Geschichte von Thursen und Luisa hat sie sich ihren Traum erfüllt und ihren ersten Roman geschrieben. >Die Verborgenen< ist der Auftakt einer Serie, die alle Fans romantisch-phantastischer Geschichten begeistern wird. Wer mehr von der Autorin erfahren möchte, kann ihre Homepage www.noramelling.de besuchen.

 

Buchinhalt:

Seit dem Tod von Luisas kleinem Bruder Fabian ist auch etwas in ihr gestorben. Es ist das Strahlen in seinem Gesicht, jede Erinnerung an ihn…all das verschwunden nach seinem verlorenen Kampf. Auch Luisa möchte nicht mehr kämpfen. Und ihre Eltern haben eh aufgegeben und wollen allem Anschein nach jegliche Erinnerung an Fabian wegradieren. Einfach so. Das haben sie ihr deutlich gemacht seitdem sie ihrer Heimatstadt Hamburg von Knall auf Fall den Rücken gekehrt haben. Alles verkauft oder verramscht. Was übrig bleibt ist die Leere in Luisas Herzen und die Leere in dieser kalten neuen Wohnung in Berlin. Seit Wochen sucht sie diesen einen Ort. Garnicht so einfach in so einer großen Stadt wie Berlin. Doch dann scheint er gefunden. Fernab vom Großstadtlärm in eines der Waldgebiete findet sie einen verlassenen, abgespeerten Turm. Dort möchte sie Lebewohl sagen von ihrem eigenen Leben und ihrem Bruder endlich folgen. Auf dem Weg zum Turm folgt ihr ein zotteliger, herrenloser Hund. Der ist ihr schon seit Wochen auf den Fersen. Am Turm angekommen ist der Hund auf einmal wieder verschwunden. Doch oben…als sie zum Sprung bereit auf der Turmmauer steht, ist plötzlich jemand ganz anderes hinter ihr und hält sie fest. Sie dreht sich um und sieht in die Augen eines mysteriösen Jungen. Krähenschwarze Haare hat er, trägt einen langen Mantel. Diesem Jungen muss sie versprechen, den letzten Schritt über diese oder andere hohe Mauern niemals zu gehen. Sie muss ihm versprechen am Leben zu bleiben. Schweren Herzens tut sie ihm den Gefallen. Jedoch will sie ihn auch wiedersehen und sucht daher immer wieder die Waldgegend auf. Von dem Jungen namens Thursen fehlt jede Spur. Anstelle dessen hängt wieder der zottelige Hund an ihr wie eine Klette. Eines Tages nimmt sie eine Spur auf und findet ein ganzes Wolfsrudel im Wald. Und mitten drin steht Thursen mit einigen anderen Jugendlichen. Der mysteriöse Junge lebt dort im Wald mit seinen Freunden und den Wölfen. Sie sind >Die Verborgenen<. Die Anziehungskraft zu ihm ist für Luisa unweigerlich groß. Und obwohl Thursen sie zunächst bittet zu gehen, muss auch er sich eingestehen, dass er sie eigentlich bei sich haben möchte. Doch es gibt ein Geheimnis, dass ihn umgibt. Er selbst lebt nicht nur mit den Wölfen. Thursen ist selbst zum Werwolf geworden. Je öfter er sich zum Wolf verwandelt, umso seltener ist es ihm möglich seine menschliche Gestalt wider zu erlangen. Luisa möchte dies nicht wahrheben. Sie glaubt, ihn retten zu können. So wie er sie gerettet hat. Doch will Thursen das überhaupt…wieder ganz ein Mensch sein?

 

 

Persönliche Meinung:

Die Geschichte eines jungen Mädchens und eines Jungen der die Gestalt eines Wolfes annehmen kann, ist nicht neu. Aufgegriffen wurde sie schon genug, z. B. in der Biss-Reihe oder in Maggie Stiefvaters Trilogie-Auftakt „Nach dem Sommer“. Nora Mellings Debüt „Schattenblüte – Die Verborgenen“ ist der Auftakt einer Reihe. Angezogen hatte mich das mysteriöse, schöne Buchcover und der Klappentext trotzdem.

Die Protagonistin Luisa ist 17 Jahre jung und hat mit ihren Eltern nach dem Tod des jüngeren Bruders ihre Heimatstadt Hamburg vollkommen überstürzt verlassen. Ihr neues zu Hause soll nun Berlin sein. Doch Luisa hasst diesen Ort und das ihre Eltern jegliche Erinnerung an den Bruder aus ihrem neuen Leben verbannen wollen. So als ob er nie existiert hat. Für Luisa wird ihr Dasein unerträglich und sie möchte diesem ein Ende setzen. Während einer ihrer Erkundungstouren, auf denen sie den „perfekten“ Ort für ihren Freitod finden will, folgt ihr stets ein komisch zotteliger Hund. Eines Tages, kurz bevor sie sich von einem verlassenen Turm stürzen will, wird sie zurückgehalten. Es ist ein mysteriös aussehender Junge namens Thursen, der sie nicht nur vom Turm runterzieht sondern ihr auch das Versprechen abnimmt, keine weiteren Versuche zu unternehmen sich umzubringen. Nach vielem hin und her willigt Luisa ein. Doch sie kann Thursen einfach nicht vergessen und findet ihn eine Weile später zwischen Wölfen im Wald wieder. Sein Schicksal scheint besiegelt. Thursen hat längst seine menschliche Gestalt abgestreift und möchte nur noch Wolf sein. Lediglich für Luisa verwandelt er sich zurück. Zwischen den beiden entwickelt sich eine sehr enge Beziehung. Aber tut diese wirklich Thursen und Luisa gut? Letztere Frage musste ich während des Lesens immer wieder mit „nein“ beantworten. Die Protagonistin Luisa ist ein richtiges Wrack, dass nicht nur zu Beginn der Geschichte kaum Lebenswillen in sich trägt. Anfangs hatte ich auch noch großes Mitgefühl für sie, weil sich ihre Eltern nicht wirklich um sie scherten. Jeder ist sehr in seiner eigenen Trauer um den verstorbenen Bruder/Sohn vertieft. Doch mit Vorranschreiten der Geschichte musste ich sehen, dass Luisa sich – trotz ihrer Beziehung zu Thursen – noch mehr von der Außenwelt zurückzog. Es gab nur noch Thursen, die Wölfe, den Wald. Alles andere war doof und sinnlos. Was für ein depressives Mädchen, das ich oft einfach nur packen und anschreien wollte.

Die Autorin gibt zum einen sehr aussdrucksstarke Beschreibungen wieder, zum anderen baut die Geschichte nicht wirklich viel Spannung auf. Die Geschichte an sich ist sehr sanft erzählt. Es wird wenig auf die wahre Entwicklung von Mensch zum Wolf eingegangen. Ich hoffe aber, dass sich dies noch ändern wird. Schließlich ist >Die Verborgenen< der Auftakt einer ganzen Reihe.

Um ganz ehrlich zu sein, wollte ich das Buch nach der 230. Seite schon zuklappen. Und eine Bewertung wollte ich auch nicht wirklich schreiben. Luisa und ihr ewiges hin und her haben mich schon oft frustriert. Doch ich habe das Buch weitergelesen. Und das lohnt sich dann schon noch. Was zum ¾ des Buches fehlte, schlägt auf den letzten ca. 30-40 Seiten zu…Spannung. Die Autorin hat somit noch mal richtig an Spannung aufgebaut und den Leser gefesselt. Aus diesem Grund werde ich wohl die Fortsetzung doch lesen. Einfach weil ich wissen möchte, was weiter geschieht. Für mich persönlich hoffe ich wirklich, dass da noch mehr kommt.

 

 

Buchtitel: Schattenblüte >Die Verborgenen<

Seiten: 352

Verlag: Rowohlt Polaris

ISBN: 978-3862520008

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    6 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Schattenblüte – Die Verborgenen“ von Nora Melling”

    1. Sheerisan am 13. März 2012 um 14:21 Uhr

      Hi Sandy,

      ich lese den ersten Teil erst jetzt, da ich den zweiten vom Verlag bekommen hatte und ich muss sagen mit deinem Fazi sprichst du mir aus der Seele, ich bin gerade bei S. 156 und könnte das Buch in die Tonne hauhe. Schön zu wissen, dass es am Ende besser wird, vielleicht werden es ja dadurch bei mir 3 anstelle von 2 Punkten. Liebe Grüße Vanessa

      • Sandy am 13. März 2012 um 15:41 Uhr

        @Sheerisan: Überraschen tut es mich nicht. Frustrierend, oder?! Die Fortsetzung wurde mir nun auch angeboten zu lesen, aber ich zögere noch. Im Moment steht mir nicht so der Sinn nach einer Protagonistin, die eigentlich eine Therapie braucht anstelle eines Wolfes.

        Wäre toll, wenn du mich über deine Meinung zum Buch eins und der Fortsetzung auf dem Laufenden hälst. 😉

        LG,
        Sandy

    2. Sandra am 11. Januar 2012 um 16:40 Uhr

      Hallo Sandy,
      Zu dem Buch habe ich auch eine Rezension geschrieben, und du hast dich an vielen Stellen einfach so gut ausgedrückt, dass ich dich zitieren musste 🙂 Ich hoffe das war in Ordnung. AUf meinem Blog wird die Rezi am 26.1. online, aber ich schreib dir jetzt schon, damit ich es nicht vergesse, dir bescheid zu sagen 😉
      Liebe Grüße,
      Sandra

    3. Jennifer Kristina am 9. April 2011 um 13:28 Uhr

      Hay du 🙂
      Dieses Buch habe ich auch noch hier.. muss ich unbedingt mal lesen..

      zu deinem Eintrag.. ich kann dir nur nochmal sagen, dass der Film und das Buch sich voneinander um Welten unterscheiden. Ich fand den Film nämlich auch echt schlecht… doch das Buch weist bis auf die Grundidee keine Parallelen auf… Jedoch ist es auch kein „Überflieger“ sondern eher „nette“ Unterhaltung für zwischendurch..

      LG 😉

    4. Sandy am 6. April 2011 um 20:55 Uhr

      Hmm…tagesabhängig? Dann müsste ich 2 Tage dauergenervt gewesen sein. loooool
      Wie ich immer so schön zu sagen pflege: jeder hat seine eigene Meinung. Und das ist doch auch nicht verkehrt. 😉

    5. Fabella am 6. April 2011 um 13:59 Uhr

      Immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind .. ich wollte das Buch zu keinem Zeitpunkt weglegen. Manchmal frage ich mich aber auch, ob es nicht auch tagesabhängig ist .. wenn man eh schon genervt ist … 🙂

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