Rezension zu „Das Leuchten“ von Kat Falls

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Das Leuchten

 

 

Die Autorin:

Kat Falls lebt mit ihrem Ehemann, Regisseur Robert Falls, ihren drei Kindern und einem ganzen Haufen von Haustieren in Evanston, Illinois. Sie wuchs in Silver Spring, Maryland und studierte später auf die Northwestern University. Kat kam auf die Idee für ihren ersten Roman, „Das Leuchten“, während einer schriftlichen Übung. Ihr 11-jähriger Sohn, der begierig ist auf Geschichten über das Meer, Wild-West-Pioniere und X-Men, animierte sie dazu all diese Elemente in eine Geschichte zu packen. Und so tüfftelte Kat nächtelang an der Entstehung um Protagonist Tys Welt. Resultat ist „Das Leuchten“ (Originaltitel: „Dark Life“). Mittlerweile kann sich das Erstlingswerk der Autorin nicht nur über einen beachtlichen Erfolg auch ausserhalb Amerikas freuen, sondern steht auch bei Disney in der Filmumsetzung unter der Regie von Robert Zemeckis.

Die Fortsetzung, Orginaltitel: „Rip Tide“, ist bei Scholastic Press in Amerika am 1. August 2011 erschienen. Derzeit arbeitet Kat auch an einer SciFi-Abenteuer-Trilogie für junge Erwachsene, namens THE FETCH. Die Rechte wurden ebenfalls von Scholastic Press erworben. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2012 angesetzt.

 

 

Buchinhalt:

Der Meeresspiegel ist gestiegen. Wassermassen haben ganze Städte geflutet. Der Platz auf dem Festland ist knapp bemessen. Einige Menschen haben einen Ausweg gefunden sich frei entfalten zu können. So wie Ty, der mit seiner Familie und anderen sogenannten Siedlern unter dem Meer lebt. Für Ty ist das Meer seine Heimat. Er ist der erste Mensch der im Meer geboren wurde. Für ihn ist ein Leben auf dem Festland undenkbar, denn dort würde ihm und seiner Familie nicht nur der Platz fehlen, er fühlt sich eh nie wirklich wohl. Ty wird oberhalb des Wasserspiegels in den Augen der „Topsider“ wie eine Zirkusattraktion behandelt. Denn Ty leuchtet lichterloh, da er und die anderen sich anders ernähren wie die Menschen jenseits des Meeres. Das Leben im Meer ist für Ty bisher ein Traum gewesen. Dieser droht jedoch zu platzen, als ihm und den anderen Siedlerfamilien die Pistole auf die Brust gesetzt wird. Eine Gruppe von Kriminellen, die Seablite-Gang, stiftet seit Jahren Unruhe und schwört immer wieder Gefahr herauf. Die Siedler sollen nun diese Gang dingfest machen, ansonsten wird ihnen allen die Möglichkeit auf ihr Leben im Wasser verwehrt. Und während die anderen Siedler innerlich schon ihrem Traum unter Wasser Lebewohl sagen, gibt Ty nicht klein bei. Er will kämpfen…um sein Land und um das hart erarbeitete Leben seiner Familie. Allein ist er dabei nicht. Gemma, das geheimnisvolle Mädchen aus der Welt über dem Ozean, begleitet ihn auf Schritt und Tritt. Doch Ty muss sich hüten, nicht Gefahr zu laufen sein Geheimnis zu verraten. Nicht einfach mit diesem neugierigen Mädchen an der Seite, dass ihn von eine Gefahr in die nächste katapultiert.

 

 

Persönliche Meinung:

Das Buch beginnt inmitten einer Handlung. Um genau(er) zu sein, handelt es sich hierbei um einen Tauchgang von Protagonist Ty im Coldsleep Canyon. Ein gewagtes Unterfangen, denn dieses Gebiet tief unter dem Meer ist tükisch und gefährlich. Doch der 15-jährige Ty kann dem Nervenkitzel nicht widerstehen. Wie so oft. Doch dieses Mal muss er sich vor einigen Haien retten und landet dabei auf ein gesunkenes, verlassenes U-Boot. Wie sich jedoch kurz darauf herausstellt, ist dieses nicht ganz verlassen. Er trifft auf ein Mädchen namens Gemma, welches auf der Suche nach ihrem Bruder ist. Ty möchte dem Mädchen helfen und nimmt sie mit. Doch was ist Gemmas wahre Herkunft? Sich darüber Gedanken zu machen kann Ty sich nicht wirklich viel, denn schon wird ihnen von der hiesigen Regierung ein Ultimatum gestellt. Die Seablite-Gang, eine Gruppe von Kriminellen schnappen oder für immer das Meer verlassen. Ein fast unmögliches Unterfangen, denn die Gang scheint den Bewohnern unter Wasser nicht nur immer einen Schritt voraus zu sein, sie sind gefährlich…sehr gefährlich. 

Wie man liest, versuche ich nicht zu viel über den Plot der Geschichte zu verraten. Denn obwohl (oder gerade weil?) ich von Seite eins praktisch ins eiskalte Wasser geschmissen wurde, musste ich erstmal ein wenig auf Kurs kommen. Die Autorin hat eigentlich einen sehr angenehmen Schreibstil, jedoch wurde schon sehr selbstverständlich von dem Meeresleben erzählt. Und das verwirrte mich zunächst etwas. Die Geschichte wurde aus der Ich-Perspektive, sprich Tys Sicht, niedergeschrieben. Was mich zum Kauf des Buch animierte, war das der Großteil der Handlungen unter Wasser spielt. Eine neue Welt unter der Wasserobfläche mit einem Protagonisten, der sich nicht nur äußerlich von anderen unterscheidet sondern auch eine dunkle Gabe besitzt?! Mal wieder etwas anderes unter den aktuellen Dystopien. Der Autorin sind gute Denkansätze bei der Beschreibung zur Unterwasserwelt gelungen. Ich mag es wirklich sehr, während des Lesens fiktive Welten vor meinem inneren Auge anhand der geschriebenen Wörter, entstehen zu lassen. Zu Beginn hat hat dies jedoch nicht ganz funktioniert.

Zu Ty konnte ich anfangs noch keinen so engen Bezug aufnehmen. Das hat sich jedoch noch stark geändert. Denn Ty verfügt über eine dunkle Gabe, welche ihm bereits ein traumatisches Erlebnis in jungen Jahren bescherte. Ty wirkte dadurch im laufe der Geschichte nicht mehr so unantastbar sondern tiefsinniger als noch am Anfang.

Was mich auch einige Male schmunzeln liess, waren die kleinen Wortspiele von Ty wie z. B.:

„Mir war schleierhaft, was sie meinte. Ihre Worte waren wie Treibsand, der das Wasser trübte.“

oder

„Ich war wie eine Rippenqualle, die Funken sprühte, als ich ihre weichen Lippen spürte.“

Süß, oder? Und davon gibt es noch so einige mehr. 😀

So ähnlich wie bei Ty, ging es mir auch mit Gemma. Das geheimnisvolle Mädchen, dass plötzlich unter Wasser auftaucht und Tys Leben auf den Kopf stellt. Neben Ty, gefiel mir seine kleine Schwester Zoe am besten. Bei ihr hatte ich von Beginn ein sehr lebhaftes Bild vor Augen. Ich war richtig vernarrt in sie und hoffe SEHR, dass die Autorin dem kleinen Engel noch mehr Platz in der Fortsetzung einräumt. Neben den Guten, muss es natürlich noch einen Bösewicht geben. Und dieser erscheint in Form von Shade und ist wirklich ein guter Buchbösewicht, der einem ganz schön unheimlich wird. Wie? Sag ich nicht. 😉

Mein Fazit: Die Autorin Kat Falls hat mit „Das Leuchten“, abzüglich kleiner erzählerischer Schwächen, ein durchaus gelungenes Debüt verfasst. Der Leser wird in eine abenteuerliche, fremde Welt katapultiert. Das Buch kann mit einigen überraschenden Wendungen dienen, die dem ganzen noch mehr Feuer geben.

Die Fortsetzung ist im englischen bereits Anfang August erschienen. Mal schauen, wann und ob Ravensburger sich zu der deutschen Übersetzung entschließt. Werde mich mal umhören.

 

 

Buchtitel: Das Leuchten

Seiten: 319 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Ravensburger

ISBN: 978-3473400690

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    2 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Das Leuchten“ von Kat Falls”

    1. Sandy am 21. August 2011 um 21:06 Uhr

      Danke dir! Es ist schon ein süßes Debüt mit vielen spannenden Plots und Überraschungen. Manches hat mich zwar ein bissl gestört, aber es war jetzt nicht schwerwiegend. 😉 Wir dürfen gespannt auf die Fortsetzung sein.

      Wünsche dir auch einen schönen Abend!

      Herzliche Grüße

    2. Charlousie am 21. August 2011 um 20:12 Uhr

      Jaaaaa, oh jaaaa! Das Buch ist wirklich schön. Die kleinen Schwächen störten mich auch gar nicht und deine beiden Satzbeispiele sind echt süß!!^^
      Wenn ich es nicht schon gelesen hätte, ne? – Ich würde es jetzt am Liebsten kaufen, bzw. noch einmal lesen! 🙂
      Ich freue mich auch schon richtig auf die Fortsetzung und oder andere Projekte von ihr.
      Und das Element Wasser hat mich auch so gereizt!
      Schönen Abend wünsche ich dir noch,
      Charlousie

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