Rezension zu „Das verbotene Eden: David und Juna“ von Thomas Thiemyer

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Das verbotene Eden: David und Juna

 

Der Autor:

Thomas Thiemeyer wurde 1963 in Köln geboren, wo er auch aufwuchs und später Geologie und Kunst studierte. In den 80er Jahren zog es Herrn Thiemeyer nach Ravensburg. Dort war er für den Ravensburger Verlag als Berater und Layouter tätig. Einige Jahre später zog er mit seiner Familie nach Stuttgart. Dort begann Herr Thiemeyer freiberuflich als Illustrator von u. a. Spielen, Jugendbücher und Buchcover zu arbeiten. In den darauffolgenden Jahren widmete er sich mehr der Schriftstellerei. Nach fünf packenden, mystischen Wissenschaftsthrillern (erschienen bei Droemer Knaur) entdeckte Thomas Thiemeyer das Jugendbuch Genre für sich. Mit der Weltensucher-Reihe (erschienen im Loewe Verlag) veröffentlichte er sehr erfolgreich eine abenteuerliche Jugendbuch-Reihe. Mit „Das verbotene Eden: David und Juna“ schuff er eine neue Reihe, die in einer bedrohlichen Zukunft spielt. Das Buch ist im August im PAN Verlag erschienen.

Männer und Frauen.
Feuer und Wasser.
David und Juna.

 

Buchinhalt:

Ein mutierter Virus verabreicht durch einen Impfstoff, hob die Welt im Jahre 2015 aus den Angeln, denn die Nebenwirkungen dieses Medikaments waren verhehrend. Frauen und Männer, die zuvor friedlich miteinander lebten und sich liebten, ergriff blanker Hass aufeinander. Blutige Auseinandersetzungen gingen bis in den Tod. Seither sind 65 Jahren vergangen. Die Welt schreibt somit das Jahr 2080 und Frauen und Männer leben streng voneinander getrennt in Feindschaft. Während die Frauen in der wilden Natur ein neues, abgeschottetes Leben begonnen haben, hausen die Männer in den Ruinen der alten Städte und machen sich die letzten Rescources zu eigen. Die Liebe zwischen Mann und Frau gilt als Todsünde und jedes Zusammentreffen verläuft in letzter Zeit immer brutaler, obwohl sie einst dem Austausch lebenswichtiger Güter dienten. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die aufkeimende Gefühle zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

„…Man konnte es weder essen noch damit kämpfen. Bücher waren ein rundum verzichtbares Luxusgut.“

 

 

Persönliche Meinung:

Was wäre, wenn das weibliche und männliche Geschlecht einen derart brutalen Hass gegeneinander entwickeln, hervorgerufen durch einen Impfstoff, dass die heutige Welt nicht nur zerbricht sondern  auch einen Rückschritt erlebt? Mit dieser Thematik setzt sich der Autor Thomas Thiemeyer in seiner neuen Reihe auseinander. Der Auftakt läßt den Leser in eine Welt gewähren, in der Männer und Frauen nach dem sogenannten „Zusammenbruch“ in Feindschaft leben. Für die Frauen, welche sich in der Natur ein Leben geschaffen haben, gelten Männer nur als „Teufel“. Männer dagegen, die in heruntergekommenen Katakomden leben, sehen Frauen als „Hexen“ an, die ihresgleichen böse verzaubern und willenlos machen. Der Autor führte mich durch wechselnde Kapitel in die Welten der Protagonisten Mönch David und Kriegerin Juna ein. Der Schreibstil ist, obwohl die Geschichte in der Zukunft spielt, ansatzweise recht altmodisch gehalten und gleicht der Sprache aus dem 16. Jahrhundert. Jedoch fließen auch immer wieder modernere Monologe ein. Herr Thiemeyers Erzählstil ist sehr sinnbildlich und einfach gehalten. Das machte mir das Lesen sehr einfach und ich konnte mich so ziemlich gut in diese Welt einfinden.

Die Zustände die zwischen Männer und Frauen herrschen, empfand ich als äußerst erschreckend und bedrückend. Mitteralterlich ist wohl da das richtige Wort. Die Denkensweise und wie mit der Fortplanzung verfahren wird, ließ mich sehr oft mit dem Kopf schütteln. Auch wie über gewisse Poesie gedacht wird bzw. das diese oftmals vollkommen unbekannt und sogar verboten sind, erschreckten mich schon.

Ich lernte durch die genauen Beschreibungen sehr schnell die Welten von David und Juna  kennen und was mir gefiel war, dass sich mit der Einführung entsprechend Zeit gelassen wurde. So führt der junge Mönch David uns durch sein Leben im Kloster zum heiligen Bonifazius, wo er begierig seiner Arbeit in der hauseigenen Bibliothek nachgeht. David war für mich von Beginn an ein sehr symphatischer, aussergewöhnlicher Mann. Gerade weil er sich für Lyrik und die Geschichten vor der „dunklen Zeit“ interessiert und sich immer wieder fragt, wo er herkommt und wie es zu all dem kommen konnte. Juna ist Tochter der Hohepriesterin Arkana und eine sehr zielstrebige Kriegerin. Es ist ihre Aufgabe dafür zu sorgen, den Teufeln nach mehreren sündlichen Übergriffen und Plünderungen gegenüber zu treten und das Gebiet der Frau vor ihnen zu schützen. Doch nachdem sie David kennenlernt beginnt sie zu zweifeln. Sind die geplanten Übergriffe auf den mächtigen Inquisitor nicht vielleicht eher eine sehr schlechte Idee?

Ich fand es interessant, wie durch David und Juna eine schier unmögliche Lanze bricht. Aus Abneigung wird Neugierde. Die beiden lernen sich kennen und entfachen somit ein Höllenfeuer. Bis zur Mitte des Buches empfand ich die Geschichte als gut, dennoch änderte sich meine Meinung vorallem durch das Kennenlernen der Protagonisten und die weitere rasante Entwicklung. Und obwohl die Beziehung sehr viel zarter ist als ich gedacht hätte, eroberte dieses Paar mein Herz. Ich bin unglaublich begeistert. Das Ende ist so wie es bei einer Reihe sein sollte. Es verspricht noch einige Abenteuer und Hindernisse zu überwinden. Und ich freue mich bereits jetzt schon auf den Folgeband „Das verbotene Eden: Logan und Gwen“. 😀

Buchtrailer

 

 

Buchtitel: Das verbotene Eden: David und Juna

Seiten: ca. 459 (gebundene Ausgabe)

Verlag: PAN

ISBN: 978-3-426-28360-8

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    2 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Das verbotene Eden: David und Juna“ von Thomas Thiemyer”

    1. Bella am 30. August 2011 um 09:06 Uhr

      Da machst du mir den Mund ja schon ganz schön wässrig *g* Muss mir unbedingt auch bald Zeit nehmen um das Buch zu lesen.

      LG
      Bella

    2. Fabella am 29. August 2011 um 09:32 Uhr

      Ja, mir gefiel es auch so gut, bin gespannt, wann der zweite Teil erscheinen wird.

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