Rezension zu „Die Nacht von Shyness“ von Leanne Hall

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 7 Nestgeflüster

 

 

Die Nacht von Shyness

 

 

Die Autorin:

Leanne Hall schrieb zunächst Kurzgeschichten, bevor sie sich längeren Romanen zuwandte. Sie kommt aus Melbourne, Australien, wo sie auch noch lebt. Die Autorin arbeitet halbtags als Buchhändlerin und ist spezialisiert auf Kinder- und Jugendliteratur. Für ihr Buch “Die Nacht von Shyness” (OT: “This is Shyness”) erhielt sie den The Text Prize for Young Adult and Children’s Writing. Es ist das erste Buch einer Serie. Der Folgeband ist unter dem Originaltitel “Queen of the Night” bei Text Publishing im Februar 2012 erschienen.

 

 

Buchinhalt:

Nach einem schrecklichen Tag in der Schule möchte das junge Mädchen Nia aka Wolfgirl vergessen. Vergessen wer sie ist und was sie am folgenden Montag in der Schule wieder erwarten wird. Und wo kann man besser vergessen als wie in Shyness?! Dem Viertel das nie aus der Dunkelheit auftaucht. Neugierig macht sie sich mit zwei Bekannten auf den Weg und landet in einer zwielichtigen Bar. Kurze Zeit später erweckt dort ein charismatischer Typ ihre Aufmerksamkeit. Er ist bekannt und beeindruckt mit seinem düsteren Auftreten und seltsamen Geheul. In Shyness nennen ihn alle ‚Wolfboy‘. Fasziniert nimmt Nia das Angebot des Jungen an, sich von ihm Shyness zeigen zu lassen. So streifen sie durch die Nacht und begegnen seltsamen Gestalten, der Wahrsagerin Lupe und den Kidds – einer Gang mit kleinen Kindern, die abhängig von Zucker sind und ganz Shyness in Angst und Schrecken versetzen. Doch nachdem ihm die Gang bestohlen hat, beschließt Nia dem ganzen ein Ende zu bereiten. So überredet sie den ‚Wolfboy‘ die Festung der Kidds zu stürmen. Was dort jedoch auf sie wartet, ist düsterer und erschreckender als die Dunkelheit von Shyness…

 

 

Persönliche Meinung:

„Die Nacht von Shyness“ erweckte im Buchladen durch das Cover – welches im dunkeln leuchtet – und den wirklich interessanten Klappentext mit Notizheftchen meine Aufmerksamkeit. „Das klingt anders“, dachte ich. Die Neugierde siegte und so klappte ich es bereits kurze Zeit später auf und begann zu lesen.

Die Autorin Leanne Hall schreibt aus wechselnder Ich-Perspektive der beiden Protagonisten ‚Wolfgirl‘ (Nia) und ‚Wolfboy‘ (Jethro). Der Erzählstil ist an sich leicht zu lesen, da das Buch für Jugendliche ab 12 Jahre ist.
Protagonistin Nia ist ein 17-jähriges Mädchen, das vor ihrem Alltag für einige Zeit davonlaufen möchte. Ihr Weg führt sie in das Viertel Shyness, von dem man sich sagt, dass es dort kein Tageslicht gibt. Nicht lange nach ihrer Ankunft, trifft sie auf den 19-jährigen ‚Wolfboy‘ der in Shyness lebt. Dieser fasziniert Nia durch sein Auftreten. Mit dem Satz »Wusstest du, dass die Sonne hier nicht aufgeht?« weckt er Nias Interesse und lädt sie ein zu einer Stadtbesichtigung. Fortan nennt sie sich ‚Wolfgirl‘ und begibt sich mit ‚Wolfboy‘ auf Exkursion durch das verkommene Viertel, welche sie wohl nie vergessen wird.

Diese Geschichte begann für mich vielversprechend und obwohl der Schreibstil sehr flüssig ist, birgt er viele Verwirrungen.
Es umschreibt eine Geschichte zweier Menschen aus unterschiedlichen Vierteln, die zueinander finden, weil sie aus meiner Sicht einsam sind. Es verbindet sie das Gefühl füreinander. Zusammen zu sein in einer Welt, mit der sie nicht so recht zurechtkommen können. Dies ist eines der wenigen Dinge, die ich aus diesem Buch mitnehmen konnte.
Doch „Shyness“ scheint auch noch einen paranormalen Aspekt mit sich zu bringen. So mutmaßte ich auch, dass das Endzeit-Genre aufgriffen wurde. Genau kann ich es nach wie vor nicht deuten. Und das ist der Teil, der mir sehr aufschlug: dieses Rätselraten. Es ist ohne Zweifel interessant eine Geschichte zu schreiben, welche Fragen aufwirft. Ab und an hätte ich es hier jedoch für angebracht gefunden, auch mal eine von diesen vielen Fragen zu beantworten. Dem war jedoch nicht so. Natürlich könnte man nun den zweiten Teil als Entschuldigung vorschieben. Nun bin ich aber der Ansicht, dass ich mit so vielen offenen Fragen nicht unbedingt Lust auf mehr habe.

 

Fazit: Es ist nie schön, eine Beurteilung zu einem Buch zu schreiben, mit welchem man nicht richtig ‚warm wurde‘. So habe ich oftmals in dieser Geschichte Potenziale gesehen. Meiner persönlichen Meinung nach hat Hall diese Potenziale jedoch nicht genügend für sich genutzt und umgesetzt. Die Charaktere sind interessant und wirklich gut durchdacht. Aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass die Autorin an der Entwicklung ihrer Charaktere ihr Pulver verschossen hatte, weil im Plot einfach zuviel Verwirrung war. Zu diesem Buch scheiden sich sicherlich die Geister. Mich konnte es, offensichtlich, nicht für sich so einnehmen wie erhofft. Vielleicht fehlt mir auch einfach die Fantasie.

In Gänze gibt es von mir noch 2,5 Punkte. Wogegen der größte Teil dem wirklich gelungenen Cover zugute geht. Unglaublich schade! 🙁

 

 

 

Buchtitel: Die Nacht von Shyness

Seiten: 320 (gebundene Ausgabe)

Sprache: Deutsch

Übersetzer: Sylke Hachmeister

Verlag: Aufbau

ISBN: 978-3351041540

Empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre

 

 

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    7 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Die Nacht von Shyness“ von Leanne Hall”

    1. Bookaddicted am 10. Mai 2012 um 08:12 Uhr

      Hmmm, schade … steht auf meiner WL, das Buch … noch … 🙁

    2. möwe am 5. Mai 2012 um 18:33 Uhr

      Ich bin 13 und habs durch gelesen. Mir ging es ähnlich: Die Grundidee ist originell, und die Story hat Potenzial. Allerdings hat das Buch in der Mitte seine Längen und irgendwie ist ihr Schreibstil holprig. Einmal Humor und plötzlich brechen dramatische Sätze und Lebensweisheiten in das Geschehen. Irgendwie siehts überall gleich aus. Und offene Enden mag ich eh nicht. Da baut man stundenlang eine Bezihung auf und dann lässt man es offen.

    3. Kerstin1975 am 1. Mai 2012 um 15:24 Uhr

      Hi Sandy,

      Du sprichst mir bei Deiner Rezension aus der Seele– mir ging es nicht anders. Das Buch scheint mehr Kunstprojekt als Jugendroman zu sein und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein(e) Zwölfjährige(r) das Buch bis zum Ende durchliest, bevor er/sie es in dei Ecke pfeffert. Das Leuchtcover war das einzig tolle an dem Buch, ich konnte ihm auch nur mit Müh und Not 2 Punkte abgewinnen.
      Was ich zum Beispiel nicht begreife [Achtung Spoiler!]: Warum schleppt Wildgirl auf der Flucht vor den Kidds diese sperrige Ukulele mit sich rum, wo sie diese noch nicht mal spielen kann! Das klang für mich mehr als lächerlich. Na ja, einen zweiten Band muß ich auch nicht haben, da geht es mir, wie Dir. Lesen wir lieber ein anderes Buch statt dessen 😉

      Lieber Gruß
      Kerstin1975

    4. Nana am 30. April 2012 um 13:58 Uhr

      .lach. wie witzig 🙂 da hab wohl nicht nur ich an Tim Burton gedacht 😀
      schade, dass da das Potenzial nicht ausgeschöpft wurde, ich hab mir viel mehr erwartet..
      aber vielleicht schnupper ich trotzdem mal rein 🙂

      Tolle Rezension 🙂
      Liebe Grüße, Nana (:

    5. Sandy am 30. April 2012 um 08:19 Uhr

      @Captain: Ich liebe die Tim Burton Filme und in der Regel verstehe ich sie auch. Bei „Shyness“ habe ich immer wieder versucht diverse Handlungen oder Zeichen zu deuten, bin aber irgendwann müde geworden. Klar, habe ich eine Vermutung über Wolfboy. Aber das diese nichts weiter ist als eine Vermutung, auch am Ende des Buches, fand ich sehr unbefriedigend. 🙁

      @Fabella: Die Geschichte ist vielversprechend und soweit ich das gesehen habe, finden andere (siehe auch Hanna alias CaptainCow) das Buch toll. Mir ist es aber zu kryptisch geschildert. Gerne hätte ich es für toll befunden, aber ich habe wohl zu wenig Vorstellungskraft.

    6. Fabella am 30. April 2012 um 07:23 Uhr

      Uhhh .. zuerst dachte ich .. kenn ich nicht. Dann, schaut interessant aus .. dann Inhalt auch interessant .. äh und dann las ich die restliche Rezi .. danke! .. das muß ich dann wohl auch nicht haben. Echt schade, es klang so vielversprechend.

    7. captain cow am 29. April 2012 um 20:34 Uhr

      Schade, dass das Buch nicht so dein Fall war, vor allem wegen dieser nicht ganz zu deutenden Kulisse. Ich fand diesen Aspekt echt toll, auf mich wirkte das Buch ein bisschen wie ein Tim Burton Film mit wunderbar vielen Dingen, die man in die Kulisse hineininterpretieren kann 😀

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