Rezension zu „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“ von Rachel Cohn & David Levithan

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 2 Nestgeflüster

 

 

Die Autoren:

Rachel Cohn & David Levithan sind beide renommierte Jugendbuchautoren und seit langem miteinander befreundet. Sie lebt in New York City, er auf der anderen Seite des Hudson River in Hoboken/New Jersey. “Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht” (OT: “Nick & Norah’s Infinite Playlist”) war nominiert für den Deutschen Jugendbuchliteraturpreis und ist ebenso verfilmt worden. Es war das Erste von inzwischen drei gemeinsamen Büchern des Duos.

 

 

Buchinhalt:

Nicks große Leidenschaft, neben der Musik, war bisher Tris. Für sie schrieb er Songs und mixte Songtapes als Liebesbeweis. Doch Tris sagte ihm vor drei Wochen, dass sie keine Liebesbekundungen mehr von ihm will. Seit der Trennung leidet Nick und durchlebt schlimmsten Liebeskummer. Und natürlich muss er noch mehr leiden, als plötzlich seine Ex mit ihrem Neuen während des Auftritts von Nicks Rockband im Club aufschlägt. Die Verzweiflung treibt ihn an die Bar, wo er auf Norah trifft. In seiner Not, bittet er das Mädchen: „sei meine Freundin für fünf Minuten“.

Norah ist Musterschülerin und hat gerade der etablierten Brown Universität eine Absage geschickt, um ihrem Exfreund noch eine weitere Chance (von vielen) zu geben. Doch zunächst heißt es an einem Samstagabend ihre beste Freundin davor zu bewahren, nicht während eines volltrunkenen Blackouts in einem anderen Bundesstaat aufzuwachen. Während ihrer Clubtour trifft sie auf Nick, der sie ‚einlädt‘ für einige Minuten seine Freundin zu sein. Und obwohl Norah es besser wissen müsste, weil der Typ offensichtlich einer Verflossenen hinterher trauert, küsst sie ihn. Als sich ihre Lippen wieder lösen, öffnet Norah ihre Augen und entschließt: „diesem Schmock werde ich helfen.“ Doch vielleicht tut sie ja nicht nur Nick einen Gefallen, als sie mit ihm im heißen Big Apple in eine abenteuerliche Nacht voller Musik taucht?

 

„Mein Kopf lehnt sich ganz von allein an Nicks T-Shirt und in diesem Augenblick  vergesse ich alles, Tal und die Vergangenheit. Vielleicht ist mein Leben doch noch nicht vorbei. Vielleicht fängt es jetzt erst an.“ ~ Norah Seite 70

 

 

Persönliche Meinung:

Im Januar hatte ich mein erstes Intermezzo mit Rachel Cohn und David Levithan. Die beiden Autoren katapultierten mich als ‚Zeitzeuge‘ in eine außergewöhnliche Schnitzeljagd durch das winterliche New York. Die Spielfiguren Dash und Lily knobelten sich nicht nur näher aneinander heran, sondern gewannen durch ihre ganz besondere Art, schnell mein Herz.

Doch sollte diese dritte gemeinsame Kooperation der Autoren nur eine einmalige, schöne Lesereise bleiben? Hätte ich auf vereinzelte Stimmen gehört, wäre ich nicht noch einmal nach New York gereist. Denn die Stadt die niemals schläft ist in allen Geschichten von Cohn und Levithan Schauplatz. Ich hätte Nick und Norah, die Romanhelden von dem ersten Streich „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“, niemals kennengelernt. Es gibt Figuren in Büchern, die von Beginn an dazu bestimmt sind, das Leserherz zu packen und lange nach Beenden des Buches in einem nachzuhallen. Nick und Norah sind zweifellos solche Persönlichkeiten. Nick, hoffnungsloser Romantiker, hoffnunglos versackt im Liebeskummer und Bassist der durchgeknallten Queerrock-Band „The Fuck Offs“. Er ist der einzige von seinen Bandkollegen, der sich eher zu dem weiblichen Geschlecht hingezogen fühlt. Aber genau dieser Aspekt bereitet ihm derzeit schlimmes Herzweh. Tris, die Muse für seine Kompositionen und Empfängerin etlicher Songtapes, hat ihn abserviert. Am Abend eines wichtigen Auftritts in einem New Yorker Underground-Club taucht Tris in Begleitung ihres Neuen im Club auf und bringt Nick vollkommen aus der Fassung. So dreht er sich postwendend um zum wohl unscheinbarsten Mädchen im Club und bittet sie, seine Freundin zu spielen. Die Antwort des unscheinbaren Mädchens Norah kommt promt in Form eines Kusses, der die Nacht beider verändern wird.

In dieser Geschichte fühlte ich mich vom ersten Satz an zu Hause. Als großer Fan von Rockmusik nicht verwunderlich. Auf jeder Seite schlug mir immer diese Note Punkrock entgegen. So wollte ich mich, genau wie Nick & Norah, oft einfach nur in der Menge eines kleinen Clubs, in dem man jeden Geruch intensiver aufnimmt als einem lieb ist, treiben lassen und zum Beat mitspringen bis mir der Atem wegbleibt. Rachel Cohn und David Levithan haben die Atmosphäre durch Nick und Norahs Blickwinkel ganz fantastisch wiedergegeben. Und so bin ich froh, dass ich den Stimmen getrotzt und dem Erstlingswerk des Autorengespanns eine Chance gegeben habe.

 

„Aber genau das mag ich an Punkmusik. Sie hat Sinn für Humor und Selbstironie. Sie gibt nicht vor, irgendwas sein zu wollen, was sie nicht ist. Sie geht nach vorne wie Funk, ist kantig wie Metal, aber sie hat mehr Hirn..“ ~ Nick, Seite 180

Fazit: „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“ hat den richtigen, schnellen und leidenschaftlichen Beat. Smarte, witzige und bisweilen verzweifelte, und verkorkste Protagonisten machen dieses Buch zu einem sehr kurzen, aber heißen Leseereignis. Eine Geschichte, welche alte Sehnsüchte weckte. So kramte ich in Kisten nach meiner alten CD von The Smiths und The Cure. Unvergesslich und ganz sicher einen Re-read wert.

 

 

Buchtitel: Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht

Seiten: 224 (Taschenbuch)

Sprache: Deutsch

Verlag: cbt (Randomhouse Gruppe)

ISBN: 978-3570305133

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 17 Jahre

 

 

 

 

 

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    2 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“ von Rachel Cohn & David Levithan”

    1. Lariel am 28. Mai 2012 um 13:27 Uhr

      Ich kenne ja nur den Film und habe mal testweise ins Buch reingelinst, es aber nach 30 Seiten zurück auf den Sub gelegt. Es hat mich damals einfach nicht überzeugen können.Vielleicht greife ich aber doch noch mal dazu 🙂 Wenn noch nicht getan solltest du übrigens unbedingt noch den Film schauen!

      • Sandy am 28. Mai 2012 um 19:11 Uhr

        Ich habe nach Beenden des Buches Ausschau nach dem Film gehalten. Mal schauen, ob ich mir den Film ausleihen kann. Wollte keine 10 Euro o.s. ausgeben. Nachher gefällt mir der Film garnicht.

        Dem Buch würde ich noch eine Chance geben. Ist aber auch nicht jedermanns Geschmack. Man muss diese Szene wirklich mögen.

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