Rezension zu „Lost Land – Die erste Nacht“ von Jonathan Maberry

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 7 Nestgeflüster

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Lost Land – Die erste Nacht / Seiten: 528 / Gebundene Ausgabe / Verlag: Thienemann  / Übersetzer: Franka Fritz und Heinrich Koop

 

Der Autor…

Jonathan Maberry wurde 1958 in Philadelphia/USA geboren. Er ist ein New York Times Bestseller Autor und ist mehrmals mit dem Bram Stoker-Award für seine Thriller und Horror Geschichten ausgezeichnet worden. Jonathan verfasst Graphic Novels für Marvel Comics und hat u.a. das Drehbuch zu „Wolfman“ geschrieben. Seine beachtlichen Kenntnisse als Jujitsu Kämpfer lässt er stets in seine Geschichten einfließen. „Lost Land – Die erste Nacht“ (OT: „Rot & Ruin“) ist der Auftakt seiner aktuellen YA-Zombieserie. Die Fortsetzung trägt den Originaltitel „Dust & Decay“. Jonathan Maberry lebt heute in Warrington, Kentucky.

 

 

Der Plot…

Wir befinden uns in Mountainside, einer kleinen Stadt im Nirgendwo. Es ist seit der >ersten Nacht< das Zuhause von Benny Imura und seinem älteren Bruder Tom, dem berühmten Kopfgeldjäger. Vor gut 14 Jahren fand Tom Zuflucht, nachdem die Welt in eine beispiellose ‚Zombiekalypse‘ stürzte. In Mountainside wurde Benny, der damals noch ein Baby war, aufgezogen. Für ihn gestaltete sich sein Leben bisher recht angenehm, wenn man mal von den meterhohen Zäunen absieht. Diese dienen zum Schutz vor dem was sich außerhalb des Örtchens befindet: das Leichenland. In diesem fristen die Untoten ihr tristes Dasein auf der Suche nach dem nächsten (menschlichen) Happen.

Benny ist mit seinen 15 Jahren in dem Alter, in dem er sich überlegen muss, in welchem Beruf er seine Ausbildung machen will. In den „Familienbetrieb“ einzusteigen, kommt für Benny jedoch zunächst nicht in Frage. Denn obwohl sein Bruder Tom den ansehnlichen Ruf eines vorzüglichen Zombiejägers genießt, hält Benny ihn für einen Schwächling und hegt keine sehr enge Bindung zu seinem Bruder. Allerdings muss der junge Mann kurze Zeit später feststellen, dass er für keinen Job so richtig gut geeignet ist. Das Angebot Toms steht ihn zum Zombiejäger auszubilden. Zähneknirschend nimmt Benny an und muss nach dem ersten Ausflug mit Tom ins Leichenland entdecken, dass er sich nicht nur in seinen Bruder gewaltig getäuscht hat.

Ein neuer Auftrag zwingt die beiden kurze Zeit später ihre persönlichen Differenzen beiseite zu schieben und zusammen zu arbeiten. Der Weg durch das Leichenland ist brutal und weit. Und der Feind – grausamer als jeder Untote – scheint ihnen weit voraus…

 

Meiner Ansicht nach…

Mit „Lost Land – Die erste Nacht“ wagte ich mich nach „Ashes – Brennendes Herz“ von Ilsa J. Bick an meine zweite Zombie Geschichte.

Der Einstieg bei >Lost Land< gestaltete sich entgegen meiner Erfahrung mit >Ashes< zunächst etwas schwer. Es könnte mein Lesetief gewesen sein. Aber auch die Tatsache, dass mir einfach zu viel drum herum erzählt wurde, schlug mir etwas auf. Natürlich ist es immer wichtig den Leser nicht vollends im Dunkeln tappen zu lassen. Jonathan Maberry schuf eine post-apokalyptische Welt um die Gebrüder Benny und Tom Imura. Da möchte man selbstverständlich wissen, wie es zu dieser Veränderung kam und was es mit der >ersten Nacht< auf sich hatte. Maberrys Ausführungen waren mir anfangs jedoch etwas zu ausschweifend und intensiv. Da fehlte mir der gewisse Kick. Auch der 15-jährige Benny ging mir nach einiger Zeit mit seiner großen Klappe etwas auf den Keks. Doch nachdem Tom seinem kleinen Bruder mitteilte, dass er ihn für einen kleinen Auftrag mit in das Leichenland nehmen will, verändert sich etwas. Die Gebrüder Imura verlassen das sichere Nest, passieren das offene Land, und der großmäulige Benny wird auf einmal ganz kleinlaut.

Mit Bennys Veränderung während der ersten Reise durch das Leichenland kam auch für mich der Umschwung. So lernen der 15-jährige und der Leser gemeinsam den wahren Tom kennen und das Zombies auch mal Menschen waren. Tom bringt Benny näher, was seine wahre Mission ist und wie er seine Arbeit sieht. Kurze Zeit nach der Rückkehr heißt es für Benny bereits sich zu beweisen. Ein dramatischer, brutaler Übergriff sorgt in Mountainside für Chaos. Erneut führt die Spur Tom in das weite Leichenland und Benny sieht es als seine Pflicht ihn zu begleiten. Mit dem Ritt der Brüder hinaus in die Gefahr, begann für mich eine ungeheure spannende Reise auf Leben und Tod.

Neben den spannenden Elementen, gefiel mir besonders gut wie der Autor sich mit der Beziehung zwischen den beiden Brüdern auseinandersetzte. Man sieht ihnen beim Kraft- und Kampftraining zu, wird Zeuge von langen hitzigen, aber auch intensiven Diskussionen. Die Brüder haben nie viel Zeit miteinander verbracht. Doch nun lernen sie sich kennen. Und Bennys neue Einsichten in Toms Welt verändern ihn. Er macht eine positive Veränderung durch und beweist in manchen Situationen sehr viel mehr Mut, als ich ihm zugetraut hätte. Tom Imura ist lange sehr unnahbar seinem Bruder gegenüber. Ein erwachsener Mann der, wie sich herausstellt, sehr viel mehr grausames erlebt hat als Benny sich je zu träumen gewagt hätte.

Auch die Nebenfiguren, Freunde und Feinde, empfand ich als super ausgearbeitet. Über die Wiederkehr einiger dieser Charaktere freue ich mich in der Fortsetzung sehr.

 

 

Tacheles…

Nach einem etwas langatmigen ersten Drittel, schlug die Spannung in vollem Maße zu. Mit „Lost Land – Die erste Nacht“ packt Jonathan Maberry das Thema Zombies mal etwas anders an. Die Frage, ob wirklich ein Untoter grausamer ist als der Mensch, wird hier gekonnt in den Raum geworfen. Neben dem Kick bekam ich Humor und eine schöne Note Gefühl. Mit den Brüdern Imura kann man sich also ohne Bedenken auf eine blutige Schlacht gegen das Böse freuen. Teil Zwei muss daher sicher auch in mein Regal.

 

 

   

 

 

 

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    7 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Lost Land – Die erste Nacht“ von Jonathan Maberry”

    1. Kermit am 18. November 2012 um 12:08 Uhr

      Und ich muss das Buch doch noch haben ;o) Ich wollte es eigentlich schon im Original lesen (tolles Cover

      • Kermit am 18. November 2012 um 12:10 Uhr

        Wo ist denn der Rest meines Kommentars hin oO
        Dann nochmal: was da eigentlich noch stehen sollte war ein bisschen Smalltalk und die Frage, ob sich das Buch als EInstieg ins Zombie-Genre eignet. Ich habe in die Richtung bisher noch nichts gelesen und suche nach dem passenden „Starter“ :o) Auch wenn ich mir ja EIGENTLICH vorgenommen hatte, ersteinmal die HCs zu lesen, die noch subben… Mal sehen ^^

        Liebe Grüße,
        Kermit

        • Sandy am 18. November 2012 um 12:44 Uhr

          Hi!
          Zunächst entschuldige ich mich für WP. Ab und zu werden einfach Kommentare abgeschnitten. Sorry, weiß nicht wie ich das beheben kann. 🙁
          Zum Buch: Für mich war „Lost Land“ das zweite Zombie Buch. Ich kann dir dieses als Einstieg nur empfehlen. Es ist sehr spannend und gut geschrieben. Mit Zombies verbindet man ja gleich viel ekliges, aber das hält sich hier wirklich in Grenzen. „Ashes“ von Ilsa J. Bick empfand ich als expliziter, aber auch richtig gut (da muss ich übrigens noch ne Rezi zu schreiben. Ohoh…). Wenn dir Lost Land also gefällt, mach weiter mit Ashes.
          Aber hattest du nicht auch „Posses“ von Gretchen McNeil gelesen? Das ist doch auch Zombie angehaucht, oder? Kann mich auch komplett täuschen…

          Ganz liebe Grüße,
          Sandy

          • Kermit am 19. November 2012 um 23:52 Uhr

            Huhu!

            Kein Problem, kannst du ja nichts dafür. Eigentlich kopiere ich den Text auch, bevor ich auf „Senden“ drücke, weil mein Firefox sich ganz gerne mal aufhängt. Aber wenn es darauf ankommt, dann habe ich das natürlich vergessen 😉
            Okay, dann wandert das Buch jetzt definitiv noch ein Stückchen nach oben! Um Ashes schleiche ich auch schon eine Weile herum, aber irgendwie war mir dieses Jahr noch nicht nach Endzeit-Stimmung.

            Wenn ich bei „Possess“ nicht alles völlig falsch verstanden habe, dann ging es um Geister und Dämonen und nicht um Zombies. Kann ich aber auch sehr empfehlen!

            Liebe Grüße

    2. Sandy am 13. November 2012 um 14:26 Uhr

      @Lena & @Astrid:
      Normalerweise empfinde ich das auch immer als wichtig, wenn die Einführung in die Geschichte umfangreich ist. Aber mein Lesetief war halt stark ausgeprägt und wollte Köpfe rollen sehen. 😉

      Und obwohl ich den Beginn halt nur mittelprächtig finde, habe ich – entgegen meiner Überzeugung – volle Sternbewertung gegeben. Von daher ist doch alles gut. 🙂

      @Astrid: Tom finde ich super interessant. Und ich hoffe auch sehr auf den Folgeband über den Thienemann Verlag. Wenn nicht, müsste ich mal wieder auf Englisch ausweichen. *Augenroll*

    3. Astrid am 13. November 2012 um 13:42 Uhr

      Ich fand auch den Anfang gerade gut, wie Lena schon sagte. Mir hat esbesonders Tom angetan. Benny fand ich gut gelungen. Er benimmt sich eben wie ein Teenager am Anfang. Ich hoffe, dass die nächsten Teile auch herauskommen.

    4. Lena am 13. November 2012 um 13:25 Uhr

      Schade, dass dir das erste Drittel nicht so gut gefallen hat. Ich fand gerade die Einführung mit den Berufen, etc. sehr spannend, weil die Geschichte dadurch für mich noch realistischer wurde. Aber dass dir Ben anfangs so auf den Keks ging, kann ich absolut nachvollziehen. Ich hätte ihm das ein oder andere Mal auch gern die Ohren lang gezogen!!! Gott sei Dank entwickelt er sich im Laufe des Buchs ja weiter 🙂

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