Rezension zu „First comes Love“ von Katie Kacvinsky

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 3 Nestgeflüster

 

 

 

First comes Love

 

 

Die Autorin…

Katie Kacvinskys erstes Buch, „Die Rebellion der Maddie Freeman“, ist im Jahr 2011 beim Bastei Lübbe Imprint Boje erschienen. „First comes Love“ ist im September 2012 in Deutschland (ebenfalls bei Boje) unter dem Titel „Dylan und Gray“ erschienen. Es ist der zweite Jugendroman der Autorin, die früher von Modeln bis Unterrichten verschiedene Jobs hatte, inzwischen aber vom Schreiben lebt.

 

 

 

Der Plot…

Zwei junge Teenager treffen im Sommer College aufeinander. Es ist klar: Liebe auf den ersten Blick ist es nicht. Amor spitzt zwar seinen Pfeil, zögert jedoch noch ob er ihn auf Gray und Dylan abfeuern soll. Denn der coole Gray findet Dylan, die über den Sommer bei ihrer Tante lebt und mit Vorliebe kleine Krabbeltierchen in Szene setzt, eher unscheinbar und weniger sexy. Allerdings hat sie Köpfchen, ein großes Selbstbewusstsein, Fantasie und eine ganz eigene Meinung wie sie sich ihr Leben vorstellt…nämlich ohne jegliche Zwänge. Gray kann es nicht leugnen, dass ihn gerade das anzieht. Und Dylan? Die möchte den zutiefst in sich gekehrten Jungen, den so gar nichts zum Lachen bringen kann, wieder zurück ins Leben holen. Also heuert sie Gray für Spritztouren an um ihre Kamera und Notizbücher mit neuen Impressionen zu füllen. Gray ist zunächst überhaupt nicht begeistert, kann die quirlige Dylan jedoch nicht mehr abschütteln. Zum Glück. Denn Gray entdeckt, dass sein Leben vielleicht doch nicht in Phoenix enden muss. Und beide merken immer mehr, dass die Liebe manchmal doch unverhoffter kommt als man denkt.

Doch was wird nach dem Sommer sein? Kann Gray den freien Geist Dylans zähmen, oder muss er sie ziehen lassen? Und was wird aus ihm?

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

In vielen Büchern lesen wir von der großen Liebe bzw. Anziehung auf den ersten Blick. Die Chemie stimmt, die Gefühle geraten sofort bei den Liebenden in Wallungen.

In „First comes Love“ (dt. Titel „Dylan & Gray“) beschreibt uns die Autorin Katie Kacvinsky eine andere Liebe. Sehr realistisch erzählt sie die Geschichte zweier Menschen, die sind wie Tag und Nacht. Oder wie zwei Planeten, die eigentlich nicht in der gleichen Umlaufbahn schweben, aber dennoch einander anziehen. Das sind zum einen der coole Gray – stets in sich gekehrt und mit Musik im Ohr um die Außenwelt auszublenden – und zum anderen die unscheinbare Dylan – fantasievoll, quirlig, lebensfroh und freiheitsliebend.

Es beginnt, wie im wahren Leben, mit der ersten Begegnung die aber nicht den Urknall herbeiführt. Der süße Gray findet Dylan reichlich crazy und überhaupt nicht wie die Mädels aus seiner Umgebung. Und das ist Dylan auch nicht. Immer unterwegs, auf der Suche nach neuen Abenteuern landet der Teenager nach ihrem High School Abschluss erst einmal bei der Tante in Phoenix. Ihr Plan: den Sommer genießen, frei sein und Freundschaften schließen. Und obwohl Gray sie regelrecht loswerden will, hat sie ihn ausgewählt. Ihn will sie wieder zum Lachen bringen nach dem Tod seiner Schwester.

Langsam beginnt Gray aufzutauen. Die offene, ehrliche Art Dylans gefällt ihm sehr. So ein wunderbar unkompliziertes Mädchen ist ihm noch nie begegnet. Auch an ihre reichlich abgefahrenen Gedankenflüsse gewöhnt er sich.

In 26 wunderbaren Kapiteln zog die Autorin aus wechselnden Sichtweisen der Protagonisten, mich durch einen unvergesslichen amerikanischen Sommer. Eine Liebesgeschichte, die sehr romantisch, aber auch realistisch umschrieben wird. Vor allem realistisch, weil diese Beziehung sich langsam entwickelt. Sich zunächst fremd und argwöhnisch beäugend, schließen diese Figuren Freundschaft und entdecken darüber hinaus eine wunderschöne intensive Liebe füreinander. Protagonisten die so unterschiedlich sind, aber mir dennoch beide ans Herz gingen. Der Kitsch weicht dem Wortwitz. Und wenn die Gefühle übersprudelten – vor allem bei Gray – lachte ich oft herzhaft mit.

Was mir zu meinem kompletten Glück auf >Cloud No. 9< noch fehlte, war einen ticken mehr von Dylan zu erfahren. Freigeist hin oder her, aber das bedeutet ja nicht, dass man so wenig über sie wissen muss. Ich fühlte mich Gray da öfters mehr verbunden, weil er in seinen Schilderungen mehr von sich preisgab.

 

„My body is shifting into pieces and it feels like my lungs are in my throat
and my brain’s in my chest and my heart’s in my hands and my hands are on fire…“
~ Gray, P. 149

 

 

Tacheles…

Katie Kacvinskys neues Buch ist eine Liebesgeschichte mit Tiefgang. Zwei Menschen treffen einander und wissen vom anderen nicht, dass er/sie genau das ist, was sie brauchen. Durch Dylan bekam dieses Buch eine gewisse Leichtigkeit und durch den Hintergrund Grays auch die Ernsthaftigkeit. Diese beiden Komponenten zusammen ergeben eine gelungene Mischung und garantieren ein paar Wohlfühlstunden. Kleine Makel werden durch einen wunderschönen Erzählstil und symphatische Charaktere übertüncht. Lesenswert!

 

 

Buchtitel: First comes Love

Seiten: 198 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Houghton Mifflin Books

ISBN: 978-0547599793

 

 

 

 

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    3 Nestgeflüster zu “Rezension zu „First comes Love“ von Katie Kacvinsky”

    1. Nicole am 17. November 2012 um 12:00 Uhr

      das Zitat ist wunderschön 🙂
      Jetzt ist nur die Frage,ob auf englisch oder deutsch 😀
      deine Rezi hats mal wieder geschafft mich einzuwickeln *-*

      • Sandy am 17. November 2012 um 12:09 Uhr

        Ich plädiere für Englisch. 😉 Kannst du garnix falsch mit machen.

    2. Lisa am 16. November 2012 um 15:40 Uhr

      Schöne Rezi 🙂 Ab auf die WL 🙂

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