Rezension zu „Looking for Alaska“ von John Green

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

  Looking for Alaska

Looking for Alaska

Autor: John Green

Seiten: 221 (Hardcover)

Verlag: Dutton Books

Sprache: Englisch

ISBN:  978-01424025

 

 

 

Der Autor…

John Green, 1977 in Indianapolis geboren, studierte Englisch und vergleichende Religionswissenschaften. Er arbeitete zunächst als freier Journalist für die Branchenzeitschrift Booklist. Gemeinsam mit seinem Bruder betreibt Green sehr erfolgreich einen Videoblog. Neben Rezensionen schreibt John Green Bücher für Jugendliche. Für sein Debüt „Looking for Alaska“ (dt. Titel: ”Eine wie Alaska”, dtv Verlag) gewann er den Printz Award für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Jugendliteratur.

 

 

 

Der Plot…

Im Leben von Miles Halter steppt nicht gerade der Bär. Der Einzelgänger hat keine Freunde und der Gedanke an eine Freundin ist weit weg. Nicht verwunderlich, wenn man seine Freitagabende neben den Eltern auf der Couch fristet. Doch nach 16 Jahren reicht es Miles und er kehrt seinem Elternhaus leichten Herzens den Rücken, um im Culver Creek Internat nach Alabama einzuchecken. Seine Mission: erlebe „The Great Perhaps“ und sei deines eigenen Glückes Schmied. Kaum dort angekommen, trifft er auf seinen großmäuligen Zimmergenossen „The Colonel“. Dieser steckt Miles seine erste Zigarette an und stellt ihm die freche, sexy und hoffnungslos verkorkste Alaska Young vor. Miles verliebt sich unsterblich. Es folgen vier Monate in denen er entdeckt was Liebe, Freundschaft und Loyalität bedeuten. Mit seinen Freunden heckt er Schülerstreiche aus und bricht zum ersten Mal in seinem Leben Regeln. Doch kurz nach einem langersehnten, ersten Kuss mit Alaska geschieht eine Tragödie. Miles Leben steht plötzlich still.

 

 

„Sometimes I don’t get you“, I said…
„You never get me. That’s the whole point.“
~ Miles and Alaska

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

Mit „Looking for Alaska“ präsentierte der amerikanische Autor John Green im Jahr 2005 sein Debüt und bewegte mit der Geschichte um Miles & Co. nicht nur die junge Generation. Angepriesen, mehrfach ausgezeichnet, vielleicht sogar ein Klassiker seiner Zeit für die Contemporary YA-Gemeinde. John Green wählt in seinen Büchern Themen mit denen sich wohl jeder Erwachsene und Teenager in irgendeiner Art identifizieren kann. Er macht Außenseiter zu kleinen Helden des Alltags und tut dies sehr clever, mit viel Witz und Tragik.

Die Erwartungen lagen mit ‚Alaska‘ also entsprechend hoch, hatte ich doch bereits mit meinem ersten Green „The Fault in our Stars“ (OT: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) einen seltenen Schatz gelesen. Auch „Paper Towns“ und „An Abundance of Katherines“ begeisterten mich auf ihre Weise.

Ein schmales, schwarzes Buch unterteilt in zwei Teile – „before“ (dt.: davor) und „after“ (dt.: danach). Die Geschichte wird Seite für Seite auf 128 Tage runtergezählt. Der Countdown hängt wie ein Damokleschwert während des Lesens über dem Kopf. Man weiß, etwas wird passieren. Doch bis es soweit ist, begleitet man Miles von Florida nach Alabama. Das Culver Creek Internat soll dort sein Zuhause für die nächsten Jahre sein. Außenseiter Miles hat eine Schwäche für die sogenannten ‚famous last words‘ von mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten. Ein recht seltsamer Eigenbrödler findet entgegen seinen bisherigen Erfahrungen, und Dank seines geselligen großmäuligen Zimmergenossen ‚The Colonel‘, schnell Anschluss. Auch die Liebe schlägt erbarmungslos zu. Die auserwählte heißt Alaska Young und ist, wie soll es auch anders sein, unerreichbar für Miles. Er lernt aber nicht nur die Liebe kennen, sondern rebelliert mit seinen Freunden. Typische Erfahrungen, die manch ein Teenager halt macht, werden authentisch und ohne jedes Klischee oder überzogenes Drama von John Green erzeugt.

Doch die Stimmung in „Looking for Alaska“ ist nicht immer witzig und nerdy. Nachdenklichkeit und Melancholie werden hier und da erzeugt. Sollen auf das Countdown Ende vorbereiten. Ich sorgte mich während des Lesens immer mehr um vereinzelte Charaktere. Die auf mich zukommende Tragik war fast zu schmecken. Und dann passierte es wirklich. Meine Vorahnung traf ein. Die Stimmung kippte gänzlich nach Miles erstem Kuss.

Der für mich stärkste Aspekt von John Greens Debüt ist ohne Zweifel die fantastische Dynamik der Charaktere. Die Marotten und der Elan von Miles & Co. verleihen der Geschichte viel Herz und Tiefe. Der Schicksalsschlag traf somit nicht nur die Charaktere, sondern auch mich als Leser – auch wenn es für mich persönlich etwas vorhersehbar war, was geschehen könnte. Ich hatte durch Greens wunderbaren Erzählstil wieder einmal das Gefühl Teil der Clique zu sein. Ihre Trauer und das große WARUM wurden zu meiner. Auch empfand ich ihre Freundschaft als wunderbar. In ihrem Schmerz und nicht verstehen waren sie auf ihre Weise füreinander da. Und während ihrer Suche nach Alaskas Wahrheit, fanden sie auch mehr zu sich.

 

 

 

Tacheles…

„Looking for Alaska“ wird wieder einmal geprägt von Scharfsinn, Witz, dem gewissen Nerdfaktor und vor allem herzzerreissende Tragik. Letztere schlägt unbarmherzig zu. Die Charaktere sind jeder für sich einzigartig. Bei diesen Kids geht es um mehr, als Kleinstadt-Dramen. Wir begleiten sie bei ihrem alltäglichen Internatsleben, kleinen sowie großen Sünden und erfahren, was sie antreibt und innerlich zerreist. Greens Debüt fokussiert auf das Leben, den Tod und wie sehr uns Menschen verändern und prägen können. Es ist vielleicht nicht mein Lieblings-Green, aber nichtdestotrotz ein kleiner literarischer Führer durch das Labyrinth des Lebens. Aus diesem Grund verdient das Buch das Prädikat „wertvoll“.

 

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    6 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Looking for Alaska“ von John Green”

    1. Miss Bookiverse am 14. Mai 2013 um 16:06 Uhr

      Alaska war damals mein erstes Buch von JG. Da hatte ich vorher noch nie was von dem Autor gehört xD Hat mir aber damals wie heute genauso gut gefallen wie dir, gerade die individuellen, quirligen Charaktere und ihre Dialoge und Erlebnisse sind einfach so schön zu verfolgen. Ich hab damals übrigens nicht geahnt auf welches Ereignis die Tage herunterzählen… aber ich denke eh selten voraus beim Lesen ;D

      • Sandy am 15. Mai 2013 um 08:29 Uhr

        Siehst du, und ich denke manchmal zu viel beim lesen. 😉

    2. Corinna am 8. Mai 2013 um 21:50 Uhr

      Liebe Sandy,

      schon eine ganze Weile bin ich stiller Leser deines Blogs und muss sagen, du triffst in der Regel immer meinen Buchgeschmack.
      Auch Looking for Alaska hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ich war von Anfang an von Alaska fasziniert. Irgendwie war sie nicht richtig fassbar. Im Laufe des Buches habe ich mit den zwei Jungs mit gezweifelt und gefiebert. Aber es war zum Haare raufen. Alaska ist ein riesiges Geheimnis.
      Genau wie in dem ersten Buch, dass ich von John Green gelesen habe das Schicksal ist ein mieser Verräter. Dort hat mich das Geheimnis von Augustus sehr berührt und traurig gestimmt.

      Liebe Grüße

      • Sandy am 10. Mai 2013 um 16:57 Uhr

        Liebe Corinna,
        vielen lieben Dank für deine netten Worte! Es freut mich, dass du dich hier gerne verirrst und auch mal als eigentlich stiller Leser zu Wort meldest. Und es ist natürlich am schönsten, wenn man dann noch den Buchgeschmack mit anderen teilt.
        Wünsche dir ein wunderbares Wochenende!

        Herzliche Grüße

    3. Reni am 7. Mai 2013 um 19:00 Uhr

      Ach schön! Bisher habe ich von Green leider nur „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ + seine weihnachtliche Kurzgeschichte in „Tag wie diese“ gelesen, obwohl „Die erste Liebe“ sowie „Will & Will“ schon lange in meinem Regal stehen… „Ein wie Alaska“ macht mich zudem neugierig. Wobei ich hier schon gehört habe, dass Alaska dem Leser wohl etwas fremd bleiben soll. Das scheint bei dir nicht so gewesen zu sein(?). Ansonsten kann ich wieder mal nur schreiben, dass du mich mit deinen Buchgedanken sehr neugierig machst – ich bin ja ein Fan von „Davor/Danach“ Aufteilungen und immer diese Geheimnisse. Bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ hat mich das von Augustus damals ja sehr gepackt und überrascht. Ich glaub, dass muss ich irgendwann nochmals lesen. 🙂

      Bei „Graffiti Moon“ bin ich nun übrigens etwa bei der Hälfte und bisher recht begeistert. Der metaphernreiche Schreibstil ist hier eine wirklich Bereicherung. Da habe ich richtige Bilder von Shadows Pieces in meinem Kopf. 🙂

      Liebe Grüße
      Reni

      • Sandy am 7. Mai 2013 um 19:22 Uhr

        Ach ja, „Tage wie diese“ war eigentlich mein erstes Buch….obwohl es ja nur eine Geschichte von ihm war.
        Ja, die liebe Alaska ist ein unbeschriebenes Blatt. Da ist der engl. Buchtitel wirklich passend gewählt worden. Alle tappen im dunkeln. Selbst ihr bester Freund ist irgendwann auf der Suche nach der Wahrheit verzweifelt. Aber genau das fand ich gut. Diese zum Haare raufende Suche und das Alaska einem bis zum Schluss noch etwas fremd bleibt. Hat halt seinen gewissen Reiz. Manches mal bietet das Leben keine Antwort und das ‚warum‘ kann nur kryptisch beantwortet werden. Das wahre Leben.
        Das Geheimnis von Augustus hat mich auch SEHR überrascht. Den Re-read mache ich spätestens bevor ich mir den Film im Kino anschaue.

        Schön, dass dir „Graffiti Moon“ auch gefällt. Stimme dir mit den Pieces zu. Da entstehen Kunstwerke vor dem inneren Auge. Toll! 🙂

        Liebe Grüße an dich
        Sandy

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