Rezension zu „All our Yesterdays“ von Cristin Terrill

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 4 Nestgeflüster

 

All our Yesterdays_C. Terrill


All our Yesterdays /
Autorin: Cristin Terrill / Seiten: 368 (Hardcover) / Verlag: Disney Hyperion / Sprache: Englisch

 

 

Die Autorin…

Cristin Terrill hat ihren Bachelor of Arts am Vassar College gemacht. Den Master of Arts in Shakespeare Studies absolvierte sie am Shakespeare-Institut in Stratford-Upon-Avon, UK. Sie lebt derzeit außerhalb von Washington, DC, wo sie Kindern und Jugendlichen in Workshops kreatives Schreiben näherbringt. „All Our Yesterdays“ ist ihr erster Roman.

 

 

Der Plot…

Nur Em kann das letzte Puzzlestück hinzufügen. Sie hat alles getan um die Erschaffung der Zeitmaschine zu verhindern, welche die Welt in Stücke reißen wird. Doch es ist ihr bisher nicht gelungen. All die Male in denen Em dabei tatenlos zusehen musste, wie alles um sie herum zerbrach. Immer wieder gejagt, verhaftet und gefoltert wurde sie für ihr Wissen, während draußen ein Krieg tobt, den niemand stoppen kann.

Marina hat ihren engsten Freund James geliebt, seit er in ihre Nachbarschaft gezogen ist. Aus diesem Jungen wurde ein Wunderkind, der nicht nur einer einflussreichen, politischen Familie entstammt. Seine Leidenschaft zur Wissenschaft bestimmt sein Leben komplett. An dem Abend, der Marina ihren James endlich näher bringen soll, verläuft nichts nach ihrem Plan. Stattdessen fällt James Leben in sich zusammen. Marina schwört sich, James zu schützen. Komme was wolle. Doch dann entdecken sie, James und Freund Finn die grausame Wahrheit und der Wettlauf um die Zeit beginnt.

 

 

Meiner Ansicht nach…

Die Autorin Cristin Terrill  begibt sich mit ihrem Debüt und einem komplexen Ideenkonstrukt auf ganz andere Ebenen. Terrill verbindet das Thema Zeitreise mit dystopischen Elementen und packt dazu eine Art Politikthriller mit ganz vielen Emotionen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Die Autorin erklärt nicht viel. Sie streut hier und da Tatsachen in den Plot, und hielt mich als Leser damit ganz schön auf Trab. Das beginnt schon beim Aufbau. Geschildert wird die Geschichte jeweils aus der Perspektive von Em und Marina. An sich nichts ungewöhnliches, wäre da nicht der Zeitfaktor. Ganz klar ist, dass Em und Marina etwas verbindet. Was es genau ist, bleibt nicht verborgen. Ob man darüber überrascht ist, mag dahingestellt sein. Ich für meinen Teil war es nicht, was aber nicht weiter dramatisch ist.

Was mir an „All our Yesterdays“ ganz besonders gefiel, waren die Beziehungen der Menschen zueinander. Da ist die junge Marina, seit Jahren Hals über Kopf verliebt in James, einem Genie. Sie ist jung, naiv, leicht beeinflussbar, ein wohlbehütetes etwas verzogenes Mädchen. Ich fühlte in Bezug auf James und ihren familiären Verhältnissen dennoch mit ihr. Insbesondere die Gefühle für James werden Marina im Laufe der Geschichte zum Verhängnis. James, das ergeizige Wunderkind, habe ich fortwährend zwiegespalten betrachtet. Wieso das so ist, kann ich nicht verraten ohne zu tief ins Nähkästchen zu greifen. Der Junge Finn, James bester Freund, ist mir hingegen richtig ans Herz gewachsen. Ein Typ, der Marina durch sein Verhalten ganz schön vergrellt, aber auch er hat nicht nur lockere Sprüche auf Lager. Die Dynamik der Beiden im Laufe des Plots hat mich absolut überzeugt und sehr berührt.

Die Beziehungen dieser Menschen untereinander gleitet wie ein roter Faden durch den gesamten Plot. Ihre Liebe, Unsicherheiten, Hass, Ehrgeiz und Verzweifelung lassen den Leser mitfühlen und machen „All our Yesterdays“ zu einem überraschend emotionsgeladenen, spannenden Mix.

Der wissenschaftliche Aspekt der Zeitreise und was es mit der Zeitmaschine >Cassandra< auf sich hat, wurde von Cristin Terrill sehr ausgeklügelt zurechtgesponnen. Man wird nicht mit Fakten erschlagen. Ganz im Gegenteil. Die zukünftige Welt bleibt einem unter Umständen sogar fremd, weil sehr viel mehr auf das >wer< und >wie< eingegangen wird. Wer steckte dahinter? Was waren die Beweggründe? Wieso konnte es gar bis zu einem grauenvollen Krieg kommen? Die Autorin schmeißt da nicht gerade mit Fakten um sich. Es wird viel an der Oberfläche gekratzt, aber nicht so sehr in die Tiefe gegriffen. Etwas habe ich mich daran gerieben, weshalb dieser Auftakt keine volle Sternebewertung von mir bekommen konnte. Nichtsdestotrotz ist „All our Yesterdays“ äußerst vielversprechend und gelungen.

Ich habe absolut keinen Schimmer, wie es weitergehen wird im zweiten Band. Wohin die Autorin noch geht, wird sich zeigen und ich möchte es definitiv nicht versäumen.

 

 

Tacheles…

Cristin Terrill’s Debüt ist kompliziert verschachtelt, clever, düster, spannend und gefühlvoll. Die Autorin hielt mich ganz schön in Schacht, musste aber auch einen halben Punktabzug einstecken. Doch mir gefiel die Dynamik dieses erdrückenden Szenarios sowie die neue Idee dahinter sehr. „All our Yesterdays“ ist erschreckend, unvorhersehbar und führt vor Augen, was für einen Schaden der Mensch anrichten kann, wenn er dem Verlauf der Geschichte dazwischen fuschen muss. Eine Empfehlung für alle die Zeitreise gemischt mit Zukunftsszenarien mal anders erleben wollen!

 

 

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    4 Nestgeflüster zu “Rezension zu „All our Yesterdays“ von Cristin Terrill”

    1. Stephie am 24. Oktober 2013 um 11:04 Uhr

      Ja XD Hatte es letzte oder vorletzte Woche im Wochenrückblick. Die Rechte hat Lübbe erworben. Mal schauen, ob es schon in den Frühjahrsvorschauen auftaucht^^

      • Sandy am 24. Oktober 2013 um 11:23 Uhr

        Uuuuiii, Lübbe?! Ist ja toll! 😀 Da haben sie sich wieder ein gutes Buch gekrallt.

    2. Stephie am 23. Oktober 2013 um 16:12 Uhr

      Klingt toll! Werde es auf jeden Fall lesen, zwar auf Deutsch, aber darauf kommt’s ja nicht an.

      • Sandy am 23. Oktober 2013 um 20:51 Uhr

        Natürlich nicht. 😉 Weißt du denn schon, ob es ein deutscher Verlag veröffentlichen wird?

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