Rezension zu „Just One Year“ von Gayle Forman

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 5 Nestgeflüster

 

Just one year_G. Forman

Just One Year / Autorin: Gayle Forman / Seiten: 323 (Hardcover) / Verlag: Dutton Juvenile / Sprache: Englisch

 

Die Autorin…

Gayle Forman, geboren am 5. Juni 1971, ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin. Sie begann ihre journalistische Karriere beim “Seventeen Magazine” und arbeitete für große Magazine wie Cosmopolitan, Glamour, The Nation und Elle, bevor sie Autorin wurde. Im Jahre 2002 machte sie mit ihrem Mann eine Weltreise. Daraus entstand ihr erstes Buch “You Can’t Get There From Here: A Year On the Fringes of a Shrinking World”. Ihr erstes Jugendbuch trägt den Titel “Sisters in Sanity” und erschien im 2007. Danach folgten die Bücher “Wenn ich bleibe” (OT: “If I stay”) und “Lovesong” (OT: “Where she went”), welche in Deutschland bei Blanvalet erfolgreich erschienen. “Just One Day” erschien im Januar 2013 als Originaltitel bei Dutton Juvenile. „Just One Year“ ist eine Art Sequel und beschreibt die Erlebnisse von Allyson Healeys (aka Lulu) Flirt Willem de Ruiter. Gayle Forman lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York.

Website: http://www.gayleforman.com/

Facebook-Seite Just One Day/Just One Year

 

 

Der Plot…

Will erwacht in einem fremden, kahlen Zimmer. Es ist die Notaufnahme eines Pariser Krankenhauses. Willem de Ruiter weiß zunächst nicht wie er dort hingekommen ist. Er kann es nur erahnen und er weiß, dass ein Mädchen namens Lulu auf ihn wartet. Doch wie soll er sie finden? Gerade als sich die Puzzelstückchen in Wills Gedächtnis wieder zusammenfügen und er sich auf die Suche quer durch Paris macht, scheint es zu spät. Das Mädchen ist fort und Will fühlt sich verloren. Um das Gefühl der Einsamkeit hinter sich zu lassen, kehrt er zurück zu dem Ort, den er in den letzten Jahren gemieden hat. Doch auch in seiner alten Heimat lässt ihn die Erinnerung an das geheimnisvolle Mädchen, dessen Uhr er immer noch bei sich trägt, nicht los. Und so sucht Willem immer weiter nach Lulu und durchlebt eine Art Selbstfindung, welche ihn quer über den Erdball führt.

 

„…The universe, I knew, loved nothing more than balance, and here was a girl who wanted to go to Paris and here was me who wanted to go anywhere but back to Amsterdam..“

~Willem in „Just One Year“

 

 

Meiner Ansicht nach…

Ziemlich genau vor einem Jahr lernte ich in Gayle Formans Buch „Just One Day“ Protagonistin Allyson Healey kennen. Ich erlebte mit, wie sie sich an einem warmen Sommertag, welchen sie mit dem niederländischen Freigeist Willem de Ruiter in Paris verbrachte, gegen jede Vernunft verliebte. Es folgte ein Jahr voller Umbrüche für Allyson. Der Junge aus Paris war so tief in ihrem Herzen, dass ich als Leser dachte, sie würde daran zerbrechen. Und die ganze Zeit fragte ich mich, wie es wohl Willem erging. Dachte er noch an sie? Was ist aus ihm geworden?

„Just one Year“ bietet nicht nur die Antwort auf diese Fragen. Man geht mit Willem auf die Suche nach dem Mädchen, aber vor allem auf die Suche nach sich selbst. Aus Sicht des verloren wirkenden Willem, erzählt Gayle Forman seinen Weg nach diesem ganz besonderen Tag in Paris. Wie ich schon während des Lesens des ersten Buches rauslesen konnte, ist Willem ein Freigeist. Die Welt ist sein Zuhause und doch wird im Laufe der Geschichte klar, dass dieser Typ bei weitem nicht so sorglos durch die Welt reist. Was steckt hinter dem Jungen, der eine endlose Schlange Verflossener Liebhaberinnen hinter sich herzieht? Ist er wirklich nur ein egoistischer Herzensbrecher? Ohne Zweifel lässt Gayle Forman tief einblicken in die Gedanken und Emotionen Willems. Das sorgte so einige Male für Kopfschütteln bei mir, aber ich verzieh ihm auch sein Verhalten. Menschen sind halt rastlos in dem Alter. Mit der Zeit wurde mir Willem sogar richtig symphatisch. Im ersten Buch konnte ich nicht wirklich richtig nachvollziehen, was Allyson aka Lulu eigentlich an diesem Halodri fand. Doch dieser Typ ist nicht ohne Grund unnahbar. Nach dem Tod seines Vaters und der Abwesenheit seiner Mutter, fühlt sich Willem entwurzelt. Nicht selten keimte deshalb bei mir sogar Mitgefühl auf.

 

 

„I know the timbre of her laugh. I know the hear of her breath. I know the cast of moonlight against her skin.“

~Willem über Allyson in „Just One Year“

 

Überrascht war ich über die Intensität seiner Gefühle, nicht nur für >Lulu< sondern wie stark ihn der Verlust seines Vaters definiert hatte. Willems Suche, die ihn sogar bis nach Mexico und Indien führt, las sich abenteuerlich und exotisch. Und obwohl ich noch nie in diesen Ländern war, bauten sich die Bilder dieser Länder lebhaft vor meinem inneren Augen auf. Manches Mal zogen sich einige Aufenthalte unnötigerweise in die Länge, was mir leider etwas den Lesefluss nahm, aber ich war zu gespannt auf das Ende. Und ja…das Ende.

Vom Ende bin ich ehrlich gesagt im Nachhinein enttäuscht. Oder besser gesagt, von der Kürze des beschriebenen Endes. Ob sich Willem und Allyson wirklich wiederfinden, erfährt man ja bereits am Ende des ersten Buches. Wieso also entschied sich die Autorin dazu, Willems Jahr danach so volumniös zu gestalten um das Ende dann so schmal zu umschreiben? Ich versteh es nicht wirklich. Noch nicht mal eine halbe Seite und dann war’s vorbei. Ich saß da wie vor dem Kopf gestoßen, als der letzte Satz gelesen war. Und so muss ich diesem Buch leider einen Punktabzug erteilen. Das hätte Frau Gayle Forman doch besser hinbekommen. So viele Emotionen, doch ausgerechnet auf der letzten Seite kam nix mehr bei mir an.

Nichtsdestotrotz gefiel mir „Just One Year“. Es gefiel mir besser als das Sequel zu „If I stay“. Willems Gedanken- und Gefühlschaos sind authentisch und machten ihn für mich nahbarer als ich vermutet hätte. Er zeigt, wie hart es ist, den richtigen Weg für sich zu finden, wie oft man sich selbst sabotiert und wie wichtig Liebe und Familienhalt sind.

 

 

Spieglein Spieglein…

 

Just 2_collage

 

 

 

Tacheles…

Dieses Sequel aus Sicht von Willem de Ruiter war für mich im Ganzen keine Enttäuschung, dennoch bin ich um das verhunzte Ende etwas traurig. Gayle Forman hielt für mich ihr Versprechen und entführte Willem und mich auf eine abenteuerliche Reise. „Just One Year“ beschreibt sehr viel mehr als Willems Suche nach seinem Paris Flirt. Es beschreibt die Irrwege der Liebe, Vergänglichkeit von schönen Momenten, Verlust von lieben Menschen und die unbändige Lust auf das Leben.

 

 

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    5 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Just One Year“ von Gayle Forman”

    1. Crini am 8. Dezember 2013 um 21:15 Uhr

      Also ich fand das Ende so ja top, hatte da auch nicht mit mehr gerechnet. Darum ging es bei den Büchern nun mal einfach gar nicht, sondern darum, wie dieser eine Tag, den die beiden zusammen verbracht haben, ihr Leben folglich beeinflusst.
      Aber ich hab mir da auch gedacht, dass es sicher einigen so wie dir geht 😀

      • Sandy am 8. Dezember 2013 um 21:21 Uhr

        Ja, ich fand es auch interessant, Willem und Allyson jeweils zu begleiten. Trotzdem hat mich die Kürze des Endes irgendwie nicht zufrieden gestellt. Beide haben den anderen ja immer im Kopf gehabt. Da hätte ich gerne ein wenig mehr zum Schluß gehabt.
        Wie fandest du denn das davor?

        • Crini am 9. Dezember 2013 um 09:57 Uhr

          Ich fand es allgemein nicht sooo gut. Zwar mochte ich Willem sogar eigentlich lieber als Allyson, aber seine Geschichte/Entwicklung fand ich irgendwie nicht so interessant. Bei Allyson hatte ich das Gefühl, dass dieser eine Tag sie wirklich verändert hat und sie deshalb ihr Leben umkrempelt. Bei ihm dagegen war das für mich mehr rum Gejammer,wie doof doch alles ist und seine Suche nach ihr war eher unlogisch, als ob der die jemals so hätte finden können. Was sich dann in seinem Leben ändert, hätte sich so auch ohne den einen Tag ein Paris abspielen können.

          • Sandy am 10. Dezember 2013 um 19:34 Uhr

            Ich mochte Willem auch viel lieber als Allyson. Und ich find es ganz witzig, dass du bei ihm das Gejammer nervig fandest. Das fand ich bei ihr weitaus schlimmer. *haha*
            Seine halbherzige Art sie zu suchen, fand ich auch etwas doof. Typisch Mann halt. Kein Plan von nix. XD

            • Crini am 10. Dezember 2013 um 20:42 Uhr

              Ich hätte ja gerne auch noch mehr von seinen Freunden erlebt. Der hat so viele tolle Menschen um sich rum gehabt, aber die waren immer nur so kurz da und schon ist der wieder woanders hin gereist.

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