Rezension zu „The Museum of Intangible Things“ von Wendy Wunder

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

 

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The Museum of Intangible Things /
Autorin: Wendy Wunder / Seiten: 304 (Hardcover) / Verlag: Razorbill / Sprache: Englisch

 

Die Autorin…

Wenn Wendy Wunder nicht gerade schreibt und Zeit mit ihrer Familie verbringt, unterrichtet sie Yoga in Boston, Massachusetts. Im Jahr 2011 erschien mit “The Probability of Miracles” ihr Roman Debüt. In Deutschland wurde das Buch unter dem Titel “Flamingos im Schnee” beim Goldmann Verlag im März 2013 veröffentlicht. Mit „The Museum of Intangible Things“ ist im April 2014 Wendys zweites Buch in ihrer Heimat erschienen.

 

 

Der Plot…

Hannah und Zoe haben in ihrem Leben nie viel gehabt, aber sie konnten immer auf den anderen bauen. Ihre Freundschaft wurde bereits in frühen Kinderjahren mit einem gegenseitigen Versprechen füreinander besiegelt. Als Zoe also Hannah erzählt, dass sie eine Auszeit braucht und sie dazu überredet, aus der ödesten Kleinstadt New Jerseys abzuhauen, lädt Hannah sie kurzerhand in ihr schäbiges Auto und sie fahren Richtung Westen. Zurück bleiben enttäuschende Liebesbeziehungen, lebensmüde Eltern und die unweigerliche Einschreibung am Community College.

Und während sie einem Tornado hinterher jagen, sagt Zoe ihrer Freundin, dass sie sich mehr für sie wünscht als ein Leben in der Pampa mit null Zukunftsperspektiven. Hannah erhält fortan einen Einblick in Zoes „Museum der immatierellen Dinge“. Hannah werden Dinge gelehrt, wie sich rauszunehmen frech zu sein und nicht immer darauf zu achten, was andere von einen denken könnten. Doch während Zoe ihrer Freundin Mut macht, sich zu verwirklichen, verliert sie wiederum mehr und mehr den Bezug zu sich selbst.

 

 

Meiner Ansicht nach…

Das zweite Buch der amerikanischen Autorin Wendy Wunder zu lesen, war für mich eine Überraschung. Der Plot verspricht eine Geschichte zweier Mädchen, die auf eine Reise gehen um sich selbst besser kennen zu lernen. Oberflächlich wirkt es wie ein Selbstfindungstrip. Doch welche Schwierigkeiten sie mit in das Auto packen, wird natürlich erst Stück für Stück enthüllt. Und diese Probleme haben es in sich. Wendy Wunders neues Buch beschreibt nicht nur einen netten Roadtrip, sondern beschäftigt sich mit dem Thema Nervenkrankheit und wie die Umgebung darauf reagiert.

Hannah und Zoe sind sich nicht sehr ähnlich. Hannah ist eine Ordnungsfanatikerin, hat einen genauen Ablaufplan für ihre Zukunft und koordiniert diese schon seit Jahren alleine durch. Immer ist sie für alle da und steckt selber immer wieder zurück.
Ihre beste Freundin Zoe hingegen ist eine Künstlerin, geprägt von Chaos und Impulsivität. Sie pfeifft auf das was andere von ihr halten und ist für jede Verrücktheit zu haben. Was also verbindet die beiden jungen Mädchen?
Es ist eine tiefe Freundschaft. Sie sehen sich als seelenverwandt und kennen den anderen auswendig. Seit Jahren kümmern sich die Mädchen umeinander. Die Eltern sind geschieden und mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, als sich wirklich um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern. Hannah ist Zoes Anker, wenn diese mal wieder den Bezug zu sich verliert. Zoe ist ein schwieriger Charakter, der sicher bei einigen Lesern für Stirnrunzeln sorgen wird. Ich selbst hatte auch meine Schwierigkeiten mit dieser Figur klar zu kommen, was ihrem geistigen Zustand zu zu schreiben ist.

Die Dynamik der Mädchen war sehr authentisch und ihre witzigen, schrulligen Dialoge haben mich sehr unterhalten. Je mehr Kilometer Hannah und Zoe zurücklegen, umso verrückter werden ihre Eskapaden. Überwiegend sind diese auf Zoe’s Mist gewachsen. Kein Wunder also, dass sich Hannah irgendwann mehr sorgt als amüsiert. Ich fühlte sehr mit Hannah, weil sie sich so sehr darum bemühte Zoe bei sich zu behalten und wieder „zurück zu holen“. Denn für sie ist Zoe ihre Familie.

Weshalb „The Museum of Intangible Things“ von mir nur 3,5 Bewertungspunkte bekommen kann, ist wohl dem Ende zu verdanken. Hier fehlte mir die Balance zum Rest des Buches. Da stimmte für mich etwas nicht mehr richtig. Ich vermisste etwas die Tiefe von der Hannah zuvor sprach.

Alles in allem wirft Wendy Wunders zweites Buch ein gekonntes Bild auf die Kraft der Freundschaft und die Opfer, die man bereit ist, dafür zu geben. Die Autorin gibt einen realistischen Einblick auf Menschen, die psychisch labil sind und wie Freunde und Familie darauf reagieren. Mir gefällt die Intensität und Message der Autorin.

 

 

Tacheles…

Wendy Wunders zweites Buch ist eine Geschichte eingehüllt in humorvollen, sarkastischen Dialogen und bietet zugleich eine gewisse Schwere. Wer grundsätzlich einen leichten, romantischen Roadtrip machen möchte, sollte nicht in das Auto der Mädels steigen. Denn die Reise von Hannah und Zoe quer durch die Staaten ist verwirrend und die Handlung – dank Zoe’s geistigem Zustand – bisweilen äußerst abgedreht. In „The Museum of Intangible Things“ gehen zwei Freundinnen einen sehr schmalen Grad um sich selbst zu finden und ihre Freundschaft bis zum äußersten auszutesten.

 

 

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    6 Nestgeflüster zu “Rezension zu „The Museum of Intangible Things“ von Wendy Wunder”

    1. Ric am 3. Mai 2014 um 12:49 Uhr

      Ich glaube, ich werde hier dann wohl doch eher auf das Paperback warten :/ Bisher habe ich nur so mäßige bis mittelmäßige Rezensionen gelesen. Schade, aber ich glaube meine Erwartungen sind nach Probability of Miracles auch irgendwie zu hoch, aber das werde ich demnächst dafür nochmal lesen <3

      • Sandy am 4. Mai 2014 um 18:24 Uhr

        TPoM war für mich kein 5 Sterne Buch, deshalb hatte ich mich hier auch auf keine mega hohe Bewertung eingestellt. Es ist ein interessantes Buch, aber hat auch Schwächen. Daher kann ich dein Warten auf das PB auch verstehen.

    2. Jueli am 27. April 2014 um 22:45 Uhr

      Psychologie Studentin Modus: AN! 😀 HABEN! LESEN!
      Das Buch steht auf meiner WuLi, seitdem Marie es mal vorgestellt hat, aber jetzt möchte ich es unbedingt lesen… obwohl ich Angst habe, dass es mich enttäuscht! Aber das Cover ist wirklich schön und es verspricht zumal etwas besonderes zu werden!

      Alles Liebe! 🙂

      • Sandy am 28. April 2014 um 20:12 Uhr

        Hmmm…na, ich hoffe jedenfalls, dass dich das Buch nicht enttäuscht, Einen Versuch wäre es aber wert. Gut ist es bestimmt. 😉

    3. Captain Cow am 27. April 2014 um 15:49 Uhr

      Mit dem Wort „Nervenkrankheit“ und „psychische Instabilität“ hast du mich jetzt richtig geködert, wusste gar nicht, dass das in dem Buch auch eine Rolle spielt und habe fälschlicherweise immer angenommen, dass es einfach um eine Freundschaft und einen Roadtrip geht (was mich bei Wendy Wunder auch schon genug reizen würde). Jetzt rückt es gerade mal ein ganzes Stück höher auf der Wunschliste. Vielleicht erscheint ja das Taschenbuch bald, das wäre praktisch 😀

      • Sandy am 27. April 2014 um 16:01 Uhr

        Genau das hatte ich auch angenommen und war entsprechend verblüfft. Der Klappentext führt einen da schon etwas an der Nase herum. 🙂
        Freundschaft spielt natürlich hier eine tragende Rolle. Auch Liebe kommt vor, aber es wird sehr viel intensiver das Verhältnis zwischen Hannah und Zoe behandelt. Und ein easy Roadtrip ist es sicher nicht.
        Deine Meinung würde mich auf jeden Fall sehr interessieren. 😀

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