Rezension zu „The Merciless“/“Die Unbarmherzigen“ von Danielle Vega

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

 

The Merciless_Vega


The Merciless (The Merciless #1) /
Autor: Danielle Vega / Seiten: 279 (Hardcover) / Verlag: Razorbill / Sprache: Englisch

Die Autorin…

Danielle Vega verbrachte ihre Kindheit versteckt unter ihrer Bettdecke, während ihre Mutter Geschichten aus Stephen-King-Romanen nacherzählte, anstelle von Märchen über Prinzessinnen und Zwerge. Jetzt, als Erwachsene, kann sie an einer Hand abzählen, wie oft sie wirklich vor etwas Angst hatte. Danielle hat zahlreiche Preise erhalten, für Belletristik wie auch Sachliteratur, darunter die Nominierung für den Pushcart Prize 2009 für ihr Buch Drive. Sie lebt in Brooklyn.

 

 

Der Plot…

Sofia ist neu in der Schule und dankbar, als sich die nette Riley ihrer annimmt. Riley und ihre Freundinnen Grace und Alexis haben alles, was man sich wünscht. Sie sind überall beliebt, gut aussehend und kommen aus den besten Familien der Stadt. Und sie fühlen sich dazu berufen, ihre rebellische Mitschülerin Brooklyn wieder auf den rechten Weg zu bringen. Denn hinter der herablassenden Art des unangepassten Mädchens verbirgt sich – ihrer Meinung nach – etwas abgrundtief Böses, davon sind Riley und ihre Clique überzeugt. Riley will Brooklyns Seele retten und Sofia soll ihr dabei helfen. Was zunächst wie ein harmloser Streich scheint, entwickelt sich zu einem Albtraum, aus dem es für Sofia schon bald kein Entrinnen mehr gibt. Sie wird in einen Strudel aus Gewalt und Vergeltung gezogen.

 

 

Meiner Ansicht nach…

Bevor ich tiefer auf meine Eindrücke zu „The Merciless“ eingehe, sei vorweg genommen, dass die Geschichte durch und durch Horrorszenarien bietet. Dieses Buch ist nichts für Warmduscher. Die hartgesottenen Leser werden beim lesen nicht unbedingt ins bodenlose stürzen, aber dafür, dass es sich bei Danielle Vegas‘ Debüt um ein Jugendbuch handelt, geht es doch ziemlich ruppig und blutig zur Sache. Da wird gefoltert, geschnibbelt, geritzt und im gleichen Atemzug aus der Bibel zitiert, was das Zeug hält.

„The Merciless“ ist ein dünnes Buch, in welchem die Einführung sehr kurz ist und die Handlung schnell vorangetrieben wird.
Obwohl die Geschichte aus der 1. Person erzählt wird, wahrt die Protagonistin etwas die Distanz. Ein Detail, woran sich andere Leser womöglich reiben könnten. Mich störte es nicht, da die Handlungen doch sehr explizit sind und dadurch die Auflösung mehr hermacht. Außerdem spielt sich ein Großteil des Plots in einer einzigen Nacht ab. Während der Horror und Schockwert in die Höhe schnellt, wird an der Entwicklung der Figuren etwas gespart. Wer also nach einer schaurigen Geschichte mit tiefschürfenden, zwischenmenschlichen Begegnungen sucht, wird hier nicht fündig. Aber gerade das gefiel mir hier ganz gut. Ich wollte mich gar nicht so sehr in die kranken Köpfe dieser Mädchenclique reinfühlen können.

Protagonistin Sofia ist nicht Teil dieser Clique, auch wenn sie es (zunächst) gerne werden möchte. Sie wird als Mittel zum Zweck für die geplante „Prozedur“ an dem rebellischen Mädchen Brooklyn benutzt. Doch wer ist Sofia genau? Man erfährt, dass sie mit ihrer Mutter – eine Angestellte der US-Army – und ihrer Großmutter oft umziehen muss. Etwas geschah in Sofias Vergangenheit. Was genau passierte, erfährt man erst auf den letzten Seiten des Buches. Mitunter bietet uns jedoch Protagonistin Sofia auf die gesamte Buchlänge verteilt, Flashbacks. Und auch die paar Szenen mit ihrer Großmutter jagten mir kleine Schauer über den Rücken.

„The Merciless“ ist kein Buch, in dem man sich eine Sympathie-Person rauspickt. Damit würde man es auch schwer haben, denn jedes der Mädchen – seien es die ach so frommen Südstaaten Ladies, Schandfleck Brooklyn oder die sehr undurchsichtige Sofia – hat ein kleines (oder großes) schmutziges Geheimnis. Die Autorin geht unweigerlich in ihrem Debüt auf die dunkle Seite des Menschen ein und was geschieht, wenn diese den Menschen vollkommen zu beherrschen beginnt. Bis zur letzten Seite spritzt, in welcher Form auch immer, Blut. Das Ende ist, wie alles andere im Plot, nicht zuckersüß sondern bietet einen schlechten Beigeschmack. Mir gefiel das sehr gut. Die Autorin hielt sich die Option offen, die Geschichte weiterzuschreiben…was sie wohl auch tun wird.

 

 

Spieglein Spieglein…

Während das englische Original als reines Hardcover ohne Schutzumschlag und mit Rough Cut zu überzeugen weiß, wurde vom deutschen Bloomoon Verlag auf ein Taschenbuch Format zugegriffen, welches jedoch nicht weniger Pink ist.

 

Die Unbarmherzigen

 

 

Tacheles…

Klein-Mädchenstreiche? Weit gefehlt. In THE MERCILESS geht es buchstäblich gnadenlos und brutal zur Sache. Mit einer Mischung aus Der Hexenclub, Girls Club, Pretty Little Liars und einem Touch Carrie, macht Danielle Vegas ihr Debüt zu einem schaurigen Genuss. Wer auf der Suche nach einem Jugendbuch mit dunklem Plot und sehr gestörten Charakteren ist, die keine Grenzen kennen, kann sich dieses pinke Schätzchen in jedem Fall zu Gemüte führen.

 

In Deutschland unter dem Titel DIE UNBARMHERZIGEN erschienen beim arsEditions Imprint Bloomoon.

Erworben bei: The Book Depository 

 

 

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    6 Nestgeflüster zu “Rezension zu „The Merciless“/“Die Unbarmherzigen“ von Danielle Vega”

    1. Lea am 25. November 2014 um 22:08 Uhr

      Hi du,
      ich bin gerade so froh, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin! Habe das Buch vom Verlag bekommen und eben erst auf Seite 170 abgebrochen. Ich.Kann.Das.Nicht.Lesen. Das ist mir echt zu krank :/ Hätte nie im Leben so was krasses erwartet…

      LG,
      Lea

    2. Henni am 13. Oktober 2014 um 14:52 Uhr

      Hey Sandy!

      Ich bin ja schon froh mit meiner Meinung nicht alleine zu stehen. Deine Rezension dazu ist super! Ich verlinke sie auch glatt in meiner Rezension als Lesenswert. 😀
      Kann allerdings noch ein Weilchen dauern, bis sie veröffentlicht wird.

      Ich fand dieses Buch durchweg krank.

      Liebe Grüße
      Henni

      • Sandy am 14. Oktober 2014 um 08:07 Uhr

        Danke dir! Kannst du gerne machen. Bin gespannt auf deine Rezi. 😉
        Liebe Grüße

    3. Sebastian am 31. August 2014 um 19:33 Uhr

      Hmm… auf dem Foto sieht das HC in Pink gar nicht mal mehr sooo schlimm aus 😀

      Aber ich glaube ich warte da auf jeden Fall noch ab wie die PB-Ausgabe aussieht und entscheide mich dann, lesen werde ich es aber früher oder später wohl auf jeden Fall – ruppig und blutig ist immer gut ^^

      • Sandy am 1. September 2014 um 19:50 Uhr

        Sonst nimm doch das eBook. Da hast du das Cover in s/w. 😉

        • Sebastian am 1. September 2014 um 22:08 Uhr

          Ach nee, als eBook hol‘ ich mir wirklich nur die ganz hässlichen oder peinlichen Sachen, das hätte ich schon ganz gerne in irgendeiner Form im Regal stehen 😀

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