Rezension | „Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meines Zimmers gibt“ von Melissa Keil

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 7 Nestgeflüster

Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb...


Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meines Zimmers gibt

Autorin: Melissa Keil

Seiten: 384 (Taschenbuch)

Verlag: cbt

Sprache: Deutsch

ISBN:  978-3-570-30932-2

 

 

Die Autorin…

Melissa Keil lebt in Melbourne, Australien, und ist ein totaler Buch-Nerd. Nach ihrem Studium der Filmwissenschaften und Volkskunde, arbeitet Melissa heute als Lektorin von Kinderbüchern. Ihre freie Zeit verbringt sie mit lesen, schreiben und YouTube-Videos. Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meines Zimmers gibt ist ihr großartiges Debut. Es verbindet alles, was Melissa liebt, zum Beispiel Filme, Musik, Karate, das Astor Theatre in Melbourne, Star Wars und anderen Geek-Kram.

 

 

Der Plot…

Sam Kinnison ist ein Geek, und das ist auch gut so. Er liebt Horrorfilme, seine Nerd- Freunde, World of Warcraft zu zocken – und solange Prinzessin Leia nicht höchstpersönlich in seinem Zimmer steht, sind ihm Mädchen einfach schnuppe. Doch dann tritt Camilla Carter in sein Leben. Sie ist wunderschön, wahnsinnig nett und bei allen beliebt. Camilla wird keine Rolle in seinem Leben spielen, denkt Sam. Doch die sieht das ganz anders. Sie taucht zum „Leidwesen“ Sams plötzlich überall da auf, wo er ist. Das führt nicht nur zu Verwirrung in Sams durch kalkulierten Tagesabläufen, sondern stürzt seine gesamte Clique in ungewohntes Chaos…

 

 

Meiner Ansicht nach…

Es gibt Bücher, die sind dazu prädestiniert in sie hinein zu kriechen. Das Debüt der australischen Autorin Melissa Keil mit dem klangvollen (und sehr laaaangen) deutschen Titel „Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meines Zimmers gibt“, ist so ein Schatz.

Wann habe ich das letzte Mal so wortgewandte Situationskomik in einem Buch vorfinden können? Ich kann mich nicht erinnern. Melissa Keils Figuren sprühen nur so vor Leben und trockenem Humor. Protagonist Sam und seine Clique sind Streber. Ja, sie sind echte Waschlappen. Und sie sind stolz drauf. So tickt ihr Universum nun einmal. Und wer in ihre Umlaufbahn kommt, muss es einfach schlucken.

Sam Kinnison ist die Hauptfigur und angehender Drehbuchautor, am liebsten für Horrorfilme. Er und seine Freunde -Mike der homosexuelle Karate Champion, der überlaute schokisüchtige Adrian und die schüchterne Manga lesende Allison, stellen sich täglich dem High School Terror. Es herrscht Krieg zwischen ihnen und den gehirnlosen, beliebten „Arschnasen“. Doch dann kommt Camilla Carter an die Schule und die Karten werden neu gemischt. Sam ist gleichermaßen fasziniert und angewidert von den Entwicklungen, die sich vor seinen Augen abspielen.

Die Geschichte aus Sams Perspektive erzählt zu bekommen, empfand ich als erfrischend. Er ist ein nachdenklicher Typ, der unheimlich witzige und trockene Gedankengänge hat. Für ihn ist es ganz natürlich, dass er ein Nerd ist. Für Sam und seine Clique gab es nie etwas anderes. Sie wollten niemals woanders hinzu gehören. Die schrulligen Sprüche und das liebenswerte Geplänkel machen diese Truppe sehr authentisch. Gleichzeitig quält sich Sam aber mit dem Teenager-Dasein und wurde dadurch sehr nahbar. Mit zu erleben, wie er sich in Camilla verliebt und mit Händen und Füßen dagegen wehrt, war urkomisch und süß.

Apropos: Camilla, das Mädchen, welches alles in ein großes Chaos stürzt. Bei ihr habe ich befürchtet, dass sie mir auf die Nerven gehen könnte. Der Störenfried, der sich überall einmischt. Jeder liebt sie, egal ob die beliebten Schönheitsdeppen, der Schachclub oder das Ballkommitee. Aber nein, ich schloss sie, wie alle, zunehmends ins Herz.

An dem Debüt von Melissa Keil stimmte für mich alles. Der Erzählstil war wunderbar dicht und gespikt mit vielen amüsanten Metaphern. Zum Schluss wurde es zwar etwas sehr kitschig, aber auch das konnte ich leichten Herzens ignorieren.

Dieses Buch ist eine uneingeschränkte Empfehlung für alle Fans der Serie THE BIG BANG THEORY, von STAR WARS und/oder DOCTOR WHO.

 

 

Tacheles…

Melissa Keils Debüt ist eine witzige und unglaublich liebenswerte Geschichte, mit sehr lebhaften und sympathischen Figuren. Dieses Buch ist der Beweis, dass aus der Rolle zu fallen, die schönsten Erfahrungen mit sich bringt. Kurzweiliger Lesespaß ist hier garantiert!

 

cbt Verlag | Mayersche

 

 

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    7 Nestgeflüster zu “Rezension | „Der Beweis, dass es ein Leben außerhalb meines Zimmers gibt“ von Melissa Keil”

    1. Captain Cow am 9. Februar 2015 um 17:15 Uhr

      Ach wie toll, dass dir das auch so gut gefallen hat. Für mich war es eins der Highlights 2014 und ich war, so wie du, richtig beeindruckt vom Wortwitz, von Sam und seinen Freunden und von Camila, deren Beliebtheit ich richtig gut nachvollziehen konnte.
      Bin mal gespannt, ob „The Adventures of Cinnamon Girl“, das andere Buch der Autorin, auch so einschlagen wird. Aber Miss Bookiverse war ja nicht so beeindruckt davon :S Hast du vor, das auch noch zu lesen?

      • Sandy am 10. Februar 2015 um 11:51 Uhr

        Fand es besonders schön, dass hier die Figuren konstant symphatisch rüberkommen. Das schafft nicht jeder Autor. So manches Mal gehen dann die Figuren in eine eher nervige Richtung. Hier war das bis zum Schluss nicht der Fall.
        Das zweite Buch von der Autorin habe ich mir noch nicht näher angeschaut. Mache ich mal bei Gelegenheit. 😉

    2. Windsprite am 6. Februar 2015 um 20:12 Uhr

      Ha, Hört sich wohl nach einem Buch an, mit dessen Hauptfigur ich mich uneingeschränkt identifizieren könnte… Star Wars Fan, Nerdclique… :’D

    3. Fabian am 5. Februar 2015 um 19:08 Uhr

      Oh Mann, das klingt so cool und abgedreht, ganz nach meinem Geschmack 😀
      Ich wollte es schon längere Zeit auf englisch lesen, aber leider kommt an die australische Ausgabe mit dem tollen Cover ja leider nicht ran T__T
      Vielleicht hole ich es mir einfach, wenn ich mich das nächste Mal dazu aufraffen kann in die Buchhandlung zu gehen xDD
      Tolle Rezension auf jeden Fall, die macht unheimlich Lust auf das Buch 🙂

      • Sandy am 6. Februar 2015 um 11:06 Uhr

        Da bin ich absolut für. Ich kann es dir ohne einen Funken Zweifel großmütig empfehlen und bin mir auch sicher, dass es dir sehr gefallen würde.
        Also, auf in die Buchhandlung. 🙂

    4. Kasia am 2. Februar 2015 um 22:14 Uhr

      Kommt man nach dieser Rezi noch drumherum das Buch nicht zu lesen? Ich glaube nicht 🙂

      Liebste Grüße,
      Kasia

      • Sandy am 3. Februar 2015 um 09:09 Uhr

        Das will ich doch hoffen, liebe Kasia. 😉

        Liebe Grüße
        Sandy

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