Rezension | „Back to blue“ von Rusalka Reh

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back to blue

Back to blue

Autorin: Rusalka Reh

Seiten: 208 (Hardcover)

Verlag: Magellan

Sprache: Deutsch

ISBN:  978-3734856068

 

 

 

Die Autorin…

Rusalka Reh, 1970 in Melbourne / Australien geboren, in Deutschland aufgewachsen, studierte Diplom-Heilpädagogik und Kunsttherapie in Köln. Sie war zunächst am Musischen Seminar der Hochschule tätig, später arbeitete sie als Kunsttherapeutin in den Städtischen Kinderheimen. Seit 2000 ist sie freie Autorin, schreibt Lyrik und Prosa und hat neben Büchern für Kinder und Erwachsene auch zahlreiche Texte in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht.

 

 

 

Der Plot…

Ein glückliches unbeschwertes Familienidyll – so etwas kennt die junge Kid nicht. Sie lebt in einem schönen Haus, wird jedoch täglich von ihren Eltern daran erinnert, dass sie eigentlich nur im Weg ist. Kid hat gelernt, sich möglichst oft unsichtbar zu machen. Keine Aufmerksamkeit erregen. Mucksmäuschenstill sein. Die Deckung halten. Doch dann lernt sie Maxim kennen. Bei ihm erfährt Kid zum ersten Mal was Glück ist. Doch ihre Eltern gönnen ihr dieses Glück nicht. Erst nach und nach begreift Kid, dass Träume nur wahr werden, wenn man um sie kämpft.

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

Wie kann man sich das Leben eines Kindes/Teenagers vorstellen, wenn die Eltern es eigentlich nur als Klotz am Bein sehen und immer wieder demütigen? Das Schmerzen nicht unbedingt physisch zugefügt werden müssen, bringt die Autorin Rusalka Reh dem Leser in Form ihres Buches „Back to blue“ näher.

Blau war immer die Lieblingsfarbe der Hauptfigur Kid. Bis ihr ihre Mutter das mit Schimpftiraden und Beleidigungen ausredete. Kids Mutter und Vater sind generell darum bemüht, ihrem einzigen Kind alles madig zu machen. Bloß nichts falsch machen, den Kopf einziehen und nicht zu viel sagen. Viel zu sehr sind ihre Eltern mit sich und ihren Bedürfnissen beschäftigt. Doch das junge Mädchen versucht das Beste daraus zu machen.

In Tagebuch Form lässt die Protagonistin einblicken in ihr unterkühltes Zuhause, ihr lichterloh brennendes Herz und die aufblühende Liebe zu Maxim. Beide sind begeistert von Lyrik und schreiben einander Gedichte. Doch das junge Glück steht unter keinem guten Stern, denn plötzlich zeigen Kids Eltern reges Interesse am Leben ihrer Tochter. Um es zu zerstören…

„Back to blue“ zeigt durch einen eher leisen, aber einprägsamen Ton, wie grausam psychischer Terror und Kontrolle sein kann. Sicherheit und Geborgenheit ist in Kids Welt fehl am Platz. Und doch steckt in der Hauptfigur immense Hoffnung, vielleicht auch eher ungemeine (bisweilen nervige) Naivität. Das kommt auf die Sichtweise an.
Das junge Mädchen glaubt an die Liebe und an das Gute im Menschen. Das dieser Glaube ihr auch wieder Gutes zurückgeben kann, scheint für sie aber surreal. Das Maxim sie liebt, sieht sie als ein Wunder und versteht nicht, wenn jemand ohne Hintergedanken ihr helfen möchte. Das empfand ich als unfassbar traurig. Der prosaische Erzählstil wird untermalt durch kleine Gedichte, lyrische Ferse, und zugleich moderner Jugendsprache. Manchmal wunderte es mich, wie stark hin und her geswitscht wurde, zwischen modernem Jargón und Lyrik auf hohem Niveau. Das passte für mich nicht immer so recht zum Wesen und Reife der Hauptfigur.

Das letzte Drittel wirkte auf mich auch zeitweise etwas zu realitätsfern. Die Auflösung gefiel mir. Hier ließ die Autorin dem Leser Interpretationsspielraum.Die Message; nicht „back to black“, sondern „back to blue“. Sei du selbst und schreie es raus, denn irgendwann hast du nichts mehr zu verlieren.

 

 

Spieglein Spieglein…

Wie immer kann man auch bei dieser liebevollen Gestaltung nur staunen. Es erinnert mich sofort an das Muster von Kids Lieblingskleid. Natürlich auch an ihre Lieblingsfarbe.

 

 

back to blue_collage

 

 

Tacheles…

BACK TO BLUE könnte von der Thematik her eigentlich sehr bedrückend wirken. Tut es aber aufgrund Kids naivem, aber auch lebensbejahendem Wesen, kaum. Rusalka Reh gibt ihrer Hauptfigur eine nachdenkliche und poetische Stimme. Sie zeigt, dass man trotz Gefühlslosigkeit im Elternhaus, sehr viel Liebe und Hoffnung in sich tragen kann.

 

 

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