Rezension | „Abschied für immer und nie“ von Amy Reed

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Abschied für immer und nie_Reed

 

Autorin: Amy Reed/ 320 Seiten / Hardcover / Verlag: HarperCollins Germany/ OT: Invincible / auch erhältlich bei: Buchhaus SternVerlag, Bücher.de

 

 

Die Autorin…

Amy Reed, geboren und aufgewachsen in und um Seattle, hat vor ihrem 18. Lebensjahr acht Schulen besucht. Die häufigen Umzüge haben sie rastlos gemacht. Nach dem Abschluss der Film-Hochschule in an Francisco hat sie ihren Master in Creative Writing.

 

 

Der Plot…

Was die krebskranke Evie noch will, ist eine letzte Reise. Noch einmal das Adrenalin in den Adern spüren. Noch einmal auf den Rat ihrer Freundin Stella hören: Lebe wagemutig. Aber die Flucht aus der Klinik wird alles verändern. Evie fällt es unsagbar schwer, in die Welt der Gesunden zurück zu finden. Bis sie Marcus trifft. In seiner Nähe fühlt sie sich lebendig. In seinen Exzessen, seinen fantastischen Höhenflügen. Nur ahnt sie nicht, dass sie nur einen Schritt vor dem Abgrund steht?

 

 

Meiner Ansicht nach…

Schon lange hatte ich kein Buch mehr mit dem Schwerpunkt Krebs gelesen. Daher schnupperte ich neugierig in die Leseprobe von ABSCHIED FÜR IMMER UND NIE und beschloss, dem Buch gerne meine Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Einstieg in die Welt von Protagonistin Evie las sich auch sehr emotional und traurig. Evie leidet an eine seltene Form von Krebs, die vor allem bei Kindern vorkommt und bei ihr äußerst aggressiv fortschreitet. Die Autorin gibt zu Beginn einen nachvollziehbaren Einblick in den Alltag einer Krebspatientin. So war es sehr einfach für mich, einen Bezug zu Evie und ihre Mitmenschen aufzubauen. Für sie steht nach den niederschmetternden Neuigkeiten des Arztes fest, dass sie die Welt draußen – sprich Familie und Freunde – nicht mehr wiedersehen wird. Für die Familie erlischt die letzte Hoffnung, doch das Mädchen selbst bereitet sich innerlich auf die letzten Wochen ihres Lebens vor. Sie träumt davon endlich friedlich und schmerzfrei einzuschlafen.

Doch zuvor haben ihre Freunde, Stella und Caleb (sie leiden auch an Krebs), im Krankenhaus noch eine Überraschung für Evie parat. Eine unvergessliche Nacht, die jedoch tragisch endet, denn entgegen der Prophezeiung der Ärzte verschlechtert sich folglich nicht Evies Zustand rapide, sondern der von Stella. Die Wende ist hart und hinterlässt in Evie ein großes Loch. Während um sie herum helle Aufregung über eine Besserung ihres Gesundheitszustandes herrscht, wünscht Evie sich Stella zu folgen. Das Schicksal hat hingegen andere Pläne für sie. Die Wucht der Wende wurde ab der Hälfte des Buches immer tragischer. Die Sympathie, welche Evie mühelos von mir bekam, bröckelte Stück für Stück dahin. Amy Reed wählte für ihre Hauptfigur den erbarmungslosen Weg. Nichts machte sie ihr einfach. Von einer tödlichen Krankheit, zur Abkapselung und Drogenexzessen. Die Autorin brachte Evie schlichtweg außer Kontrolle und mein Verständnis ging irgendwann flöten. Ein Happy-End sollte man ja generell bei solch einer Lektüre nicht erwarten, aber ich habe mir mehr Feingefühl von der Autorin erhofft. Für mich funktionierte das Thema Krebs und Drogen in dieser dargestellten Form auch nicht.

So empfinde ich im Nachhinein auch den Klappentext, sowohl für die englische als auch die deutsche Ausgabe, als unglücklich formuliert. Natürlich gibt es auch ganz andere (begeisterte) Stimmen. Für mich begann dieses Debüt auch äußerst vielversprechend, nahm jedoch einen über-dramatischen Verlauf an. Die Message verstehe ich in gewisser Form, aber die Vorgehensweise der Autorin erscheint mir einfach zu brutal. Und das Ende war mir auch zu kryptisch.

Die Fortsetzung, welche im März 2016 in Englisch erscheinen soll, werde ich mir aus diesem Grund leider nicht zulegen.

 

 

Tacheles…

Nach einem sehr gelungenen Einstieg und einer starken ersten Hälfte, machte die Protagonistin eine verheerende Wendung. Diese Wendung zerrte unheimlich an meinen Nerven und ich verstand die Intention der Autorin für den Weg ihrer Protagonistin irgendwann nicht mehr. Letztendlich war ich fast erleichtert, als der Abschied kam, denn ich ärgerte mich am Ende nur noch. Äußerst schade.

 

 

Für die freundliche Bereitstellung des Exemplars gegen eine ehrliche Meinung, bedanke ich mich bei HarperCollins Germany und literaturtest.de!

 

 

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