Rezension | „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ von Mechthhild Gläser

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Autorin: Mechthild Gläser / Umfang: 416 Seiten / Format: Hardcover / Verlag: Loewe / erhältlich bei: Bücher.de, mayersche.de

 

Der Plot…

Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr.
Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu „korrigieren“. Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte.
Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.

 

Mein Resumé…

Seit Erscheinen der Schattenwelt-Dilogie (im Jahr 2012/2013) und dem wunderbaren Einzelband DIE BUCHSPRINGER (erschienen im Februar 2015), gehört Mechthild Gläser für mich zu den Autoren, deren Bücher automatisch Einzug im Bücherregal erhalten. Auch Mechthilds aktuellster Streich EMMA, DER FAUN UND DAS VERGESSENE BUCH verspricht kurzweilige Unterhaltung für junge Leser und ältere, die im Herzen jung geblieben sind. Das die Autorin selbst leidenschaftliche Leserin ist, merkt man an den Ideen die in ihre Werke fließen. Sei es drum, das sie sich in ihrer Dilogie unter anderem durch »das Nichts« aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ inspirieren ließ. Oder sie in den Buchspringern Figuren aus klassischen Märchen und Dichter, neues Leben einhauchte.

Auch in ihrem neuen Jugendbuch spielt Literatur eine gewichtige Rolle. Herd des eigentlich gut organisiertem Alltags von Protagonistin Emma, ist ein altes Buch welches ihr während einer Putzaktion in die Hände fällt. Alsbald Emma entdeckt, welche Wirkung der Schinken freigibt, ist sie nicht mehr zu bremsen. Doch die Auswirkungen sind über kurz oder lang nicht immer positiv.

Es werden in der Geschichte unter anderem die Persönlichkeiten der Figuren aus Werken von Jane Austen gespiegelt. So liegt der Vergleich zwischen dem Wesen der Hauptfigur Emma und Darcy de Winter, sicher nahe. Darcys Charakter [und sein Name] wurde durch seine Überheblichkeit und schlechte Laune an eine der bekanntesten männlichen Figuren gelehnt, Mr. Darcy. Die Antipathie zwischen den Beiden war sehr erfrischend dargestellt. Es schwingt viel „Stolz“ und „Vorurteil“ zwischen den beiden Streithähnen, was eine Parallele zu Jane Austens wohl bekanntestem Werk mit sich zieht.
Es ist jedoch nicht nötig, die Werke Austens zu kennen um „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ zu einem Vergnügen werden zu lassen. Emma hat einen starken und hinreißendes Charakter, der mich begeisterte. Und Darcy de Winter wollte ich, genau wie die junge Heldin, oftmals gerne gegen die Wand klatschen. Es war sehr spannend, die traurige Geschichte der de Winters zu verfolgen. Auch das stimmungsvolle Setting – das Internat Schloss Stolzenburg – gefiel mir unheimlich gut. Es transportiert den Leser in das 18. Jahrhundert zurück. So machte es mir Spaß mit Emma & Co. sich in längst vergessene Winkel des Schlosses und unterirdische Geheimgänge, auf Spurensuche zu begeben.

In dieser Geschichte werden durch das Buch und die Legende um den Faun magisch-fantastische Elemente, mit unserer normalen Gegenwart sehr gekonnt verschmolzen. Das vergessene Buch (auch »Chronik« genannt) gibt den Figuren und dem Leser viele Rätsel auf. Es übt eine [gefährliche] Macht aus, der auch Emma droht zu verfallen.

Die Gestaltung des Buchumschlags ist mal wieder ein Fest für das lesende Auge. Farbenprächtig, detailverliebt und sehr passend zum Inhalt. Die silbernen Blättchen sind übrigens nicht nur ein Hingucker, sondern ein wichtiges Detail in der Handlung.

Ein Manko hat die Erzählung jedoch: das Ende, welches meinem Empfinden nach, viel zu schnell abgewickelt wurde. Auch der Mittelteil hatte kleine Längen. Das empfand ich als etwas schade. Nichtsdestotrotz hatte ich meine helle Freude an dem Jugendbuch und werde mir daher das nächste Projekt der Autorin, auch wieder näher anschauen wollen.

 

Tacheles…

Mechthild Gläsers neues Jugendbuch Abenteuer liest sich, wie ich es erwartet hatte, jung und frisch. Trotz kleiner Längen und einem abrupten Ende, hatte ich beim Lesen meine Freude. Emma bei ihrer Suche nach dem Faun zu begleiten und dem Geheimnis der Chronik auf die Spur zu kommen, trägt zum Spannungsteil bei. Das vorab platzierte Versprechen, dass die Autorin hier von Jane Austen inspiriert wurde, spiegelte sich vor allem in Emmas und Darcy de Winters Wesen wieder. „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ ist eine süße, abenteuerliche Geschichte und für die Zielgruppe wieder eine ganz wunderbare Lektüre!

 

Meine Rezensionen zu DIE BUCHSPRINGER und SCHATTENWELT-DILOGIE 1 & 2

 

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