Rezension zu „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ von L. Oliver

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

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Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Autorin: Lauren Oliver

Übersetzung: Katharina Diestelmeier

448 Seiten

Verlag: Carlsen

 

 

 

Die Autorin

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Lauren studierte an der New York University Philosophie und Literatur und arbeitete anschließend kurze Zeit in einem New Yorker Verlag, bevor sie sich ausschließlich auf das Schreiben konzentrierte. Im September 2010 erschien ihr Debütroman »Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie« (Originaltitel »Before I Fall«). Voraussichtlich im November 2011 erscheint ihr zweites Buch »Delirium« ebenfalls im Carlsen Verlag. Sie lebt in Brooklyn, New York.

 

Buchinhalt

Samantha Kingston hat alles. Sie gehört zur angesagtesten Clique, ist hübsch, beliebt und geht mit Rob Cokran, dem angesagtesten Typen an der Thomas-Jefferson-Highschool. Die größten Gedanken, die sich Sam am 12. Februar macht sind: 1. wird sie genug Rosen bekommen um ihren Beliebtheitsstatus zu untermauern? Und 2. ihr erstes Mal mit Freund Rob. Der Tag verläuft jedoch anders als gedacht. Zunächst gibt es für sie kleine Verwirrungen bei der Vergabe der Valogramme (Rosennachrichten). Alle möchten zudem auf Kents große Party, auch Rob. Und so finden sich Samantha und ihre Freundinnen Lindsay, Elody und Ally am Abend angeschäckert auf der Party wieder. Dort gerät die heile Welt von Samantha ins Wanken. Denn mit ihrem „Prinzen“ Rob wird sie wohl kaum zur Sache kommen. Der ist nämlich nach einem Tätatää mit dem Bierfass viel zu betrunken und ruiniert somit die Stimmung. Getoppt wird das ganze kurz darauf mit einer heftigen Auseinandersetzung, welche sie und ihre Freundinnen mit Mitschülerin Julia Sykes haben. Der Abend ist gelaufen und sie setzt sich mit ihren Mädels vollkommen betrunken ins Auto. Ehe sie sich versehen, verliert Freundin Lindsay die Kontrolle über den Wagen und Sam ihr Leben. Samantha gerät in einen Sog voll von Dunkelheit. Doch dann wacht sie schweißgebadet auf, schaut auf den Wecker und sieht…es ist wieder der 12. Februar. Sie glaubt zunächst, dass sie nur geträumt hat. Bald wird ihr aber klar, dass das Leben noch nicht mit ihr fertig ist. Sie muss diesen Tag wieder durchleben…immer und immer wieder. Doch was hat das Schicksal mit ihr vor? Kann sie tatsächlich ihr Leben noch retten?

 

„Leg ich mich nun zur guten Nacht,
bitte ich dich, Herr, oh, halte Wacht.
Klopft nachts der Tod an meine Tür,
bitt ich dich, Herr, nimm mich zu dir.“

 

Persönliche Meinung

Es gab so viel Gutes, was ich über „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ gehört habe. Auf die Aufteilung und den Verlauf der Handlungen habe ich da garnicht so genau geachtet.

Das Buch wurde von Lauren Oliver aus der Ich-Perspektive niedergeschrieben. Der Leser bekommt so einen direkten Bezug zu Sam’s Leben, ihre Freunde, ihre Gedankenwelt. Die Autorin geht nicht zimperlich mit den Charakteren um. So ist Samantha sehr selbstbezogen und wirkte auf mich zu Beginn äußerst oberflächlich. Genauso ihre Freunde. Menschen, die nicht in ihrer „Liga spielen“ sind eh unten durch und werden bisweilen sogar zur Zielscheibe für fiese Streiche und Witze. Nichts falsches sagen, nicht aus der Rolle fallen sonst wird man zum Gespöt. Dies muss vorallem Julia Sykes am Leib erfahren. Und auch Kent, mit dem Samantha mal eine enge Freundschaft verband, ist für sie nur ein Freak. Doch Samantha’s perfekte Welt zerbricht als sie stirbt…und am nächsten Morgen wieder aufwacht. Wieder und wieder muss sie den 12. Februar, ihren Todestag, durchleben. Dabei geht sie durch ein Tal von Emotionen und stellt sich zunächst die Fragen: „Wieso ich? Was habe ich getan und bin wirklich so schlimm gewesen, dass mir das angetan wird? Kann ich meinen Tod verhindern?“ Doch je öfter Samantha den 12. Februar erlebt, desto bewusster wird sie sich was um ihr altes Leben herum und die Personen wirklich geschah. Zum ersten Mal öffnet sie nicht nur die Augen, sondern sich selbst für andere Menschen.

Meine erste Befürchtung, dass mich dieses Buch langweilen könnte, verflüchtigte sich nach Kapitel 3 (sprich: Samantha’s dritter 12. Februar). Denn da begannen für mich nicht nur die Handlungen vielschichtiger zu werden, sondern vorallem Protagonistin Samantha. Lauren Oliver hat Samantha dazu gezwungen sich wieder und wieder sterben zu sehen. Einfach grausam oder kann aus dem Tod hinaus noch eine Segen bringende Lektion gelernt werden? Mir gefiel es, dass sich die Autorin mit Samantha’s Mitmenschen beschäftigte. So kommen Geheimnisse zum Vorschein und der Leser beginnt genau wie Samantha gewisse Menschen und Handlungen (die eigenen und die der anderen) aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Es hat mich gerührt, wie sie verzweifelt beginnt die Dinge besser zu machen und dabei merkt, dass ihr altes „Ich“ doch nicht so schlecht war. Doch kann sie wirklich gerettet werden? Ich für meinen Teil habe es mir während des Lesens für sie oft gewünscht. 

Das Cover des Buches, sowie der Umschlag haben mir äußerst gut gefallen. Auf beidem sind Regentropfen abgebildet, welche sehr gut zur Handlung passen. Ich hoffe sehr, dass Lauren Oliver noch viele Bücher schreiben wird. Freuen tue ich mich jetzt noch mehr auf ihr im Herbst erscheinenden zweiten Roman „Delirium“.

 

Fazit

„Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ ist ein Buch, welches einem einen mächtigen Magenhieb verpasst und einen Kloß im Hals hinterlässt. Es regt zum Nachdenken an und macht begreiflich wie nahe Grausamkeit, Glück, Schmerz und Liebe beieinander liegen. Verleugne dein wahres Ich und verliere dich selbst.

 

 

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    6 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ von L. Oliver”

    1. Sandy am 15. Juni 2011 um 11:20 Uhr

      @Charlousie: Freue mich auch schon sehr auf Delirium. Bin richtig gespannt.

      @Catbooks: Das verstehe ich gut. Mir fehlten zunächst auch die passenden Worte, aber je länger du es vor dir herschiebst umso schwieriger wird es sicherlich. Also, fang einfach an zu schreiben und schau was passiert. 😉

    2. catbooks am 14. Juni 2011 um 19:13 Uhr

      Schöne Rezi! Schiebe meine zu dem Hörbuch schon ne ganze Weile vor mich rum, weil mir einfach die Worte fehlen… 🙁

    3. Charlousie am 12. Juni 2011 um 08:16 Uhr

      Schön, dass es dir gefallen hat. Ich freue mich schon total auf „Delirium“! 🙂

    4. Tascha am 10. Juni 2011 um 08:15 Uhr

      Eine tolle Rezi die mich dazu bringen das ich das Buch noch viel schneller lesen will. Delirium hab ich mir gerade auf englisch bestellt und bin jetzt natürlich sehr gespannt.

    5. Sandy am 10. Juni 2011 um 08:04 Uhr

      Wie wär es damit: Es sind Regentropfen auf einer Fensterscheibe, gegen das Lichter blenden. 😀

    6. Fabella am 10. Juni 2011 um 06:22 Uhr

      Echt, sind das Regentropfen? Für mich sah es eher aus wie Lichter, die blenden …

      Ja es ist schon ein fantastisches Buch. Gut daß Du auf den zweiten Roman hinweist, den werd ich mir garantiert auch holen!

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