Rezension zu „Godspeed – Die Reise beginnt“ von Beth Revis

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 4 Nestgeflüster

 

Godspeed – Die Reise beginnt

 

 

Die Autorin:

Beth Revis ist geboren und aufgewachsen in den Appalachian Mountains in North Carolina. Schon während der Schulzeit schrieb sie lieber selber Kurzgeschichten, statt sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Dieses Muster wiederholte sich an der Universität, dort wurden aus den Geschichten Romane. Nach dem Abschluss an NC State University mit einem Abschluss in Englisch für das Lehramt, Geschichte und in englischer Literatur entschloss sich Beth selber als Lehrerin zu arbeiten. Beth stellte bald fest, dass sie es zwar liebt zu unterrichten, aber ihre Zeit erstmal lieber ganz dem Schreiben zu widmen. Sie lebt derzeit mit ihrem Mann und ihren Hund in North Carolina. “Godspeed – Die Reise beginnt” (OT: „Across the Universe“) ist Beths Debütroman und der Auftakt einer Trilogie.
 

 

Buchinhalt:

Das Betreten der Godspeed bedeutet für sie das Ende ihres Lebens, wie sie es kannte. Und so lässt sie ihre Freunde zurück und Jason, ihre erste Liebe. Dabei schreit alles in Amy Martin danach, es nicht zu tun. Doch Amy weiß, dass sie ihre Eltern nicht allein dieses Raumschiff betreten lassen kann. Die Liebe zu ihnen und die Gewissheit, dass sie zusammen auf dem neuen Planeten aufwachen werden, siegt. In einen kalten Tiefschlaf versetzt, welcher 300 Jahre andauern soll, gleiten sie in der Godspeed durch die weiten des Universums. Doch etwas geht gewaltig schief. Amy wird brutal aus ihrem Schlaf und dem kalten „Bett“ gerissen und entkommt nur knapp dem Tod. Sie ist panisch, verängstigt und will zu ihren Eltern. Aber diese schlafen noch, denn es ist zu früh zum aufstehen. 50 Jahre zu früh. Amys Kühlbox wurde vorsätzlich ausgeschaltet. Wollte sie womöglich jemand umbringen?  Dem ersten Schock folgt gleich darauf der nächste, denn Amy darf nicht wieder eingefroren werden. Von einem neuen, gemeinsamen Leben mit ihren Eltern scheint sie nun Lichtjahre entfernt zu sein. Kurz darauf stellt sich heraus, dass es auf der Godspeed ganz und garnicht zugeht wie in ihrer alten Heimat, der Erde. Die Menschen dort schauen alle so identisch aus, aber ganz anders als Amy selbst. Auch das Verhalten dieser Menschen erschreckt Amy. Oberhaupt dieser Gemeinschaft ist der sogenannte Älteste. Er verbietet Amy ihr Quartier zu verlassen. Ihr wird von ihm unterstellt, sie sei ein Magnet für Unfrieden auf dem Schiff, weil sie so anders ist. Doch Junior, zukünftiger Nachfolger des Ältesten, ist nicht der Meinung. Junior möchte mehr über Amy und ihre Welt wissen, möchte ihr näher kommen. Und so setzt er sich für sie ein. Durch Amys Erzählungen beginnt Junior sich Gedanken über die wahren Interessen des Ältesten zu machen. Aber wenn dies mal nicht nur das einzige Probleme wär. Denn jemand treibt im Kryo-Deck sein Unwesen. Weitere Kühlboxen werden abgeschaltet und Amy bekommt es richtig mit der Angst zutun. Ihre schlafenden Eltern befinden sich in Gefahr und keiner weiß, wie die Person aufgehalten werden kann.

 

…“Hörst du das? Den Puls des Lebens von deinem Herzen, das langsame Ein- und Ausatmen? Sogar, wenn du ganz still bist und alle Geräusche ausblendest, ist in deinem Körper ein lärmendes Durcheinander des Lebens. In meinem nicht. Es ist die Stille, die mich verrückt macht. Die Stille, von der ich Albträume bekomme…“

 

Persönliche Meinung:

Der Trilogie-Auftakt von Beth Revis stand schon seit Monaten auf meiner Wunschliste. SEHNLICHST habe ich es erwartet und war so happy und gespannt als ich es dann endlich bekam. Letzen Samstag schnappte ich mir das Buch und begann zu lesen…

Die Reise beginnt…heftig. Denn der Einfrierungsprozess allein ließ mich schon ganz schön bibbern. Die auf mich sehr authentisch und symphatische wirkende 17-jährige Protagonistin Amy, wird mit ihren Eltern eingefroren. Die dreiköpfige Familie soll sich für die 300 Jahre dauernde Reise auf der Godspeed in den Kälteschlaf begeben. Die Welt, die auf der Godspeed geschaffen wurde ist wirklich gut durchdacht. Das schließt Mensch und Technik gleichermaßen ein. Während die Menschen auf der Godspeed eher gesellschaftliche Rückschritte vornehmen müssen (dank der Führung), geht es in der Forschung und Technik allem Anschein nach hoch bewandert zu. Interessante Aspekte, die garnicht so weit daher geholt sind. Die Dummen sind Saatgut, die mit Köpfchen haben eine gute Chance im Archiv zu landen. Und ja, Geheimnisse gibt es auch zur Genüge auf der Godspeed. Und das sollten sie eigentlich auch bleiben. Zu dumm, dass es da dieses neugierige Mädchen von der Sol-Erde gibt. Schnüffelnasen sind beim Ältesten nicht gern gesehen. Das sieht der zunächst naiv wirkende Junior aber anders und macht sich bei seinem Mentor nicht gerade beliebt. So muss Junior sich immer häufiger fragen, in was für eine Welt er da geboren wurde. Und in all dem Durcheinander ertönt plötzlich ein Alarm vom Kryo-Deck, dort wo auch Amy eingefroren lag. Junior und Amy eilen hinunter und können nur noch mit ansehen, wie die Kryokammern zweier weiterer eingefrorenen Personen ausgeschaltet wurden. Nun gibt es ein Problem, denn eine der beiden stirbt. Amy hat Angst, denn ihre Eltern sind noch immer im Kälteschlaf und der Mörder weilt unter ihnen.

Die Idee von Beth Revis, Menschen die sich schon längst von gewöhnlichen Menschen durch identisches Aussehen und Verhalten untescheiden, auf ein überdimensionales Raumschiff durch das Universum gleiten zu lassen ist schon mal was anderes. Der Schreibstil ist wundervoll flüssig und einfach zu lesen. Auch die Erklärungen rundum das Leben auf der Godspeed wurden gut erfasst und boten mir somit phantasievolle Bilder im Kopf. Die Autorin hat die Protagonisten Amy und Junior im Wechsel aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte erzählen lassen. Ich persönlich mag diesen Erzählstil sehr, weil ich mich dadurch nicht nur gut in die Handlung einfinden kann, sondern wirklich einen direkten Bezug zu der Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten bekomme. Gleich von Beginn an hat Beth Revis die Messlatte sehr hoch gelegt. Fantastischer Erzählstil, der mich richtig packte und zwischenzeitlich grübeln ließ. Wenn jemand bereits so früh so tolle Cliffhanger bringt, was kann die Geschichte in Gänze bieten?? Nun, ich sage mal einfach ein galaktisches Lesehighlight!

Mit dem Cover haben sich die Grafiker des Verlags sehr viel Mühe gegeben. Es ist schön anzusehen, jedoch finde ich die farbliche Gestaltung des Originalcovers harmonischer für das Auge. Mir gefiel sehr, dass auf der Innenseite des Einbandes ein Planschnitt der Godspeed abgebildet ist. So wird dem Leser ein sehr visueller Einblick in das Raumschiff gewährt.

 

 

Fazit: Beth Revis bombardiert den Leser mit wundervoll erschreckenden, zermürbenden Mini-Cliffhangern die sich gewaschen haben. Die Protagonistin Amy ist für mich ein großer Symphatieträger. Protagonist Junior hat, wie viele Bewohner der Godspeed , etwas geheimnisvolles an sich. Und obwohl sich einige Fragen klären und manche Plots am Ende nicht sehr überraschen, bleiben noch genügend Fragen offen. Und so schlug ich das Buch zu und dachte: „Ich will das Sequel. SO-FORT!“

„Godspeed – Die Reise beginnt“ ist definitiv auch ein Leseschmaus für Science-Fiction Muffel. Glaubt mir, denn ich gehöre diesem Club an.

Zusatzinfo: Die Fortsetzung erscheint im nächsten Jahr (Originaltitel: „A Million Suns“). Wer sich selbst ein Bild von der Godspeed machen möchte kann sich über folgende Website gerne an Bord begeben: http://acrosstheuniversebook.com/

 

 

Buchtitel: Godspeed – Die Reise beginnt

Seiten: 448 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Cecilie Dressler

ISBN: 978-3-7915-1676-9

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    4 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Godspeed – Die Reise beginnt“ von Beth Revis”

    1. Favola am 3. September 2011 um 12:43 Uhr

      Ah, ich konnte letzthin im Bücherladen noch wiederstehen und habe das Buch schön brav ins Regal zurückgestellt. Nachdem ich nun deine Rezi gelesen habe, bereue ich das schon wieder . . . naja, ich war ja nicht das letzte Mal in einem Buchladen 😉

    2. Sandy am 7. August 2011 um 11:48 Uhr

      @Myriel @Fabella: Ihr zwei gierigen Bücherräuplein. 😛 Ihr werdet es aber nicht bereuen. 😉

    3. Fabella am 7. August 2011 um 06:07 Uhr

      Seufz … ok .. nach Deiner Rezi muß das Buch nun auch auf meine Wunschliste .. uuuunbedingt … Du hast es mal wieder geschafft 🙂

    4. myriel am 6. August 2011 um 18:49 Uhr

      Ich hab jetzt nur überflogen, sorry… aber ich will es ja selbst noch uuuuuunbedingt haben!!!
      *haben will* ;( aber ich hab nun erstmal genug neue Bücher bestellt 😮

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