Rezension zu „The Archived“ von Victoria Schwab

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

 

The Archived_V. Schwab  

The Archived
(The Archived #1) /
Autorin: Victoria Schwab / Seiten: 328 (Hardcover) / Verlag: Hyperion / Sprache: Englisch

 

Die Autorin…

Victoria Schwab ist das Produkt einer britischen Mutter, eines Vaters aus Beverly Hills, Kalifornien, und genoss eine Erziehung im amerikanischen Süden. Sie leidet oftmals an bösem Fernweh. Wenn sie nicht gerade durch die Straßen von Paris irrt oder durch die englische Landschaft stapft, sitzt sie in der Ecke eines Cafés und träumt von Monstern.

Victorias erstes Jugendbuch, „The near Witch“, debütierte bei Disney Hyperion im August 2011, und wird in Deutschland bei Heyne fliegt unter dem Titel „Verflucht“ im April 2013 erscheinen. „The Archived“ ist der Auftakt eines Mehrteilers und ist bei Disney Hyperion im Januar 2013 erschienen. An der Fortsetzung schreibt Victoria momentan.

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Der Plot…

Jeder Körper hat eine Geschichte zu erzählen, ein Leben in Bildern verpackt, welches nur Bibliothekare lesen können. Die Toten werden als Geschichten in einem Archiv in Regalen aufbewahrt. Wie Bücher aufgereiht.

‚Da‘ brachte seine Enkelin Mackenzie Bishop dort vor vier Jahren das erste Mal hin. Damals war sie 12 Jahre alt. Mac war ängstlich, aber entschlossen, sich ihrem Schicksal als ‚Keeper‘ zu stellen. Jahre später, Da ist längst verstorben, ist aus ihr ein ebenso tougher ‚Keeper‘ geworden wie es ihr Großvater einmal war. Es ist ihre Aufgabe die verängstigten aber auch gewaltätigen Toten (alias ‚Histories‘) vom Aufwachen abzuhalten, sowie ihre Flucht in das ‚Outer‘ – der realen Welt – zu verhindern. Ihr Job zwingt Mackenzie immer wieder die Menschen zu belügen, die sie liebt. Als Keeper lebt sie nicht nur gefährlich, es erinnert sie permanent schmerzlich daran, was Mac bisher verlieren musste.

Im Archiv, dürfen die Toten nie gestört werden. Doch etwas verändert sich. Neuerdings hat Mackenzie ungewöhnlich oft in den ‚Narrows‘ zutun. Und während die Namen auf ihrer List sich verdoppeln, spürt sie, dass im Archiv Unruhe herrscht. Etwas braut sich zusammen. Mac beginnt sich über die Grenze zwischen Leben und Sterben, Schlafen und Wachen Gedanken zu machen.

 

 

Meiner Ansicht nach…

 

„Imagine a place where the dead rest on shelves like books.“

 

Dieser Satz und der Anblick des Buchcovers reichten im letzten Jahr aus, das neue Buch der Autorin auf meine Goodreads Wunschliste zu packen. Der Klappentext verspricht eine neue Idee, eine originelle paranormale Geschichte.

Genauso düster und gespenstisch wie ich es mir vorgestellt hatte, umhüllte mich der Plot bereits nach wenigen Seiten. In „The Archived“ ist unerträglicher Verlust durch Tod, damit verbundener Schmerz und verzweifelte Liebe allgegenwärtig. Es ist Mackenzie Bishops täglicher Gefühlszustand. Vor Jahren verlor sie ihren Großvater, dessen Platz als sogenannter ‚Keeper‘ sie eingenommen hat. Und der Tod ihres kleinen Bruders ist noch zu frisch für sie, für ihre Eltern. Ein Neubeginn in einer anderen Stadt ist daher für Familie Bishop die einzige Möglichkeit, den Schmerz zu verkraften…oder davor wegzulaufen. Das neue Zuhause, ein Apartmentkomplex namens „The Coronado“, welches jahrelang ein Hotel war, hinterläßt bei Mackenzie schon kurz nach der Ankunft ein seltsames Gefühl. Auch die wortkargen Bewohner trüben ihre Meinung mehr und mehr. Doch als Keeper muss sie ihre eigenen Bedenken und Sorgen, wie so oft, beiseite schieben.

Seit Jahren führt die 16-jährige ein Doppelleben zwischen der normalen Welt und dem Archiv. Für die echte Welt gibt sie sich als Freundin und Tochter. Doch das Archiv interessiert all das nicht. Was dort zählt ist Mac’s Einsatz, den entwischten Toten – genannt ‚Histories‘ – den Weg zu ihren Regalen zu zeigen. Nicht immer geht es dabei harmonisch zu. Die Narrows, wo sich ein Keeper wie Mackenzie überwiegend zu bewegen hat, beschreibt den Labyrinth ähnlichen Weg zwischen dem Archiv und der richtigen Welt. Seit dem Umzug in den Apartmentkomplex „The Coronado“ muss Mac feststellen, dass sie viel mehr zutun hat als früher.

Ich persönlich mochte wie die Autorin ihre Protagonistin Mackenzie, trotz derer Trauer und innerem Konflikt mit ihrem Doppelleben umzugehen, zu einem außergewöhnlichen Mädchen formt. Sie wurde trotz ihres Schicksals für mich niemals zur tragischen Figur. Mackenzie ist ohne Zweifel etwas besonderes. Sie hat ihre Schwächen, aber beweist Stärke auch wenn ihr Inneres vor Unglück schreit. Das machte sie für mich in dieser paranormalen Geschichte sehr authentisch.

Neben der gewählten Ich-Perspektive schildert die Autorin in fettgedruckten, kurzen Kapiteln die Vergangenheit Mackenzies mit ihrem Großvater Da. Diese Kapitel enthalten Konversationen, die ich als Lehrstunden für Mac und mich selbst sah. Denn Da war ihr Lehrmeister und übergab ihr seinen Archivschlüssel. Victoria Schwabs Erzählstil faszinierte mich. Wahnsinnig gefühlvolle Schilderungen gaben sich mit schaurigen Momenten die Türklinke in die Hand.

Das Archiv an sich ist sehr komplex aufgebaut. Es war daher zunächst ein nicht ganz problemloser Einstieg für mich. Man erhält teilweise viele Informationen über das vielschichtige System des Archivs und der einzelnen Funktionen. Das zunächst etwas langsame Tempo tat sein übriges. Doch man wird nicht zu sehr erschlagen und nach einem mittelmäßigen Start, wurde es immer interessanter und vor allem durch etliche Kampfszenen äußerst spannend. Mir blieb stellenweise fast das Herz stehen.

Auch der Fokus auf vereinzelte Nebenfiguren, wie Roland und Wes, ist sehr gelungen und macht bei mir definitiv Lust auf die Fortsetzung. Das Setting vom „Coronado“ ist sehr anschaulich beschrieben und unterstreicht mit seinen Geheimnissen, vielen Türen und seltsamen Bewohnern die Atmosphäre wirklich fantastisch.

Spieglein Spieglein…

Ich habe hier und da Stimmen gehört, die selbst nach dem Lesen nicht nachvollziehen können, weshalb auf dem Schutzumschlag der Kopf eines Mädchens abgebildet ist. Haben diese Leser überhaupt das Buch gelesen? Natürlich ist es für mich ganz klar Protagonistin Mackenzie. Und über ihrem Kopf schwebt der Schlüssel zum Archiv. Im Hintergrund sieht man schwach hervorgehoben die dunklen Wände der ‚Narrows‘. Auf der Rückseite des Schutzumschlags ist die Fassade des Apartmenthauses abgebildet. Ein Cover so perfekt und einfach fantastisch anzusehen.

 

 

Tacheles…

Victoria Schwabs Serienauftakt hat mich nach einem durch teils zu kompliziert beschriebene Erklärungen, mit seiner Originalität für sich gewinnen können. Die Charaktere sind vielschichtig, authentisch, mysteriös und der Schauplatz jagte mir einen unheimlichen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Den anfänglichen mittelmäßigen Einstieg vergebe ich der Autorin aufgrund des steigenden Spannungslevels, leichten Herzens. Wem düstere, paranormale Geschichten um Verlust, Liebe und Schmerz in unheimlichen Ambiente zusagen, der wird bestimmt mit „The Archived“ einige aufregende Stunden erleben. Die Fortsetzung um Mackenzie &  Co. erwarte ich mit großer Neugierde.

 

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    6 Nestgeflüster zu “Rezension zu „The Archived“ von Victoria Schwab”

    1. Sandra am 6. Mai 2014 um 00:39 Uhr

      Huhu Sandy,

      hast du schon das deutsche Cover und den Titel gesehen? „Das Mädchen, das Geschichten fängt“ … der Titel klingt bei weitem nicht so gut wie „The Archived“. Das deutsche Cover sieht ja irgendwie auch nicht schlecht aus, aber vollkommen anders als die englische Ausgabe, die mir ehrlich gesagt besser gefällt, einfach geheimnisvoller ♥

      Liebe Grüße in die Nacht
      Sandra

      • Sandy am 6. Mai 2014 um 11:00 Uhr

        Hey Sandra,

        ja, das weiß ich schon länger. Ich finde leider den deutschen Titel und vorallem das Cover nicht stimmig zum Inhalt. Das Cover ist zwar schön anzusehen, passt aber überhaupt nicht zum Inhalt. Es ist tatsächlich so, dass die Originalausgabe von „The Archived“ sehr sehr perfekt zum Plot passt. Aber ich hoffe trotzdem, dass du und alle anderen „Das Mädchen, das Geschichten fängt“ lesen werden. Die Idee ist erfrischend anders und richtig spannend.

        Grüß dich lieb zurück,
        Sandy

    2. Crini am 24. Februar 2013 um 20:37 Uhr

      *lesen will*
      Aber ich werde wohl warten bis die Reihe komplett ist 🙂

      • Sandy am 24. Februar 2013 um 20:40 Uhr

        Wegen der Befürchtung, dass die Cover wieder geändert werden? Verständlich. Ich bin zumindest gespannt, wieviele Bücher es geben wird.

        • crini am 24. Februar 2013 um 21:26 Uhr

          nicht mal unbedingt das, mittlerweile will ich mir wegen sowas einfach keinen Stress mehr machen (und bei einem farblich sortiertem Regal ist es eh egal XD)
          Aber eher damit ich nicht wieder warten muss, sondern direkt alle innerhalb kurzer Zeit lesen kann.

          • Sandy am 24. Februar 2013 um 22:55 Uhr

            Jaja, die liebe Warterei. Und ich hoffe nicht, dass in Bezug auf „The Archived“ die Grundfarbe des Covers ändern wird.

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