Rezension zu „Escape“ von Jennifer Rush

Kategorie: Rezensionen | 12 Nestgeflüster

 

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 Escape

Autorin: Jennifer Rush

Seiten: ca. 320 (Klappenbroschur)

Verlag: Loewe

Übersetzung: Ulrike Brauns

Preis: 12,95 EUR (D.land)

ISBN: 978-3-7855-7516-1

 

 

 

Die Autorin...

Jennifer Rush wurde in Michigan geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt. Sie liebt Bücher, Stifte, Marshmallows und böse Jungs (in Büchern wie im echten Leben, auch wenn sie nie einen heiraten würde). Escape ist ihr Debütroman und der Auftakt einer Reihe.

 

Quelle Autorininfo: Loewe Verlag

 

 

Du kannst nicht mehr nach Hause.
Du musstest deinem Vater schwören, nie wieder zurückzukommen.
Alles, woran du bisher geglaubt hast, entpuppt sich als Lüge.
Du weißt weder, wer du bist, noch, wem du trauen kannst.
Du weißt nur eins: Du rennst um dein Leben!

 

 

 

Der Plot…

Der Alltag von Anna unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht. Von der Außenwelt abgeschirmt, lebt sie mit ihrem Vater allein in einem abgelegenen Farmhaus. Neben der Schule ist vor allem die Forschungsarbeit für die sogenannte Sektion Mittelpunkt. Die Forschungsobjekte sind jedoch keine kleinen weißen Mäuse. Es sind vier junge Männer. Hinter Zellen im heimeligen Keller gesperrt, müssen sie seit Jahren täglich körperliche und psychische Tests über sich ergehen lassen. Warum sie schon so lange dort sind, kann selbst Anna nur vermuten. Jede Nacht schleicht sie sich heimlich in das Gefängnis der Jungen, denn längst sind Sam, Cas, Trev und Nick mehr für Anna als nur Versuchskaninchen. Insbesondere Sam lässt in ihr romantische Gefühle aufkeimen.

Ein zunächst routinemäßig wirkender Besuch zweier Agenten von der Sektion entpuppt sich als Fiasko, denn die Organisation hat ganz anderes vor mit den vier Gefangenen. Diese ergreifen die Gelegenheit und gehen zum Angriff über. Annas einzige Chance ist nicht nur den Jungs zur Flucht zu verhelfen, sondern mit ihnen zu gehen. Es beginnt eine Hetzjagd quer durch das Land, auf der Rätsel entziffert werden müssen. Kein einfaches Unterfangen. Denn der einzige Wegweiser ist ein eigenartiges Tattoo auf Sams Rücken, welches selbst für die hochintelligente Truppe kaum zu entschlüsseln ist. Und je länger sie auf der Flucht sind, desto mehr beginnt Anna ihre eigene Existenz anzuzweifeln.

 

 

 „…Die Hoffnung ist der Traum des Wachenden.“
~ Aristoteles;
zitiert von Trev auf Seite 117

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

Natürlich sah ich es schon bei den Programmvorschauen auf der deutschen Verlagsseite. Die Kurzbeschreibung las sich interessant, doch so richtig konnte ich mir nicht ausmalen, was es damit auf sich hat. An einem kühlen, grauen Februartag schlug die Lust auf etwas spannendes bei mir zu und „Escape“, dem Debüt der Amerikanerin Jennifer Rush, landete spontan in meiner Einkaufstasche.

Wer auf spannende Lesestunden erpicht ist, wird bei diesem geheimnissvollen Thriller sicher auf seine Kosten kommen. So erging es mir auf jeden Fall. Die Autorin schuf mit „Escape“ ohne jeden Zweifel eine Atmosphäre die bis zum zerreißen in der Luft knistert. Ihr Schreibstil wirkt fast mühelos und lädt zu sehr bildlichen Beschreibungen ein. Die Charaktere wirken für eine lange Buchlänge so lückenreich, wie ihr jeweiliges Gedächtnis. Diese zu ergründen machte mir unheimlich viel Spaß.

Seit Jahren versucht die junge Anna zu verstehen, was mit den vier Jungs Sam, Cas, Trev und Nick im Keller ihres Hauses wohl geschehen ist. Woher kommen sie? Eine Antwort haben sie nicht, denn ihr Gedächtnis gleicht einem zu großen Puzzle in dem die entscheidenen Teile unauffindbar sind. Auch diverse, heimliche Schnüffeleien im Büro ihres Vaters bleiben ergebnislos. Anna selbst fühlt sich dem Quartett sehr nahe, da auch sie den Wunsch hegt, eines Tages dem Leben im Farmhaus zu entkommen um die Welt zu entdecken. Bereits kurze Zeit später muss sie tatsächlich mit den Jungs vor der skrupellosen Organisation „Sektion“ fliehen und sich eingestehen, dass ihr Traumbild vom Leben außerhalb der Farm zerplatzen könnte.

Cas, Trev, Nick und Sam sind seit vielen Jahren miteinander verbunden, dennoch so unterschiedlich, dass ich mich unweigerlich fragte wie dieses Bündnis funktionieren kann. Jeder von ihnen hat seine Eigenarten und Geheimnisse mit denen sie mich zum lachen brachten, oder den Kopf schütteln ließen. Mit Voranschreiten der Geschichte werden einige der unzähligen Rätsel aufgedeckt. Neue Fragen finden jedoch auch Platz im Kopf des Lesers.

Die Figuren wurden allesamt schön von der Autorin geformt. Ich konnte gut nachvollziehen, warum Anna so gerne Zeit mit Cas, Trev und Sam verbringt. Nicks aggressives, ablehnendes Wesen brachte hingegen die Harmonie ins Wanken. Das empfand ich als tolle Abwechslung und spannend.

Neben der Spannung, plätschern im Hintergrund auch Gefühle. Vor allem Anna hat es extrem erwischt. Aus meiner Sicht war das äußerst nachvollziehbar. Ihr Auserwählter Sam bekam bis zum Schluß zwar kein richtiges Gesicht in meiner Vorstellungskraft. Allerdings war das auch nicht all zu tragisch, denn Sams rätselhaftes Verhalten sowie sein Charakter und nicht zu vergessen sein Tattoo, unterhielten mich auch so schon genug.

Mir gefällt es stets sehr gut, wenn Autoren durch aus dem Nichts entstehende Wendungen unterhalten. Glaubhaft sollten diese Wendungen sein und nicht ins Lächerliche abdriften. Und das kann man ohne Zweifel von „Escape“ sagen. Der große Cliffhanger bleibt zur Abwechslung mal aus, was mir nur Recht war. Dennoch macht Jennifer Rush sehr viel Lust auf mehr. Das ich mir den Folgeband daher auch nicht entgehen lassen möchte, bleibt dahingestellt.

 

 

 

Spieglein Spieglein…

Eine einzelne Birke steht auf einem schwarz-glänzenden Balken, der an den Rändern wie Tinte zerfliest. Man kann es gar als eines der Zeichnungen von Anna sehen bzw. als Teil von Sams Tattoo. Im Hintergrund kann man einen ganzen Wald von Birkenstämmen erahnen. Ich liebe es, wenn ein Buchcover zunächst neugieriges Stirnrunzeln verursacht um dann in begeistertes Kopfnicken übergeht während man das Buch liest. So ging es mir wieder einmal bei diesem Buch aus dem Hause Loewe. Fantastisch umgesetzt und gefällt mir persönlich viel besser als das Originalcover.

 

 

Tacheles…

Rasant, verstörend, bedrückend und geheimnisvoll. Jennifer Rush zog mich mit ihrem dichten Erzählstil durch einen faszinierenden Plot. „Escape“ packte mich am Genick und lies mich selten durchatmen. Ein fantastisches, thrilliges Debüt einer Autorin die man sich merken sollte.

 

 

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    12 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Escape“ von Jennifer Rush”

    1. crini am 10. März 2013 um 16:26 Uhr

      Ist zwar jetzt kein must-have für mich und ich würde auf die komplette Reihe warten, bin aber jetzt auf jeden Fall neugieriger als vorher.

    2. Kermit am 7. März 2013 um 16:44 Uhr

      Bei Worten wie „Geheimnis“ und „Gedächtnislücken“ kann ich eigentlich gar nicht anders, als das Buch auf meine Wunschliste zu packen, aber das Buch hat mich bisher komischerweise überhaupt nicht gereizt. Der Klapptext klingt (so schön das Cover auch ist) irgendwie… Ich weiß nicht, auf mich nicht sehr ansprechend. Aber deine Rezi hat mir jetzt richtig Luft darauf gemacht, das scheint ja wirklich sehr spannend zu sein *schnurr* Wandert gleich in den Wunschbrunnen!

      Liebe Grüße,
      Kermit

      • Sandy am 7. März 2013 um 18:33 Uhr

        Das war genau mein Gedanke beim ersten Lesen des Klappentextes: „ich weiß nicht…“. War bestimmt vom Verlag beabsichtigt, den Leser etwas zu irritieren. Der Inhalt ist klasse und hätte ich mehr Zeit gehabt, wäre ich um ein vielfaches schneller durch gewesen.
        Also kaufe es mal schnell. Das liegt eh nicht lange auf dem Sub (genau wie bei mir). 😉

        • Kermit am 9. März 2013 um 17:45 Uhr

          Noch habe ich den März ja als buchkauffrei geplant… Aber je näher die nächste Prüfung rückt, desto verführerischer wird die Buchbestellung *g* Ich habe das Buch aber auf alle Fälle fest im Radar, auch wenn ich hier eigentlich noch zwei Jugendthriller stehen habe, die ich zuerst lesen möchte, bevor neues Futter nachrückt. Mal sehen 😉

    3. Damaria am 7. März 2013 um 09:23 Uhr

      Huhu,
      Ich fand das Buch auch klasse u. was die optische Gestaltung anbelangt, gebe ich dir vollkommen recht!! 😉 Schön isses!! Mir ging es ähnlich, ich konnte mit auch nicht so recht was unter dem Buch vorstellen u. jetzt freue ich mich auch die nächsten Teile!
      GLG,
      Damaris

      • Sandy am 7. März 2013 um 18:29 Uhr

        Selbst huhu, 😉
        auf die nächsten Teile bin ich auch sehr gespannt. Mal schauen, was die Autorin noch aus der Grundgeschichte macht. 🙂

        LG

    4. Lena am 6. März 2013 um 23:14 Uhr

      Ich kann mich Favola nur anschließen. Deine Rezi ist super und spricht mir aus der Seele!
      In letzter Zeit habe ich kein Buch erlebt, was mich in all seinen Facetten so begeistern konnte. Ich habe mein Herz an die Figuren verloren. Allen voran an Sam 🙂
      Natürlich kann ich es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen. Das würde sich doch auch wieder perfekt für eine Leserunde für uns Drei anbieten 🙂

      • Sandy am 6. März 2013 um 23:16 Uhr

        Danke, meine Liebe! 😀
        Oh ja oh jaaaaa….eine Leserunde mit dem zweiten Teil!! Das fänd ich seeehr gut. 😛

        • Lena am 6. März 2013 um 23:33 Uhr

          Supi 🙂 Ich gehe mal einfach davon aus, dass Favola auch nichts dagegen hat 😉 Dann müssen wir das auf jeden Fall im Hinterkopf behalten!!!

    5. Favola am 6. März 2013 um 23:06 Uhr

      Hei Sandy

      Eine ganz tolle Rezension 🙂
      Und ich freue mich riesig, dass dir „Escape“ auch so gut gefallen hat wie mir. Wie dir hat mir auch das Cover total zugesagt . . . ich ich freue mich schon auf mehr, doch leider müssen wir bis 2014 warten . . .

      lG Favola

      • Sandy am 6. März 2013 um 23:15 Uhr

        Hi Favola,
        danke schön! Ja, ich habe zwar leider länger für gebraucht, weil ich letztendlich über Tage hinweg garnicht lesen konnte, aber es hat sich gelohnt.
        Und das Warten ist zwar immer eine etwas weniger schöne Nebenwirkung, aber wir möchten ja auch ein tolles Resultat. 😀

        LG

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