Rezension zu „Die Puppenkönigin“ von Holly Black

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 4 Nestgeflüster

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Die Puppenkönigin 
Autorin: Holly Black / Übersetzung: Anne Brauner / Seiten: 256 (Hardcover) / Verlag: cbj / Sprache: Deutsch

 

Die Autorin…

Holly Black lebt mit ihrer Familie und vielen Tieren in New Jersey. Seit sie 2002 den Roman »Elfentochter« veröffentlichte, der von der American Library Association als »Best Book for Young Adults« ausgezeichnet wurde, lebt sie als freischaffende Autorin. Zusammen mit dem Illustrator Tony DiTerlizzi ersann und schrieb sie die Bestseller-Kinderbuchreihe »Die Spiderwick-Geheimnisse«. Holly Black schlägt die internationale Presse und ein riesiges Fanpublikum mit jedem ihrer Romanen und einem neuen Zauberkosmos in ihren Bann.

Quelle Autoreninformation: cbj Verlag

Autorenwebsite: http://www.blackholly.com/

 

 

Der Plot…

Zach, Poppy und Alice sind schon seit vielen Jahren allerbeste Freunde. Sie lieben es, sich für ihre Spielfiguren aus der Kindheit Geschichten einer magischen Welt, die voller Abenteuer und Heldentum ist, auszudenken. Doch inzwischen sind die drei 12 Jahre alt. Hänseleien von Mitschülern und äußerer Druck von Eltern, machen es den Kids in der letzten Zeit nicht einfach. Es geht soweit, dass  Zachs Vater seine heißgeliebten  Spielfiguren einfach entsorgt und seinen Sohn somit dazu zwingt, sich für angemessenere Spiele zu begeistern. Für Zach bricht die Welt entzwei und sieht sich gezwungen seinen beiden Freundinnen aus dem Weg zu gehen, denn das Spiel ist für ihn nun beendet. Doch eines Nachts stehen die Mädchen plötzlich vor Zachs Fenster und bitten ihn um Hilfe bei der Lösung eines ganz anderen Problems. Poppy schwört, dass sie seit einiger Zeit von einer Porzellanpuppe ihrer Mutter heimgesucht wird, die behauptet, die Seele eines vor langer Zeit ermordeten Mädchens in sich zu tragen. Erst wenn die Freunde sie zu dem Ort des Verbrechens zurückgebracht und dort begraben haben, werde sie Ruhe geben. Andernfalls wird sie die drei Freunde verfolgen – bis in alle Ewigkeit! 

 

 

Meiner Ansicht nach…

Mir wurde schon öfters empfohlen doch mal ein Buch von der Autorin Holly Black zu lesen. Nun war es ausgerechnet „Die Puppenkönigin“, geeignet für Kinder aus der Mittelstufe, dass mich besonders ansprach.
Diese Geschichte erzählt das aufregende Abenteuer der drei Freunde Zach, Poppy und Alice, die sich auf Mission begeben, die Seele einer alten Puppen zur Ruhe zu setzen. Hört sich süß und verspielt an, bietet aber auch viele seltsame und schaurige Gänsehaut Momente. Denn die sogenannte Puppenkönigin aus der Vitrine von Poppys Mutter, sucht angeblich immer wieder das Mädchen heim. Demnach trägt sie in sich in Wahrheit die Seele eines ermordeten Mädchens, dass endlich ihren Frieden finden will. Für Zach und Alice ist das zunächst dummer Hokuspokus, der aus den wilden Gedanken ihrer Freundin Poppy entsprungen ist. Doch dann erleben sie selbst unheimliche Dinge, die sie sich immer schwerer erklären können.

„Die Puppenkönigin“ wird entgegen meiner Erwartungen aus Sicht des Jungen Zach erzählt. Eine positive Überraschung, da man ja schon bei einer Geschichte in der es um eine Puppe geht, davon ausgeht, dass sie auch von einem der beiden Mädchen erzählt wird. Zach ist ein ganz wundervoller Junge, der viel lieber seine Zeit mit Poppy und Alice verbringt, wit mit Jungs in seinem Alter. Zach trägt viel Fantasie in sich. Mit seiner Kreativität während des Spielens, wirft man einen wunderbaren Blick auf die wilde Vorstellungskraft und die Unbeschwertheit, die Kinder in sich tragen. Für ihn, Poppy und Alice sind die gespielten Abenteuergeschichten jedoch viel mehr als nur kindlicher Zeitvertreib. Sie können so nicht nur der Realität entfliehen, sondern sehen diese Geschichten tatsächlich als etwas Echtes.

 

„Mitten in der Nacht hing eine Stille über der Welt, als wäre außer ihm kein einziger Mensch wach. Sie schmeckte nach Magie und endlosen Möglichkeiten.“

Seite 76 aus „Die Puppenkönigin“

 

Was mir besonders gut gefallen hat war, dass ich als Leser durch Zachs Schilderungen auch sehr gut Poppy und Alice kennengelernt habe. Sie waren keine Randfiguren, trotz des Erzählstils, sondern waren mir von Beginn an vertraut. Poppy ist ein bisschen herrisch und trotzig, während Alice eher ruhig und manchmal fast ängstlich wirkt. Jeder der Kinder hat eine ganz unterschiedliche Persönlichkeit, was zu vielen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten führt. Trotzdem sind sie durch ein ganz besonderes Band miteinander verbunden. Das Alter in dem sie sich befinden lässt ein Kind Veränderungen durchleben. Es ist die Schwelle vom Kind sein zum Teenager werden. Entsprechend verwirrt sind Zach & Co. auch.

Die vierte Figur im Bunde, die Puppenkönigin, hat ihren Zweck vollkommen erfüllt und selbst mir kalte Schauer über den Rücken gejagt. Ihr Geheimnis, hinter das die Kinder kommen müssen um die Puppenkönigin zur Ruhe zu betten, ist erschreckend und auch furchtbar tragisch.

„Die Puppenkönigin“ bietet eine Balance zwischen Kind sein, zu waghalsigen und riskanten Abenteuern. Zu Beginn hatte ich trotz der wunderbaren Charaktere nicht so den Drive beim Lesen. Mir fehlte irgendein Kick, der sich dann aber noch einstellte und der Geschichte die nötige mysteriöse Spannung gab.

 

 

Tacheles…

Holly Blacks kleines Buch ist süß und hat zugleich eine unheimliche Atmosphäre. Es ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und das Herauswachsen aus den Kinderschuhen. „Die Puppenkönigin“ ist sowohl für seine Zielgruppe als auch für jung gebliebene Erwachsene geeignet, die zwischendurch Leselust auf eine leicht gruselige und abenteuerliche Geschichte verspüren.

 

 

cbj Verlag | Amazon.de | Thalia

 

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    4 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Die Puppenkönigin“ von Holly Black”

    1. Captain Cow am 1. Februar 2014 um 23:12 Uhr

      Hach, nach der Rezension und nachdem das Buch jetzt auch noch einen Preis gewonnen hat, bin ich schon ziemlich verlockt. Ich hoffe mal, dass der Stil hier ähnlich atmosphärisch und toll ist wie in Holly Blacks anderen Büchern?
      Ich merke mir das mal für die Semesterferien vor, wenn ich ein bisschen in schaurigen, spannenden Büchern verschwinden will 😀

      • Sandy am 2. Februar 2014 um 00:02 Uhr

        Leider habe ich (noch) keine Vergleichsmöglichkeit. Ist mein erstes Holly Black gewesen. 😉 Bin aber schon gespannt auf „The coldest Girl in Coldtown“.

    2. Miss Page-Turner am 23. Januar 2014 um 19:45 Uhr

      Wenn es ein Buch für die Mittelstufe ist, kann es nicht allzu unheimlich sein, oder? Das muss ich mich wirklich immer fragen, bevor ich anfange eines zu lesen. Bin so ein Angsthase, hehe. Freut mich, dass dir Die Puppenkönigin doch so gut gefallen hat. Ich kenne bisher nur Holly Black’s Curse Workers Reihe, die ich auch super fand. Was meinst du? Ist bald auch der erste Teil White Cat dran?;)

      Hast du schonmal die beiden Mittelstufe Bücher von Lauren Oliver gelesen? Die fand ich ja auch ganz nett.

      • Sandy am 24. Januar 2014 um 09:38 Uhr

        Nein, es geht noch. Obwohl die Puppe echt creepy ist. 😉
        Ja, ich hatte schon neulich mit White Cat geliebäugelt, aber erstmal habe ich hier „The Coldest Girl in Coldtown“ liegen.
        Von Lauren Oliver kenne ich bisher wirklich nur „Before I fall“. Interessieren tut mich vielleicht ihr neuestes Buch „Panic“.

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