Rezension zu „Was ich dich träumen lasse“ von Franziska Moll

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 9 Nestgeflüster

 

Was ich dich träumen lasse


Was ich dich träumen lasse /
Autorin: Franziska Moll / Seiten: 256 (Hardcover) / Verlag: Loewe  / Sprache: Deutsch /  Thalia | Amazon.de

 

Die Autorin…

Franziska Moll lebt mit ihren Zwillingsmädchen in einem kleinen idyllischen Dorf in der Nähe von Köln. Nachdem sie schon mit drogenabhängigen Jugendlichen gearbeitet hatte, entdeckte sie das Schreiben für sich, lernte an der Internationalen Filmschule alles, was sie für ein gutes Drehbuch wissen musste und entwickelte Sitcoms und Filmideen. Doch erst, als sie sich entschloss, nur noch Romane zu verfassen, hatte sie endlich ihren absoluten Traumberuf gefunden. Eigene Verluste inspirierten sie zu Was ich dich träumen lasse und bestärktem sie in der Hoffnung, dass aus jedem Schicksalsschlag auch etwas Gutes entstehen kann.

 

 

 

Der Plot…

Elena könnte glücklicher nicht sein. Sie schwebt seit fast einem Jahr im siebten Himmel mit Rico und der Weg zum 1er Abitur ist nicht mehr weit. Mit ihrem Freund verbindet sie Seelenverwandtschaft. Sie schmieden wilde Plänen für die gemeinsame Zukunft und bauen die höchsten Luftschlösser. Doch innerhalb einer Sekunde wird Rico aus Elenas Armen in ein tiefes Koma gerissen. In Ricos Kampf um Leben und Tod, sitzt Elena täglich an seinem Krankenbett und zeigt ihn durch gemeinsame Erinnerungen, dass es sich lohnt wieder zu erwachen. Niemand und nichts bedeutet ihr mehr. Die Tage vergehen ohne den Hauch einer Bewegung und Verbesserung an Rico. In ihrer Verzweiflung sucht sie nach jedem Fetzen, welcher ihn aus dem Koma locken könnte. Und tatsächlich findet sie bei ihm eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben wollte.

Wild entschlossen und mit Hilfe des ruppigen Krankenpflegers Tim, macht sie sich daran, die Liste für Rico abzuarbeiten. Kann sie es schaffen? Kann sie dadurch ihre große Liebe wieder wach küssen?

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

„Was ich dich träumen lasse“ beinhaltet 256 Seiten. Nicht viel auf den ersten Blick. Doch Franziska Moll, Autorin des kleinen Buches, beweist, dass Worte im Überfluss nicht immer nötig sind um eine gefühlvolle und zu Herzen gehende Geschichte zu schreiben.

Rico und Elena sind wie Tag und Nacht. Er ist der Liebling, den alle um sich haben wollen und sie die Neue etwas schroff wirkende an der Schule, die nicht auffallen will. Doch ihm fällt sie sofort auf. Er buhlt um ihre Gunst und erobert sie mit seiner Liebenswürdigkeit. Gemeinsam liegt ihnen die Welt zu Füßen. Sie wollen sie gemeinsam mit ihren Träumen entdecken.

 

„…Du warfst mich dir einfach zum Fraß vor, ohne zu zögern. Du tapferer, mutiger Held in der schimmernden Rüstung. Du Prinz Charming, der dornige Hecken mit dem Schwert zerschlägt und Flüche mit Küssen bannt. Du Zauberer mit den magischen Worten. Weißt du eigentlich, wie sehr ich jemanden wie dich brauchte?“

S. 52 aus „Was ich dich träumen lasse“

 

 

Doch ein Moment der Nichtachtsamkeit Ricos droht ihre Träume zerplatzen und Elenas ganzes Glück in sich zusammen fallen zu lassen. Der lebensbejahende Rico, der immer lächelt und einen flotten Spruch auf Lager hat, liegt auf einmal im Koma. Seine Familie und Elena erleben fortan die ganze Bandbreite der Gefühle. Von Schock über Angst, Hoffnung und Verzweiflung. Im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit begleitet man Elena in ihren Glücksmomenten mit Rico und dem Bangen um sein Leben.

In „Was ich dich träumen lasse“ nimmt Autorin Franziska Moll das Thema Krankheit/Koma und die damit verbundenen Verlustängste der Angehörigen auf. Sehr gefühlvoll und realistisch führt die Autorin Protagonistin Elena durch diese unglaublich schwere Zeit. Aus der Ich-Perspektive schildert Elena das anfängliche Glück mit ihrem Rico. Doch mit dem Koma Ricos, macht Elena eine Reise zurück. Es ist ihr Strohhalm und soll sein Weckruf sein. Der sehr kurz gehaltene, aber gefühlvolle Schreibstil ging mir unglaublich nahe, weil die Autorin es doch schafft so viel von Rico preiszugeben. So entstand durch die Schilderungen vor meinem inneren Augen ein sehr lebhaftes Bild von ihm, obwohl er im Koma liegt. Zunächst fühlte ich mich dem Jungen im Koma sogar etwas näher, denn Elena ist nur schwer zu „knacken“. Nur Rico ließ sie in ihr Herz schauen.

 

„Wieder so ein schöner Tag.
Dem Tag ist es egal.
Der Ahorn lässt seine Blätter rascheln.
Ihn kümmert es nicht.
Die Welt dreht sich weiter.
Nur wir stehen still.“

Seite 87 aus „Was ich dich träumen lasse“

 

 

Ein paar Lesern erschienen die letzen Kapitel des Buches zu schnell und oberflächlich abgehandelt. Diese Meinung teile ich nicht. Bei mir brachen da sogar erst die Dämme. Den kargen Kapitelumfang habe ich auf die entsprechende Stimmung geschlossen. Irgendwann sind gewisse Worte und Phrasen einfach nicht mehr nötig. Ich glaube, die Autorin wollte nicht nur den Figuren sondern auch dem Leser die Gelegenheit geben, ein paar Schritte zurück zu gehen um einen letzten Blick auf das Gesamtbild zu werfen.

Die Musik, welche Franziska Moll durch die Band Jupiter Jones hat einfließen lassen, sollte nicht unerwähnt bleiben. Die Songtexte von Jupiter Jones sind melancholisch und rau, und passen zu diesem Buch perfekt.

 

 

Tacheles…

„Was ich dich träumen lasse“ ist eine leise, melancholische Geschichte. Sie ist vielleicht äußerlich sehr schmal gehalten, jedoch ist der Inhalt reich gefüllt mit Emotionen und hallt deshalb sehr lange nach. Dieses Buch ist eine Hommage an das Leben und die Liebe, mit schwindelerregenden Hochs und niederschmetternden Tiefs. Unbedingt lesen!

 

 

 

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    9 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Was ich dich träumen lasse“ von Franziska Moll”

    1. Sarah am 31. Januar 2014 um 16:41 Uhr

      Ich muss sagen, nach deiner rezension bekomme ich immer mehr Lust, dass Buch zu Lesen. 🙂
      Im Moment steht es noch auf meiner Wunschliste, aber dort immerhin im Moment auf Platz 1.

      Dankeschön 🙂

      LG Sarah
      http://buecherwuermchen.blogspot.de/

    2. Paperdreams am 25. Januar 2014 um 14:49 Uhr

      Die Rezi steht mir ja auch noch bevor… hast du richtig toll geschrieben und den Ton der Geschichte getroffen – ich hoffe, das gelingt mir auch!

      • Sandy am 26. Januar 2014 um 12:33 Uhr

        Bestimmt! Du schreibst immer so schöne Buchbesprechungen. 😀

    3. Damaris am 21. Januar 2014 um 21:01 Uhr

      So, musste jetzt einfach deine Rezi schnuppern. Ich hab meine ja noch vor mir und bin gedanklich noch nicht viel weiter. Vielleicht fließt es ja dann auch beim Schreiben 🙂 Super ausgedrückt, Sandy!
      LG,
      Damaris

      • Sandy am 22. Januar 2014 um 09:10 Uhr

        Hi,
        vielleicht hilft es ja, einfach mal die Gedanken von der Rezi zu etwas anderem abschweifen zu lassen. Dann gehst danach bestimmt ganz anders ans Schreiben. 😉

    4. Melanie S. am 21. Januar 2014 um 14:27 Uhr

      Wieso habe ich das Buch vorher nicht auf meiner Liste gehabt? Jetzt werde ich immer neugieriger, weil ihr alle so begeistert seid.

      • Sandy am 21. Januar 2014 um 18:54 Uhr

        Das freut mich. Ist auch sehr schnell gelesen. Klein, aber doch ganz groß. 😉

    5. Stephie am 21. Januar 2014 um 13:58 Uhr

      Och menno, jetzt will ich das auch haben -.-

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