[Review mal anders] „Verlorene Welt (Witch & Wizard #1)“ von James Patterson / Gabrielle Charbonnet

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Witch & Wizard 1


Verlorene Welt (Witch & Wizard #1) /
Autoren: James Patterson / Gabrielle Charbonnet / Übersetzer: Ulrich Thiele / Seiten: 352  / Hardcover / Verlag: Loewe

 

 

Die Autoren…

James Patterson, geboren im US-Bundesstaat New York, arbeitete in einer Werbeagentur, bevor er in den 70er Jahren anfing, Kriminalromane zu schreiben. Bekannt wurde er vor allem durch die Romanreihe um den Polizeipsychologen Alex Cross, die sogar verfilmt wurde (u. a. mit Morgan Freeman). Bis heute hat er fast 100 Bücher geschrieben, darunter auch mehrere Jugendbücher wie die Witch & Wizard-Reihe. Mittlerweile zählt Patterson zu den erfolgreichsten Autoren aller Zeiten. Seine Bücher haben sich weltweit über 275 Millionen mal verkauft und wurden in 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Florida.

Gabrielle Charbonnet wurde 1961 in New Orleans geboren und arbeitete als Lektorin in einem großen amerikanischen Verlag, bevor sie selbst anfing, Jugendbücher zu schreiben. Sie veröffentlicht auch unter dem Namen Cate Tiernan.

 

 

Der Plot…

Die Welt verändert sich: Die Regierung des >Einzigen, Der Der Einzige ist< hat die Kontrolle über jeden Aspekt der Gesellschaft unter sich. Und mit der neuen Regierung verschwinden plötzlich Kinder. Für die 15-jährige Wisty und ihren älteren Bruder Whit wird die Welt auf den Kopf gestellt, als auch ihr Zuhause über Nacht gestürmt und sie ihren Eltern entrissen werden. Nach einem chancenlosen Prozess werden die Geschwister zum Tode verurteilt in ein Gefängnis gesperrt. Sie verstehen die Welt nicht mehr. Wie konnte es dazu kommen und vor allem, was haben sie nur getan um so etwas zu verdienen? Die sogenannte >Neue Ordnung< ist sichtlich bemüht, das Leben und die Freiheit eines jeden Menschen zu kontrollieren. Und während Wisty und Whit in diesem totalitären Alptraum gefangen sind, entdecken sie unglaublich magische Kräfte, von denen sie niemals geträumt haben. Können die frisch gebackene Hexe und der Zauberer rechtzeitig ihre Kräfte kontrollieren, um sich selbst, ihre Eltern und so viele andere Betroffene noch zu retten?

 

Einführung…

Nachdem ich vor einigen Wochen über das Soziale Netzwerk verlauten ließ, dass ich mich auf das erste Jugendbuch von James Patterson und Jugendbuch Autorin Gabrielle Charbonnet freuen würde, kamen kritische Reaktionen. Denn der Originaltitel, bereits im Jahr 2009 in den USA veröffentlicht, wurde von seinen englischsprachigen Lesern sehr zwiegespalten aufgenommen. Doch so manches Mal sollte man sich einfach mal selbst ein Bild machen und ich hatte große Lust auf eine neue magische Reihe, die zunächst übrigens nur als Trilogie geplant war.

Abwechselnd schildern die Autoren Patterson und Charbonet aus den Blickwinkeln der Geschwister Wisty und Whit Allgood deren Erlebnisse in der neuen diktatorischen Welt. Magie in einer dystopischen Welt…eine interessante Idee ist es definitiv.

 

 

Meine Pro’s…

Der Einstieg las sich schon einmal vielversprechend. Nach dem Prolog geht es in einer Rückblende durch die aufregenden und lebensgefährlichen Ereignisse der Geschwister. Sehr kurze Kapitel fegen an einem vorbei und der Humor sorgt dafür, dass man am Ball bleibt. Die Hauptfiguren wurden mir durch ihre Art schnell symphatisch und mir gefiel die geschwisterliche Dynamik von Wisty und Whit. In Ihrer Verzweiflung und großer Ahnungslosigkeit, wieso sie sich von jetzt auf gleich in einem hoch abgesicherten Gefängnis befinden, entwickeln die beiden einen beispiellosen Zusammenhalt. Aber auch bei der Entdeckung ihrer Kräfte und einer Prophezeiung, die den Regierungschef zu grausamen Mitteln greifen lässt, halten Wisty und Whit zusammen wie Pech und Schwefel. Auch sind die Zwei sich nie um einen flapsigen, frechen Spruch zu schade. Vor allem die junge Wisty bringt sich und ihren Bruder mit ihrem losen Mundwerk gerne mal in brenzlige Situationen, und mich als Leser herzhaft zum lachen.

Durch Nebencharaktere, die sich an Wisty und Whit ranhefteten bekommt die Geschichte noch die gewisse Würze. Der Spannungsbogen wurde gelungen ausgearbeitet. Das Ende hat mich sehr unterhalten und neugierig auf mehr gemacht.

 

 

Meine Kontra’s…

Doch der Auftakt der Witch & Wizard Reihe weist für mich auch ein paar Schwächen auf, weshalb ich den Zwiespalt einiger Leser gegenüber dem Originaltitel nachvollziehen kann. Nicht jeder wird den sehr ausgeprägten und bissigen Humor der Geschwister Allgood auf Dauer zu schätzen wissen. Ab einem gewissen Punkt wünschte ich mir etwas mehr Ernsthaftigkeit der Geschwister für ihre Situation. Es gab Momente, in denen sie mir einfach zu leichtherzig wirkten. Die Kurve wurde gekratzt, als die Aufmerksamkeit auf andere Betroffene gelenkt wurde, die Wisty und Whit helfend zur Seite eilen. Die Stimmung schlägt so wieder gelungen um.

Mir fehlte etwas mehr Hintergrundwissen, wie es zu dieser politischen Situation kommen konnte. Diese wurde mir etwas zu sporadisch angeschnitten. Die Kräfte der Geschwister wurden sehr interessant inszeniert, doch auch hier fehlte mir eine gewisse Tiefe. Plötzlich haben die beiden ihre Kräfte, murksen damit rum und haben ihren Spaß ohne sehr lange die Bedeutung all dessen zu verinnerlichen.

 

 

Im Großen und Ganzen..

Mit jede Menge Humor und viel Hokuspokus betritt James Patterson das Jugendbuch Genre und kann mich, trotz einiger Schwächen, überzeugen. Mich interessiert das Schicksal der Allgoods, wie sich ihre jeweiligen Persönlichkeiten und die Kräfte entwickeln könnten und was als nächstes auf sie zukommen wird. Mir ist auch beim Lesen ins Auge gestochen, dass in diesem Auftakt nicht nur James Patterson die Feder in der Hand hatte. In welchem Umfang genau Gabrielle Charbonnet an der Geschichte mit schrieb, konnte ich jedoch nicht greifen.

Wer sich noch unschlüssig ist, ob diese Reihe etwas für ihn/sie sein könnte, kann sich zunächst mit den Mangas ein besseres Bild machen. Diese sind ebenfalls im Loewe Verlag erhältlich.
Die Fortsetzung der 4-teiligen Reihe erscheint übrigens schon im Herbst diesen Jahres beim deutschen Verlag.

 

Loewe Verlag | Amazon.de | Thalia

 

 

 

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    2 Nestgeflüster zu “[Review mal anders] „Verlorene Welt (Witch & Wizard #1)“ von James Patterson / Gabrielle Charbonnet”

    1. Anja am 3. März 2014 um 19:56 Uhr

      Ha, ich wusste doch, dass mir der Titel bekannt vorkommt! Die Mangas erscheinen ja schon seit ner Weile (aber psst, bei Tokyopop ;)). Von James Patterson kommt mir aber erstmal nix mehr ins Regal, ich fand Maximum Ride ja eher so mittelprächtig.

      • Sandy am 3. März 2014 um 22:15 Uhr

        Nur mittelmäßig? Von Patterson hatte ich halt zuvor noch nichts gelesen, weil die Bücher die er im Erwachsenen Bereich veröffentlicht, nicht so mein Geschmack treffen.
        Und obwohl ich von Charbonnet aka Cate Tiernan noch nichts gelesen habe, werde ich das Gefühl nicht los, dass da vom Stil was von ihr stark eingeflossen ist. Aber vielleicht täusche ich mich auch.

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