Rezension | „Girl on the Train“ von Paula Hawkins

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Autorin: Paula Hawkins / Übersetzung: Christoph Göhler / Seiten: 448 (Paperback) / Sprache: Deutsch / Verlag: Blanvalet

 

 

Die Autorin…

Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman »Girl on the Train« eroberte in England und den USA auf Anhieb die Spitze der Bestsellerlisten, und noch vor Erscheinen sicherte sich DreamWorks die Filmrechte.

 

Mehr Informationen gibt es auch unter www.paulahawkinsbooks.com

 

 

Der Plot…

Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …

 

 

Meiner Ansicht nach…

Das Debüt von Paula Hawkins bekam schon sehr früh viel Aufmerksamkeit, auch von mir. Der Plot zog mich magisch an.

Das Buch als solches wird aus drei verschiedenen Perspektiven und Zeitachsen erzählt. Beginnen tut die Geschichte aus der Perspektive des >girl on the train<, Rachel. Eine junge Frau, Anfang dreißig, die ihre Scheidung vor einigen Jahren noch nicht überwunden hat. Jeden Tag nimmt sie den gleichen Zug Richtung London, welcher jedes Mal ausgerechnet an der Stelle langsamer wird, wo sie früher einmal mit ihrem Exmann lebte. Doch nun lebt dieser dort mit seiner neuen Familie, was Rachel schwer verkraften kann und deshalb viel zu oft zum Alkohol greift.
In der Monotonität ihres Lebens gibt sie sich immer öfter Tagträumen hin, in denen sie einem Paar, welches auch in einem der Häuser an den Gleisen lebt, andere Namen gibt. Mit voranschreiten der Handlung kommen zwei weitere Perspektiven hinzu, Megan und Anna. Megan ist die eine Hälfte des Paares, welches Rachel sich für ihre Heile-Welt-Fantasien ausgewählt hat. Anna ist die neue Frau an der Seite von Rachels Exmann.

Was folgt, ist Rachels immer tieferer Fall in den Alkoholkonsum. Sie beginnt sich immer mehr in das Leben von Megan und Anna einzumischen, und meint Dinge zu sehen, die das perfekte Leben der Frauen ins wanken bringt. Eines Tages jedoch ist Megan auf einmal verschwunden, was auch durch die Medien geht. Und Rachel stattet der Polizei einen Besuch ab und bringt sich dadurch selber in Schwierigkeiten.

Ich persönlich konnte mich mit den drei Frauen wenig anfreunden, was leider einen viel zu großen Einfluss auf meinen Gesamteindruck hatte. Figuren mit Ecken und Kanten ziehen mich immer an. Und obwohl mir die Lage von Rachel nahe ging, fehlte mir irgendwann das Verständnis für ihr Verhalten. Das ewige Gejammer strapazierte meine Geduld und meine anfängliche Empathie verlor sich mit jedem Schluck Alkohol von Rachel. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass sich die Autorin sehr viel mehr damit beschäftigte, Rachels Sauftouren auszuschlachten. Rachel, die immer wieder ein Weinchen nach dem nächsten kippte, um in ihrem Rausch eigene, wahnwitzige Antworten für Megans Verschwinden zu finden. Rachel, die sich nach Anerkennung sehnte und mit ihrem Verhalten aber immer mehr Probleme einbrockte. Dadurch stockte für mein Empfinden die Handlung viel zu oft. Natürlich sind auch Anna und Megan weit davon entfernt, so perfekt zu sein, wie sie es ihrer Umgebung weismachen möchten. Die Überglucke Anna, die meint, jedes Mal auszurasten, wenn sie Rachel sieht. Und Megan, die ihre eigene Vergangenheit hat und ihrem Mann etwas vorspielt. Jeder hätte irgendwo einen Grund gehabt, Megan verschwinden zu lassen. Sogar Megan selbst. Und das ist die Intention der Autorin gewesen; die Spur zum Täter weiter streuen, so dass vom Leser jede Figur mindestens einmal unter Verdacht gestellt werden muss. Das ist Paula Hawkins sehr gut gelungen, denn ich habe während des Lesens fast jeden für das Verschwinden von Megan verantwortlich gemacht.

Der Erzählstil gefiel mir in Gänze recht gut. Paula Hawkins hat mich, trotz einem Leerlauf, immer wieder gerne weiterlesen lassen. Ich wollte schlussendlich ja doch wissen, ob ich nun Recht behielt, oder nicht. Und natürlich wollte ich wissen, was genau mit den drei Frauen passieren wird. Das letzte Drittel war dann nochmal sehr packend und ließ mich bis spät nachts weiterlesen.

 

Tacheles…

Die allgemeine Begeisterung um Paula Hawkins‘ Debüt wurde leider nicht komplett auf mich übertragen. Die Autorin hat definitiv ein Gespür dafür, dem Leser eine Gänsehaut zu verpassen. Zudem gab der Perspektivenwechsel dem Buch das gewisse Etwas. Was mich jedoch zunehmends ärgerte, waren die weiblichen Figuren in der Geschichte. Und auch ein, für mein Empfinden etwas zu schwacher Mittelteil, nahm dieser eigentlich gut getakteten Geschichte das (Fahrt)Tempo.

 

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