Rezension | „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ von Becky Albertalli

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 4 Nestgeflüster

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda_Albertalli

 

Autorin: Becky Albertalli / 303 Seiten / Paperback / US-Verlag: Balzer + Bray / dt. Übersetzung: Nur drei Worte / Carlsen Verlag 

 

 

Die Autorin…

Becky Albertalli hat als Psychologin schon mit vielen schlauen, schrägen, wunderbaren Teenagern gearbeitet. Sieben Jahre lang leitete sie außerdem eine Gruppe für Kinder mit abweichender Gender-Identität. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Atlanta.

 

 

Das Buch…

Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf.

 

 

Mein Resumé…

Mit Simon Spier hat die Autorin eine sehr authentische Figur geschaffen. Er lebt ein eigentlich recht unaufgeregtes, normales Leben als Teenager. Man fühlt sich ihm sofort durch seine Art zu denken näher und mag seinen Sarkasmus. Ich liebte es, wie die Autorin Simons Homosexualität und die Gefühle für Blue umschrieb.

“White shouldn’t be the default any more than straight should be the default. There shouldn’t even be a default.”

“The way I feel about him is like a heartbeat — soft and persistent, underlying everything.”

 

Simon hat eine merkwürdige Familie, die eine Sprache spricht, die ein Außenstehender womöglich nur schwer verstehen kann. Das fand ich unheimlich liebenswürdig. Ich liebte Simons Golden Retriever namens Bieber (ja, Justin Bieber trägt Mitschuld an dem Namen), seine ernsthafte Oreo-Sucht, seine selbstverständliche Liebe zu Harry Potter. Also, der Stoff aus dem ein (manchmal zu) perfektes Wohlfühl-Buch besteht.

 

“What’s a dementor?“
I mean, I can’t even. „Nora, you are no longer my sister.“
„So it’s some Harry Potter thing,“ she says.”

 

Der Erzählstil in der ersten Person ist äußerst gelungen und amüsant. Ich hatte das Gefühl, einen Platz in der vordersten Reihe von Simons lebhaften Gedanken bekommen zu haben. Seine Höhen und Tiefen sind unheimlich präsent für den Leser und lassen ihn dadurch sehr realistisch wirken. Ich lachte herzhaft über seine sarkastischen Dialoge mit Freunden, Familie und natürlich über die Mails mit Blue. Seine Ängste und Wut, wurden zu meinen. Wenn er weinte, war auch ich den Tränen nahe.

Die Charakterisierung ist für mich DER Trumpf in Albertallis Debüt. Alle Nebenfiguren wirken überaus realistisch. Die Autorin hat Familienmitglieder und Freunde von Simon mit liebevollen charakteristischen Spleens bestückt, aber ihren Helden dabei niemals in den Hintergrund gesetzt.

Es wurde auch sehr gelungen rüber gebracht, wie stark die Kontrolle des Sozialen Netzwerks (Tumblr, Facebook, Twitter) ist und wie sehr Teenager gewisse Ängste darüber definieren.

Becky Albertallis jahrelange Arbeit mit jungen Kids und das dadurch erlangte Wissen, wie es in einem (homosexuellen) Teenager aussieht, erwies sich ganz sicher als ein Segen während sie das Buch schrieb. Für mich war es ein Segen, >Simon vs.< gelesen zu haben.

 

 

Übersetzt…

In Kürze erscheint bei uns die deutsche Übersetzung „Nur drei Worte“. Wer ein Buch zum genießen und wohlfühlen braucht, sollte dieses unbedingt lesen!

 

Nur drei Worte

 

 

Tacheles…

Mit ihrem Debüt SIMON VS. THE HOMO SAPIENS AGENDA trifft Becky Albertalli ganz sicher den Nerv vieler Leser. Ich wurde verzaubert vom sarkastischen, furchtbar verliebten (Alltags)Helden Simon. Trotz eines etwas holprigen Starts und einem manchmal zu perfekt wirkenden Pitch, ist dies eine sehr lesenswerte, wunderbare Geschichte gespikt mit Witz und Gefühl. Schnappt Euch eine große Packung Oreos, ein Glas Milch und versinkt in Simon Spiers chaotisch nerdige Welt!

 

 

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    4 Nestgeflüster zu “Rezension | „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ von Becky Albertalli”

    1. Favola am 26. Januar 2016 um 22:45 Uhr

      Huhu Sandy

      Weisst du was? Vor vor kurzem habe ich mit mir gerungen …. „Nur drei Worte“ wurde mir an der Buchmesse ans Herz gelegt, doch ich hatte so viele Must-Reads im Februar und mein SuB ist schlichtweg zu hoch, so dass ich mich schweren Herzens dagegen entschieden hatte. Tja und als ich heute den Briefkasten öffnete, fand ich darin Überraschungspost vom Carlsen Verlag. Irgendwie haben die wohl gespürt, wie sehr mich das Buch reizen würde. Auf jeden Fall, wartet „Nur drei Worte“ nun darauf, von mir gelesen zu werden – und die Oreo Kekse waren gleich auch mit im Paket <3

      lg Nicole

      • Sandy am 28. Januar 2016 um 10:38 Uhr

        Wie schön! Dann wünsche ich Dir viel Freude mit dem Buch. Simon ist super! 🙂

    2. Nina am 24. Januar 2016 um 22:32 Uhr

      Ich habe „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda““ gerade zu Ende gelesen und mir hat es auch sehr gut gefallen. An die drei Zitate, die du nennst, kann ich mich genauestens erinnern. There shouldn’t even be a default for anything!

    3. Jess am 24. Januar 2016 um 17:24 Uhr

      Schön, dass es dir gefallen hat! 🙂

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