Review | Buch vs. Film – „Raum“

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Im Rahmen unserer Gedruckte Seiten & Bewegte Bilder Challenge nehmen Anja und ich aktuelle Buchverfilmungen unter die Lupe, lesen aber vorher auch die gedruckte Vorlage. Als ersten Titel suchten wir uns RAUM von Emma Donoghue raus. Für ihre Rolle der »Ma« erhielt Brie Larson in diesem Jahr ihren ersten Oscar, und Jack-Darsteller Jacob Trembley viel Anerkennung.

 

Raum_collage

 

Handlung

Raum ist neun Quadratmeter und Jacks ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er denkt, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht real sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Das ist seine Realität und sein Leben. Bis der Tag kommt, an dem seine Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …

 

 

Gegenüberstellung…

Inspiriert wurde Autorin Emma Donoghue von dem »Fritzl Fall« , als sie begann „Raum“ zu schreiben. Der Bestseller ist zwar eine fiktive Geschichte, jedoch begleitete mich beim lesen immer der entsetzte Gedanke daran, dass es diese Form der Freiheitsberaubung und Quälerei gibt. Gleichzeitig war ich verzaubert vom kleinen Jack, der sich mit seiner seltsamen Art ausdrückt und dabei ganz simple das Wunder des Lebens, mit all seiner Überdimensionalität, umschreibt. Jack_Ma_Raum
Das Emma Donoghue sowohl das Drehbuch schrieb, als auch mit produzierte, war ein Gewinn für das Filmprojekt. Es wurden einige kleine Änderungen im Film gemacht, die sicher dem Leser auffallen werden aber nicht allzu dramatisch sind. Der Jungschauspieler Jacob Trembley ist für mich das Licht in der Verfilmung. Mit seiner kindlichen Unschuld, lässt er den Zuschauer durch Jacks Erzählungen mit Leichtigkeit kleine Wunder erkennen und nimmt so einer Situation die eigentliche Hoffnungslosigkeit bzw. Traurigkeit. So schenkt seine Zauberhaftigkeit dem Kinogänger entrückte Seufzer und vor Rührung feuchte Augen.
Jack_RaumDie Rolle von Jacks Ma bzw. Joy wird von Brie Larson verkörpert, die für ihre Leistung u.a. sowohl den Golden Globe als auch Oscar mit nach Hause nahm. Obgleich für mich persönlich Jacob Trembley mit seiner schauspielerischen Leistung hier überstrahlte, überzeugt Brie Larson vor allem darin, der Figur die Verzweiflung und eine gewisse Hässlichkeit zu verleihen. Joy ist während der gemeinsamen Zeit in »Raum« trotz der Besuche von „Old Nick“ stärker, während sie später fast verschwindet und starke Probleme mit der Eingliederung hat. Verständlicherweise, denn die Figur war noch ein Teenager, als ihr die Freiheit genommen wurde. Diese Probleme und emotionale Zerrissenheit hat Brie Larson sehr gut rübergebracht.
Joys Mutter (gespielt von Joan Allen) ist mir im Film sehr viel sympathischer erschienen, als im Buch. Ich liebte, wie sich die Beziehung zwischen ihr und dem Jungen entwickelte. Sie versucht ihm Rückhalt zu geben und gleichzeitig ihrer Tochter zu helfen, die mit der neuen Situation psychisch völlig überfordert scheint.

 

 

Tacheles…

„Raum“ ist eine fesselnde und beklemmende Geschichte, die nicht nur in die Psyche eines ungewöhnlichen Jungen und seiner Mutter schaut. Es werden auch existentielle Fragen über unser Dasein, unseren Platz auf der Welt und dem Überlebenswillen, aufgeworfen. Es soll der Blick darauf geschärft werden, was wirklich zählt und das man sich an die kleinen Wunder im Leben erfreuen soll.
Die Adaption zum Buch ist sehr gelungen und vermittelt die gleiche Intensität. Und obwohl Brie Larsons Leistung preisgekrönt und gelungen ist, so überstrahlt Jacob Trembley sie mit seiner Performance. Ein unheimlich talentierter süßer kleiner Mann, der hoffentlich nicht in der Versenkung verschwinden wird.

 

Auch lesenswert: Anjas Meinung | Meine komplette Rezension zum Buch | Offizielle Homepage

 

 

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