Rezension zu „Arkadien fällt“ von Kai Meyer

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 5 Nestgeflüster

Achtung! Für alle die sowohl „Arkadien erwacht“ als auch „Arkadien brennt“ nicht kennen, könnte diese Rezension Spoiler enthalten!!

 

Arkadien 3

 

 

Arkadien fällt

 

 

Der Autor:

Kai Meyer, geboren 1969, hat seit 1993 rund 50 Bücher veröffentlicht, darunter Bestseller wie DIE FLIESSENDE KÖNIGIN, DIE WELLENLÄUFER und SEIDE UND SCHWERT. Weltweit beträgt seine Auflage mehrere Millionen Exemplare. Übersetzungen erscheinen in rund 28 Sprachen, darunter Ausgaben in den USA, England, Japan, Italien, Frankreich, Spanien und Russland. Kai Meyer studierte Film und Theater, volontierte als Journalist bei einer Tageszeitung und war Redakteur für Kultur und Vermischtes, bevor er sich 1995 ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte.

Seine aktuellen Romane sind die Sturmkönige-Trilogie un die Arkadien-Reihe.

 

 

Buchinhalt:

Dies ist die Geschichte zweier junger Menschen, die sich nicht nur entgegen der Anfeindungen ihrer Clans, ineinander verliebten. Rosa Alcantara und Alessandro Carnevare sind Teil eines uralten Mythos.
Es ist noch nicht lange her, dass Rosa aus dem weit entfernten New York nach Sizilien reiste um ihre italienischen Verwandten besser kennen zu lernen, und ihre Schwester wieder zu sehen. Unwissend war sie damals über ihre Herkunft, über ihr wahres Wesen. Und so wurde Roa bereits kurz nach ihrer Ankunft übermächtig und brutal in den Sog der Mafia-Machenschaften und des Erbes der Alcantara Dynastie sowie dem Mythos von Arkadien gezogen. Die Liebe zu Alessandro schien da noch der Tropfen auf dem heißen Stein zu sein. Denn sie sind als Arkadier dazu fähig sich in Tiere zu verwandeln. Rosas Familie gehört seit vielen Generationen den Lamien an. Alessandros Familie ist Teil der Panthera. Doch Lamier und Panthera sind verfeindet.
Nachdem beide sich gegen die Mitglieder aus den eigenen Familien zur Wehr setzen mussten und viel verloren, wurden sie zu Oberhäuptern ihrer Clans. Doch die Clanmitglieder wollen sich von zwei Teenagern, die mit ihrer Beziehung auf Abneigung stoßen, nicht rumkomandieren lassen und planen einen Hinterhalt. Rosa und Alessandro werden wieder zur Flucht gezwungen. Quer durch Sizilien, vor ihren eigenen Familien und einer neuen, dunklen Gefahr suchen sie Antworten. Denn auch der Hungrige Mann ist zurückgekehrt um mit aller Macht die Kontrolle über die Arkadien Dynastien an sich zu reißen. Während ihrer Flucht begeben sich Rosa und Alessandro auf Spurensuche. Sie müssen herausfinden, was wirklich mit Rosas Vater geschehen ist. Und auch Alesssandro kämpft mit dem Wissen über die wahren Machenschaften seines Vaters. Die Zeit läuft gegen sie und es gibt viele Rätsel zu lösen. Diese Rätsel werden umwoben von Legenden und einem Mythos. Und auch der Name der Geheimorganisation TABULA taucht wieder einmal auf. Aber gibt es überhaupt des Rätsels Lösung? Kann das Schicksal, das Rosa und Alessandro aufgebürdet wird, wirklich umgangen werden?

„Wolkenschlieren streiften den scharlachroten Himmel wie Muskelfasern. Noch nie hatte das Morgenrot so sehr nach rohem Fleisch ausgesehen.“

 

 

Persönliche Meinung:

„Arkadien fällt“ ist Kai Meyers voraussichtlich letzter Band aus der Arkadien-Reihe. Es gab in diesem Jahr ein paar Must-reads auf meiner Leseliste. Der dritte Band um die Geschichte von Rosa Alcantara und Alessandro Carnevare stand dabei ganz klar auf Platz 1. Sehnlichst erwartet habe ich dieses Buch. Gehofft hatte ich lediglich, dass der Spannungslevel dem von „Arkadien brennt“ (Band 2) gleich kommt.

Das Finale beginnt mit einem Trauerfall, der Rosa und Alessandro zutiefst erschüttert. Doch für das Betrauern bleibt ihnen keine Zeit. Beide Protagonisten sehen sich einem alten Problem in jedoch ganz neuem Ausmaß gegenüber stehen. Die Freilassung des Hungrigen Mannes, der Capo dei Capi, aus seiner 30-jähriger Inhaftierung steht unmittelbar bevor. Und Rosa und Alessandro haben kein gutes Gefühl. Berechtigterweise, denn schon werden sie von Harpyien angegriffen. Durch einen Hinterhalt, hinter dem sie den Hungrigen Mann vermuten, geraten sie unter Mordverdacht. Wieder einmal muss das Paar fliehen. Jeder hat es auf sie abgesehen. Die Polizei, die Harpyien und ihr eigen Fleisch und Blut werden durch Verrat zum Feind. Doch was ist die Wahrheit und wo wird eine Wahrheit erfunden? Niemandem ist mehr zu trauen.

In dem letzen Band kann man unweigerlich sehen, dass Rosa und Alessandro noch mehr gewachsen sind. Normale Teenager sind sie, zum Dank ihrer Erlebnisse und ihrer aufgelegten Bürde, schon lang nicht mehr. Mit ihren Wandlungsfähigkeiten gehen beide mittlerweile fast natürlich um. Vorallem Rosa hat nochmal eine riesen Entwicklung in ihrer Schlangenhaut gemacht. Beide kämpfen aber nach wie vor gegen innerliche Dämonen wie Angst, Verwirrung, Rachegelüste und Verzweifelung. Ihre Liebe ist oftmals ihr einziger Halt. Kai Meyer spart nicht mit unschönen Kämpfen und Grausamkeiten. Diese wirkten aber nie erdrückend auf mich. Außerst viele Geheimnisse kommen zum Vorschein und mit den durchwegs erzeugten spannenden Plots, wurde ich automatisch in diesen Strudel hineingezogen. Umrahmt hat der Autor diese Ereignisse wieder einmal wundervoll durch detaillierte Schilderungen der landschaftlichen Kulisse Siziliens. Kai Meyer läßt seine Protagonisten und den Leser gleichermaßen in spannende Plots durch Sizilien hetzen.

Neben Rosa und Alessandro sind bereits bekannte Nebencharaktere wieder mit von der Partie. Da darf zum einen das Mädchen Iole und ihr süßer Mischlingshund Sarcasmo nicht fehlen. Ebenso hat der Autor, Raffaela Falchi und Christina Santis, die in „Arkadien brennt“ ihren ersten Auftritt bekamen, nicht nur wieder in die Geschichte einfließen lassen. Diese beiden Charaktere kann der Leser näher kennenlernen, was mir persönlich sehr gut gefiel. Der Hungrige Mann kommt im finalen Band zum Zuge, sich nach seiner langwierigen Haft die Macht zurück zu holen. Und vorallem ein Mädchen namens Danai Thanassis, das bereits im zweiten Buch einen Gastauftritt hatte, lernte ich äußerst gut kennen. Denn Danai hat ein Geheimnis, dass einem die Haare zu Berge stehen läßt und eine Gänsehaut verpasst. Auch einige Figuren, die ich hier nicht nennen werde, werden auftauchen und so einige Verwirrungen mit sich ziehen.

Fazit: Ich denke, dies wird ein langes Fazit. Vorab sei gesagt: Es wird kein wenn und aber geben, weil für mich „Arkadien fällt“ einfach alles beinhaltet, was ich mir unter einem unglaublich guten Buch vorstelle. Das Tempo, mit dem Kai Meyer mich durch das Buch zog, ist atemberaubend und perfekt getimed. Der Erzählstil traumhaft. Obwohl die Zeitspanne zwischen dem zweiten und dem letzen Band bei mir größer war, fühlte ich mich sofort wieder in die Geschichte ein. Es gibt überraschende Plots, schockierende Neuigkeiten und auch gewisse Aspekte die ich etwas vorhersehen konnte. Allerdings ist dies in keinster Weise einen Minuspunkt wert. Neben der Spannung, gab es auch ein paar gefühlvolle Momente. Vorallem zum Schluß wurde bei mir die Wehmut ganz ganz groß und es kullerten natürlich wieder ein paar Tränchen. Ich wollte einfach nicht gehen und dennoch fühlte es sich gut an. Kai Meyer hat für mich ein perfektes Ende geschaffen, denn es bleibt ein Resthoffnung da irgendwann wieder zurück zu kehren. Und wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist es auch nicht schlimm. Und das macht für mich einen sehr guten Abschluß aus.

Es ist nie einfach den Teil einer Trilogie/Serie, vorallem wenn es sich um den letzen handelt, zu besprechen ohne viel zu verraten. Sowohl über die vorherigen Bände als auch über die Handlungen des letzten Buches. Ich hoffe, das mir dies hiermit einigermaßen gelungen ist. Abschließend gibt es noch mein Lieblingssatz als Zitat aus dem letzen Band. Ich finde es so schön und so passend, und vorallem einfach nur REAL.

„Manchmal gehen zwei Menschen aneinander vorbei, sehen sich kurz in die Augen, und alles, was bleibt, ist ein Wunsch. Ein Traum von dem, was hätte geschehen können. Und dann gehen sie mit jedem Schritt weiter voneinander fort und von all ihren Träumen. 

 

Meine Rezension zu „Arkadien erwacht“ und „Arkadien brennt“p>

Buchtitel: Arkadien fällt

Seiten: 448 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Carlsen

ISBN: 978-3551582034

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    5 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Arkadien fällt“ von Kai Meyer”

    1. Tascha am 13. Oktober 2011 um 13:49 Uhr

      Die wird wohl morgen kommen, wollte sie vor der Messe fertig haben und da bleibt ja nur noch morgen :D Bin gespannt wie der Kopfsalat sich auf Papier macht. ;)

    2. Sandy am 12. Oktober 2011 um 08:31 Uhr

      @Tascha: Hiiii!! Bin auch froh, dass du auf mich gehört hast. Und ich weiß, wie du dich fühlst. Mir ist diese Rezension nicht so leicht von dir Hand gegangen, gerade weil mir so viel gutes eingefallen ist. Und diesen Salat in unseren Köpfen zu einem Sinn zusammen zu fassen, ist doch schon mal ganz schön hart. Werde mir deine Rezension dann auch unbedingt durchlesen. :D

    3. Tascha am 12. Oktober 2011 um 08:21 Uhr

      Sandylein, gut das ich auf dich gehört und das Buch direkt bestellt habe. Hat mir mindestens genau so gut gefallen wie dir, um so schwerer finde ich dann immer die Rezi zu schreiben, aber dir ist das sehr gut gelungen!

    4. Sandy am 11. Oktober 2011 um 21:03 Uhr

      Lieben Dank! Ich fand den ersten Band auch okay, aber das zweite Buch war der absolute Hammer. Und der dritte Teil ist ein wirklich durchwegs guter Abschluss. :D

    5. Yvonne am 9. Oktober 2011 um 21:01 Uhr

      Ich fand das Buch auch klasse. Das erste hatte mich ja so gar nicht überzeugt, aber das zweite fand ich echt „geil“ und das dritte war ein toller dritter Teil!! :)
      Tolles Buchbesprechung!!

      Ganz liebe Grüße ♥
      Yvi

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