Rezension | „Water & Air“ von Laura Kneidl

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Autorin: Laura Kneidl / Umfang: 480 Seiten / Format: Softcover / Verlag: Carlsen / erhältlich bei: Bücher.de, mayersche.de

 

Der Plot…

Seit dem Anstieg der Meeresspiegel leben die Menschen in gigantischen Kuppeln unter Wasser oder in der Luft. Mit ihren achtzehn Jahren hat Kenzie noch nie die Sonne gesehen. Ihr Leben in der Wasserkolonie unterliegt strengen Regeln. Von Kenzie wird, wie von allen anderen in der Kolonie erwartet, dass sie das Bild der Frau dort erfüllt. Für Kenzie ist aber gerade dieser Aspekt ein Drahtseilakt. Sie wünscht sich nichts mehr, als ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Nach einem Ultimatum von oberster Stelle, sieht sich die junge Frau gezwungen, ihr Leben zurück zu lassen. Sie flieht und steigt als blinder Passagier an Bord eines U-Boots Richtung Luftkolonie. Dort erhofft Kenzie sich, trotz auf die Gefahr der Verbannung, einen Neuanfang. Doch dann wird sie zur Hauptverdächtigen in einer mysteriösen Mordserie und Callum mit dem geheimnisvollen Lächeln hält als Einziger zu ihr. Aber nicht nur den beiden droht Gefahr, auch das Schicksal der gesamten Kolonie steht auf dem Spiel.

 

Mein Resumé…

Es liegt schon eine Weile zurück, seit meiner letzten Dystopie. Daher freute ich mich mit WATER & AIR auf meinen Wiedereinstieg in diese Sparte. Das Konzept klang für mich von vornherein äußerst interessant. Durch das Unterwasserwelt-Szenario und die hierarchische Aufteilung, fühlte ich mich ein wenig an RENEGADE von J.A. Souders erinnert. Dennoch schlug Laura Kneidl einen erfrischend anderen Weg ein. So merkte ich als Leser durch die Ich-Perspektive von Hauptfigur Kenzie recht schnell, dass auch diese Kolonie so seine Mängel hat. Ein Bewohner mit eigenem Kopf in der Wasserkolonie, hat nämlich einen schweren Stand. Ihr Wunsch nach Selbstverwirklichung und aktiverer Hilfe [als Taucherin], konnte ich sehr nachempfinden. Kenzie ist sehr wissbegierig und ihrem Alter entsprechend noch recht Selbstbezogen, wirkte durch letzteres aber nie unsympathisch auf mich. Auch ihr Geheimnis, das zu verheimlichen für sie zu einer Tortur in der Wasserkolonie wird, lies mich mitfühlen.

Callum ist neben Kenzie eine weitere Schlüsselfigur. Er ist tatsächlich der erste Bewohner der Luftkolonie, auf den Kenzie bei ihrer Ankunft trifft. Callums Persönlichkeit hat mich von Beginn an begeistert. Er ist facettenreich, geheimnisvoll – nein, nicht auf die Bad-Boy-Art – und wirkt sehr viel reifer als Kenzie (obwohl er nur knapp zwei Jahre älter ist), was sicher an seiner Verantwortung in der Kolonie liegt. Seine Geschichte, so muss ich zugeben, fesselte mich ein Stück mehr als die von Kenzie.

Die Beschreibungen der Kolonien lasen sich sehr interessant und machten Lust auf mehr, was bei einem Einzelband aber verständlicherweise nicht ausgereizt werden kann. Der Unterschied zur Luftkolonie, welche vergleichsweise wohlbehütet und wohlhabend zu sein scheint, ist gravierend. Doch das Blatt wendet sich und Kenzie muss sich eingestehen, dass auch in der Kolonie über den Wolken nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Der Einstieg in beide Welten, war für mich sehr einfach, da Laura Kneidls Erzählstil durchwegs sehr bildlich und atmosphärisch ist. Die Dialoge lasen sich angenehm und harmonierten sehr mit dem Handlungsverlauf. Doch dann schlichen sich erste Vorahnungen bei mir ein, die sich auch bewahrheiteten. Ich wurde folglich bei vereinzelnden Wendungen nicht wirklich überrascht. Das nahm mir beim lesen ein bisschen den ‚Thrill‘. Es machte mir nach vor Freude, weiterzulesen, da die Schreibe sehr angenehm und einnehmend ist. Und natürlich wollte ich wissen, wie es mit meinen Sympathieträger weitergeht.

Insgesamt hat Laura stilistisch wieder einen Quantensprung gemacht. Auch das Konzept war absolut nach meinem Geschmack ausgearbeitet.

 

Tacheles…

Die stilistische Weiterentwicklung von Laura Kneidl ist mir bei ihrem neuen Buch „Water & Air“ sehr positiv aufgefallen. Kenzie und Callum sind interessant geformte Figuren und man hat gerne mit ihnen gezittert. Das Worldbuilding der Luft- und Wasserkolonien wurde sehr gut konstruiert. Obgleich mich einige Entwicklungen nicht überrascht haben, las ich diesen dystopischen Einzelband wirklich gerne. Ich bin also gespannt auf die nächsten Abenteuer aus Lauras Feder.

 

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