Rezension | „Someone Else“ von Laura Kneidl

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Autorin: Laura Kneidl / 448 Seiten / Hardcover mit Schutzumschlag (Special Edition) / Verlag: LYX / erhältlich bei: Bücher.demayersche.de

 

Der Plot…

Eigentlich könnten Cassie und Auri das perfekte Paar sein: Sie sind beste Freunde, wohnen zusammen und teilen ihr größtes Hobby – die Fantasyliteratur. Und obwohl Cassie das Gefühl hat, dass niemand auf der Welt sie besser kennt als Auri, scheinen die beiden manchmal Welten zu trennen. Während Auri Football spielt, viele Bekanntschaften hat und gern unter Menschen geht, zieht Cassie sich lieber von der Außenwelt zurück und pflegt einen kleinen, aber engen Freundeskreis. Doch je mehr Zeit vergeht und je stärker ihre Gefühle für Auri werden, desto größer ist ihre Angst, dass das, was sie und Auri verbindet, vielleicht nicht so stark ist wie das, was sie trennt …

 

Mein Resumé…

Wer, genau wie ich, den ersten und in sich abgeschlossenen Teil „Someone New“ gelesen hat, erinnert sich sicherlich noch gut an die zwei Nebenfiguren Cassie und Auri. Die zwei sind darin nicht nur Julians Mitbewohner, sondern auch beste Freunde mit einer knisternden, weniger platonischen Chemie. Und daher bot es sich aus vielerlei Hinsicht an, ihnen eine eigene Geschichte zu widmen.

In SOMEONE ELSE richtet sich durch die Figuren der Fokus auf Themen wie [komplizierte] Freundschaft, Liebe, aber auch Soziale Phobie, Rassendiskriminierung und die Krankheit Diabetes. Gastauftritte von Micah und Julian sind natürlich inbegriffen, denn obwohl Julian bei Cassie und Auri ausgezogen ist, ist die freundschaftliche Verbindung stärker denn je.

Cassie ist ein eher introvertierter Mensch, der sich nur bei der Familie und engen Freunden richtig wohlfühlt. Auf große Menschenmassen und neue Leute reagiert sie unter Umständen panisch, sogar ablehnend. Introvertiertheit ist eine Charaktereigenschaft, die immer noch sehr missverstanden wird in unserer Gesellschaft. Lieber bekommen die Betreffenden schnell einen negativen Stempel aufgedrückt. Laura Kneidl hat das Thema sehr natürlich eingewoben. Auch Cassies Krankheit Diabetes integrierte die Autorin gekonnt. Diabetes ist für Cassie seit Kindesbeinen ein natürlicher Begleiter. Sie kennt ihre Grenzen, vermittelt aber nicht den Eindruck sich nicht ausleben zu können.

Auri hatte bei mir sofort ein Stein im Brett. Ich hatte als Leser schnell das Gefühl, das ihm Cassie wichtig ist. Er hat sich ihr so gut er konnte angepasst. Im Gegensatz zu Cassie ist Auri ziemlich bekannt. Er ist ein sehr guter Footballspieler in der Uni, ohne Proll-Allüren zu haben. Bei Auri schlägt das Herz am rechten Fleck. Doch auch er hat seine Unsicherheiten und Päckchen zu tragen.

Die Anziehung der Zwei war von Beginn an zu spüren. Die beiden verstehen einander blind und dennoch verstehen sie sich im Verlauf der Geschichte auch sehr oft falsch. Drama ist da natürlich vorprogrammiert.

Natürlich komme ich nicht umhin, trotz anderer Figuren und entsprechend anderem Schwerpunkt, meine Vergleiche zum ersten Band zu ziehen. Inhaltlich empfand ich „Someone New“ als etwas stärker. Mir wurde in SOMEONE ELSE manchmal zu sehr an der Oberfläche gekratzt, mit Längen aber nicht gespart.
Woran ich mich leider sehr störte, war eine zu sehr dramatisierte Situation zum letzten Drittel des Buches. In einer Sekunde flogen Herzen durch die Luft und in der Nächsten gab es diese mega Explosion, die sich dann als Drama auf die letzten Kapitel ausbreitete.

Die Buchseiten hätte man für eine Ausarbeitung an anderer Stelle nutzen können. Zum Beispiel in Auris Hintergrund. Es gab ein paar Szenen, in denen Auri unschönen rassistischen Anfeindungen ausgesetzt war, die mir etwas oberflächlich abgehandelt wurden. Hier habe ich mehr Potenzial gesehen.

Von der Schreibe wurde ich nicht enttäuscht. Auri und Cassie näher kennen zu lernen, neuen Figuren zu begegnen und alte Bekannte wiederzusehen, machte mir viel Freude. Laura hat ein tolles Händchen für Figurenzeichnungen. Und auch als nicht-Cosplay-Kenner mal einen Einblick in dieses Universum zu bekommen, gefiel mir sehr gut.

 

Tacheles…

In Gänze empfand ich SOMEONE ELSE in der Ausführung als nicht mehr ganz so stark wie „Someone New“. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet, der Schreibstil einnehmend, allerdings stockte die Handlung für meinen Geschmack zu oft. Dadurch bewegten sich die Figuren immer wieder im Kreis. Das auf den letzten Seiten viel zu hoch angesetzte Drama, verstand ich dann leider auch nicht. Die Geschichte um Auri und Cassie gefiel mir als Lovestory aber sehr. Ihre Welt wurde wundervoll lebendig ausgemalt und ich konnte darin sehr schön abtauchen.

 

 

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