Review | „You are (not) safe here“ von Kyrie McCauley

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Autorin: Kyrie McCauley / 400 Seiten / Übersetzung: Uwe-Michael Gutzschhahn / Originaltitel: If These Wings Could Fly / Klappenbroschur / Verlag: dtv Junior / erhältlich bei: geniallokal.deBücher.demayersche.de

 

Der Plot…

Wenn die größte Bedrohung für dein Leben dort lauert, wo du dich am sichersten fühlen solltest – in deinem Zuhause.

 

Tausende Krähen belagern die Kleinstadt Auburn, Pennsylvania, und es werden immer mehr. Alle Einwohner empfinden dies als Bedrohung – alle außer der 17-jährigen Leighton und ihren beiden jüngeren Schwestern. Denn die größte Gefahr lebt in ihrem Zuhause: ihr Vater, der immer wieder gewalttätig wird – und ihre Mutter, die schweigt und ihn nicht verlässt. Und die Nachbarn, die konsequent wegschauen. Leighton würde nichts lieber tun, als der Stadt den Rücken zu kehren, aber sie kann und will ihre Schwestern nicht zurücklassen. Denn eins ist klar: Irgendwann wird die Situation eskalieren…

 

Counting Crows…

Das Debüt von Kyrie McCauley bietet, wie man sich vorstellen kann, keinen Spaziergang durch einen Zauberwald. Es gleicht einem Horrortrip durch Dornen bewachsenes Ödland. Die wunderschöne lyrische Prosa kann nicht über den beispiellosen Alltag von Leighton und ihrer Familie hinwegtäuschen. Auch wenn sie es jedem weismachen wollen. Es ist ein Leben in ständiger Angst und Verzweifelung, ausgelöst durch die unbändigen Wut- und Gewaltausbrüche des Vaters.

Leightons Persönlichkeit wurde sehr stark von der Autorin geformt. Trotz ihrer Situation, sah ich sie selten als Opfer. Das kann sie sich nicht leisten, denkt sie. Stark sein muss sie für ihre jüngeren Geschwister, die auf sie bauen. Bei ihr fühlen sie sich sicher. Mir blutete jedes Mal aufs neue das Herz. Gerade wenn die Mutter wieder den Entschuldigungen und der Reumütigkeit des Vaters erlag. Für die 17-jährige ein wahrer Zwiespalt, denn der Wunsch auf ein College weit weg zu flüchten, rückt so in noch größere Ferne.

Als Liam, beliebter Footballspieler der Schulmannschaft und Einser-Schüler, sich beginnt für Leighton zu interessieren, erhellt sich ihr Alltag. Zum ersten Mal erlebt sie Sanftmut und Vertrauen. Er ist wirklich ein toller Charakter. Hervorzuheben sei, dass Romantik die eigentliche Erzählung für mich nicht überwogen hat.

Das Buch beinhaltet auch magischen Realismus/surreale Elemente. Krähen bevölkern plötzlich die Kleinstadt. Zu Beginn zählt diese lediglich ein paar Hundert dieser missverstandenen Vogelart. In verschiedenen Teilen wird die Geschichte anhand von Krähen-Zählungen aufgeteilt. Je dichter die Krähen-Zahl, umso größer die Gefahr. Diese Idee fand ich ziemlich genial, denn sie unterstrich die Atmosphäre perfekt.

Die Autorin schildert in ihrem Nachwort, dass sie selbst als Teenager ein Opfer häuslicher Gewalt war. Entsprechend sensibel geht Kyrie McCauley auch damit in Leightons Geschichte um. Häusliche Gewalt ist keine Fiktion. Sie geschieht jeden einzelnen Tag. Es passiert Mädchen und Jungen, genau wie Leighton. Daher sind diese Art von Erzählungen auch wichtig im Jugendbuch.

 

Im Großen und Ganzen…?!

YOU ARE (NOT) SAFE HERE ist ein ungeheuer wichtiges Debüt der Autorin Kyrie McCauley. Es ist eine Erzählung über den Verfall einer Familie, vom Wegschauen einer ganzen Stadt und dem glühenden Wunsch eines Mädchens, all dem zu entkommen. Eindringlich, stark, ungemütlich und ungeschönt umschreibt die Autorin den Alltag von Leighton, ihren kleinen Schwestern und der Mutter, die täglich durch die Hölle gehen. Bitte schaut nicht weg und lest dieses Buch!

 


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