Rezension zu „Grischa – Goldene Flammen“ von Leigh Bardugo

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 2 Nestgeflüster

 

Grischa – Goldene Flammen

Seiten: 352 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Carlsen

Sprache: Deutsch

Übersetzer: Henning Ahrens

ISBN: 978-3551582850

Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

Die Autorin…

Leigh Bardugo wurde 1975  in Jerusalem geboren, wuchs in Los Angeles auf und studierte später an der Yale University. In diesen Tagen lebt sie in Hollywood, wo sie ihre Vorliebe für Glamour und Kostüme frönt und in ihrem anderen Leben als Maskenbildner unter dem Namen L. B. Benson. Gelegentlich kann man sie mit ihrer Band Captain Automatic spielen sehen. Ihr Debüt-Roman, Grischa – Goldene Flammen (OT: „Shadow and Bone“), ist ein New York Times Bestseller und das erste Buch in der Grisha Trilogy. Buch 2 (OT: „Sieg and Storm), wird im Jahr 2013 veröffentlicht werden.

 

 

 

Der Plot…

Seit ihrer Kindheit sind Alina und Maljen eng miteinander verbunden. Als Waisen verbrachten sie viel Zeit miteinander im Hause eines Herzoges. Circa zehn Jahre später dienen sie der Ersten Armee (nicht-magische Armee) des Zaren. Alina ist wegen ihrer Zeichenkünste in der Lehre als Kartografin, bekommt jedoch von anderen aufgrund ihres unscheinbaren Wesens nur wenig Beachtung. Währenddessen genießt Maljen großes Ansehen als bester Fährtensucher, den die Armee je hervorgebracht hat. Auch die Frauen liegen ihm zu Füßen. Heimliche Schwärmereien von Alina werden bald ihr kleinstes Problem sein. Der Tag an dem das Schiff der ersten Armee die dunkle Schattenflur überqueren soll, überschattet alles. Kreaturen namens Volkra, welche dort hausen, greifen die Flotte an. Ein grausames Blutbad droht die ganze Besetzung, inklusive Alina und Maljen, in die tiefen Fluten der Schattenflure zu ziehen. Doch plötzlich erscheint ein grelles Licht, welches die Volkra in die Flucht schlagen und die Besetzung rettet. Als Alina aufwacht wird sie dem Dunklen, dem zweitmächtigsten Mann des Landes, vorgeführt. Augenzeugen sagen aus, dass es Alina war die mit Fähigkeiten die Menschen retten konnte. Niemand ist mehr überrascht und fest davon überzeugt, dass alles ein Missverständnis ist als Alina. Doch ihre Einwände und Bitten, sie gehen zu lassen werden überhört. Sie wird weit weggebracht. Fortgerissen von Maljen, an einem Ort an dem Menschen wie Ihresgleichen sind. Dort werden die besten Grischas des Landes ausgebildet. Aber kann und möchte Alina ihre Gabe wirklich annehmen? Und was will der Dunkle wirklich von ihr?

 

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

Normalerweise bewegt sich Leigh Bardugo in ihrem Job als Kostüm- und Maskenbildnerin eher hinter den Kulissen eines Filmsets in Hollywood.
Für ihr Debüt „Grischa – Goldene Flammen“ verschlug es sie jedoch hinter den heimeligen PC. Entstanden ist dabei eine Geschichte, die sich in einer komplett fiktionalen Welt abspielt, sich jedoch einigen Einflüssen der russischen Kultur bedient. Das Resultat entführte mich in eine wirklich faszinierende Welt voller Magie und russischem Flair.

Das Land Rawka wird durch die Schattenflur (auch Ödsee genannt; eine Sandwüste in Finsternis gehüllt) in zwei Teile getrennt. Diese Wüste wurde von einem bösen Grischa (Magier) erschaffen und gilt seither durch die Volkra als Todesgebiet. Nur wenige haben es jemals geschafft, die Schattenflur unbeschadet zu überqueren.

Seit Gedenken wird das Land Rawka vom Zaren regiert. Der >Dunkle< dient ihm seit vielen Jahren und trägt somit die zweitwichtigste Position im Land. Doch er wird von den Menschen Rawkas nicht nur geehrt sondern vor allem gefürchtet. Es sind die Kräfte, die in diesem Mann brodeln, welche Gerüchte zufolge vielen schon zum grausamen Verhängnis wurden. Und ausgerechnet dem >Dunklen< fällt Alina vor die Füße. Er und seine Leibgarde nehmen Alina gegen ihren Willen mit, nachdem sie unbewusst ihr unbekannte Fähigkeiten offenbarte um ihren Freund Maljen zu retten. Für den Dunklen ist Alina von unschätzbarem Wert. Sie soll nicht nur vor Mordanschlägen geschützt, sondern auch geformt und ausgebildet werden. Alina versteht die Welt nicht mehr.

Eine vergleichbare Geschichte wie „Grischa – Goldene Flammen“ habe ich persönlich noch nicht lesen dürfen. Es gibt sicherlich, was die Charaktere anbelangt, auch hier ein gewisses Schema. Dennoch schuf Leigh Bardugo sehr interessante und komplexe Figuren.
Alina zum Beispiel nimmt die Rolle des „hässlichen Entleins“ welches von allen übersehen wird, ein. Aber klein und schwach? Weit gefehlt, denn in Alina schlummern Fähigkeiten für die sie bald jeder, selbst die besten Grischas (Magier) des Landes, beneiden werden. Doch sie trägt nicht nur eine Gabe in sich, sondern noch weitaus menschlichere Züge wie Mut, Lebenswillen und Kampfbereitschaft.
Dann gibt es da noch den attraktiven Maljen. Er ist Alinas Freund seit Kindestagen und der Mann, der ganz heimlich ihr Herz zum pochen bringt. Durch seinen unvergleichlichen Spürsinn hat er sich einen Namen gemacht in der Ersten Armee. Auf mich wirkte er zunächst etwas zu arrogant und sehr von sich überzeugt.

Der Einstieg war zunächst holprig, weil mich einige Begriffe oftmals verwirrten. Irgendwann stieß ich das Gefühl der Verwirrung von mir und lies mich komplett in die Geschichte gleiten. So faszinierte mich diese unbekannte Welt, ihre grausamen Wesen, Mythen und mächtigen Zauberer. Es fühlte sich an, als ob man durch das verschneite Russland zur Zarenzeit und gleichzeitig einer magischen Zauberwelt wandert.

Sowohl die Protagonistin als auch Nebenfiguren nehmen den Leser schnell für sich ein. Der Erzählstil entspringt der Ich-Perspektive Alinas, ist dicht, spannend und reich an bildlichen Einflüssen.

 

 

Spieglein Spieglein…

Die Gestaltung des Covers ist durch den außergewöhnlichen Aquarelldruck der jungen Alina, Wäldern und einem Hirsch (welcher eine wichtige Rolle im Buch spielt) ein fantastischer i-Tupfen. Schlägt der Leser das Buch auf, kann man einen eindrucksvollen Blick auf die Karte des Landes werfen. Ein Lesebändchen in dunklem Grün ist auch integriert. Eine rundum gelungene Aufmachung verleiht dem Buch somit den Feinschlief.

 

 

 

Tacheles…

Leigh Bardugo hat in dem Trilogie-Auftakt „Grischa – Goldene Flammen“ eine Welt geschaffen, welche den Leser kurzweilige Lesestunden schenken wird. Ein Mädchen hin- und hergerissen zwischen ihrer Gabe, Versuchung und Liebe. Begeisterte Jugendbuchleser können dieser zauberhaften, düsteren, spannenden Geschichte mit Fantasy Elementen aus gutem Grund nicht entkommen. Ich zumindest sah mich im Zarenpalast einen Kwass nippen und eine Kefta (Grischa Robe) anprobieren.

 

 

Extra Dish…

Nachschlag gefällig? Bitte sehr! Es ist noch anzumerken, dass es ein Glossar gibt, welches wirklich hilfreich bei einigen fremdsprachigen Ausdrücken ist.
Neben der Fortsetzung, welche nächstes Jahr in den USA unter dem Titel „Sieg and Storm“ erscheinen wird, hat sich nun Hollywood die Filmrechte gesichert. Kein geringerer als David Heyman, Produzent der Harry Potter Filme, wird sich der Verfilmung annehmen.

 

 

 

 

Herzlichen Dank an     und    !

 

 

 

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    2 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Grischa – Goldene Flammen“ von Leigh Bardugo”

    1. Janine2610 am 10. Mai 2015 um 21:18 Uhr

      Hallo Sandy!
      Hast du schon vom Bloggernetzwerk gehört? Wenn nicht, dann lass ich dir mal kurz den Link zum Hintergrund des Blogs da:
      https://bloggervernetzt.wordpress.com/an-blogger/
      Ich bin dort jedenfalls seit kurzem Mitglied und würde mich sehr freuen, wenn ich deine Rezension hier zu „Grischa“ verlinken dürfte. (Und mit deiner Erlaubnis auch in Zukunft ein paar deiner Rezensionen?)
      Und hier sende ich dir auch einen Beispiellink, wie es das Ganze im Endeffekt aussehen kann:
      https://bloggervernetzt.wordpress.com/2015/03/27/die-sieben-schwestern-01-von-lucinda-riley/#more-1436

      Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
      Ganz lieben Gruß ♥,
      Janine

    2. Lady Moonlight am 20. Oktober 2014 um 20:02 Uhr

      Eine schöne Rezension 🙂 Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe es erst vor Kurzem gelesen. Auf die Fortsetzung bin ich schon sehr gespannt.

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