Rezension zu „Just One Day“ von Gayle Forman

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 10 Nestgeflüster

 

Just one day_Gayle Forman

 

Just One Day / Autorin: Gayle Forman / Seiten: 368 (Taschenbuch) / Verlag: Dutton Juvenile /Sprache: Englisch

 

Die Autorin…

Gayle Forman, geboren am 5. Juni 1971, ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin. Sie begann ihre journalistische Karriere beim „Seventeen Magazine“ und arbeitete für große Magazine wie Cosmopolitan, Glamour, The Nation und Elle, bevor sie Autorin wurde. Im Jahre 2002 machte sie mit ihrem Mann eine Weltreise. Daraus entstand ihr erstes Buch „You Can’t Get There From Here: A Year On the Fringes of a Shrinking World“. Ihr erstes Jugendbuch trägt den Titel „Sisters in Sanity“ und erschien im 2007. Danach folgten die Bücher „Wenn ich bleibe“ (OT: „If I stay“) und „Lovesong“ (OT: „Where she went“), welche in Deutschland bei Blanvalet erfolgreich erschienen. „Just One Day“ erscheint im Januar 2013 als Originaltitel bei Dutton Juvenile. Gayle Forman lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York.

Website: http://www.gayleforman.com/

Facebook-Seite Just One Day/Just One Year 

 

 

Der Plot…

Die wohlbehütete 18-jährige Allyson Healey reiste mit ihrer Freundin in den letzten drei Wochen durch Europa. Es war ein Geschenk ihrer Eltern zum High School Abschluss.

Doch das größte Abenteuer ihres Lebens steht kurz vor der Abreise vor ihr. Ein geheimnisvoller, charismatischer Junge entführt Allyson zunächst zu einer öffentlichen Aufführung von Shakespeares Sonet „Twelfth Night“ – in der er natürlich eine der Rollen spielt. Als sie ihm anschließend wiederbegegnet, stellt er sich als Willem vor und lädt Allyson spontan für einen Tag auf eine persönliche Tour nach Paris ein. Die Neugierde gewinnt. Gegen jede Vernunft willigt Allyson ein und begibt sich mit einem Fremden nach Paris. Es beginnt für sieein Tag voller Abenteuer, magischen und verwirrenden Momenten. Und obwohl sich beide darüber im Klaren sind, dass eine Trennung am nächsten Tag unausweichlich ist, verbringen sie die Nacht miteinander. Am nächsten Morgen erwacht Allyson…allein. Von Willem fehlt jede Spur. In ihr bricht alles entzwei. Wieder in Amerika auf dem College versucht sie ihr Leben in den Griff zu bekommen, doch die Erinnerung an Willem entfesselt immer wieder den Schmerz. Der Gedanke, mit diesem einen Tag noch nicht abgeschlossen zu haben, lässt sich einfach nicht abschütteln.

 

 

 

Meiner Ansicht nach…

Erinnert ihr euch noch an „Wenn ich bleibe“ und „Lovesong“ von Gayle Forman? Erinnert ihr euch noch an das Gefühl beim Lesen, die vergossenen Tränen, den Kloß im Hals und dumpfen Schmerz in der Brust? Höre ich den Namen der Autorin, verbinde ich all das mit ihren Büchern. Aber vor allem erinnere ich mich an die Intensität mit der ihre Protagonisten leben, lieben und leiden.

Natürlich konnte ich wegen all dieser Gründe nicht warten, bis ein deutscher Verlag die Rechte für Gayle Formans neues Buch „Just One Day“ ergattert und es veröffentlicht. Das war mir schon bewusst, als ich das erste Mal las wohin die Autorin ihre Protagonistin und Leser führt, und was auf sie zukommen sollte.

Widererwarten beschreibt „Just One Day“ nicht nur wie sich Allyson und Willem begegnen, einen verrückten Sommertag in einer der romantischsten Städte der Welt verleben, sich verlieben und wieder trennen. Nein, dies ist nur der erste Teil des Buches. Der zweite Teil beschreibt das Leben Allysons nach ihrer Rückkehr aus Europa. Es beschreibt den Kampf dieses Mädchens ohne Willem, Tag für Tag durchzustehen. Ich begleitete sie bei diesem Kampf und wie sie in eine Starre aus Resignation, Verzweiflung, hoffnungsloser Liebe und Angst verfiel. Es war für mich insbesondere der zweite Part im Buch, welcher mich begeisterte und zu Tränen rührte.

Allyson Healey ist zu Beginn ihrer Reise ein Mädchen voller Selbstzweifel und Unsicherheiten. Stets ist sie bemüht es ihren Eltern und Freunden Recht zu machen. Dabei merkt sie nicht, dass sie gar nicht ihr eigenes Leben führt. Doch Willem sieht all das innerhalb weniger Stunden an nur einem Tag. Er sieht die wilde Seite in ihr. Willem zeigt ihr, dass es nicht verkehrt ist, zu träumen, spontan zu sein und sich selbst dabei Treu bleiben.

Willem ist ein Lebemann, geheimnisvoll, klug und witzig. Er reiste quer um die Welt und hat auf jedem Kontinent ein Mädchen im Arm. Doch für Allyson fährt er nach einer Weltreise nicht nach Hause, sondern macht einen Umweg mit ihr nach Paris. Allyson ist sich bewusst über den Charm des Jungen. Ihr ist auch klar, dass eine Trennung unausweichlich ist. Dennoch entwickeln sich bei ihr tiefste Gefühle, gefolgt von einem unendlich tiefen Loch als Willem sie verlässt.

Aber „Just One Day“ ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Diese Geschichte beschreibt vor allem den Weg eines Mädchens, das zur Frau wird. Wie Allyson sich auf die Suche begibt, wem sie dabei begegnet und was sie über sich lernt. Und das verleiht „Just One Day“ die entsprechende Tiefe. Es ließ mich die Geschichte von einer ganz anderen Seite sehen, als ich es für möglich gehalten hätte.

Gayle Forman besitzt die Gabe mit einem Satz die tiefsten Gefühle eines Menschen darzulegen. Sie weckt mit ihren Worten ein Glücksgefühl in ihren Lesern. Glück und Leid geben sich in diesem Buch fortwährend die Klinke in die Hand. So brach Gayle nicht nur Protagonistin Allyson die Hoffnung und das Herz, sondern auch mir. Und das mehrmals.

Das Ende von „Just One Day“ ließ mich vor Enttäuschung aufschreien, weil ich auf den Folgeband „Just One Year“ –welches aus dem Blickwinkel Willems ist – bis zum Herbst warten muss. Gerne hätte ich sofort weitergelesen.

 

We are born in one day. We die in one day. We can change in one day.
And we can fall in love in one day. Anything can happen in just one day.“

 

 

Spieglein Spieglein…

Das Buchcover ist so simple und dennoch fängt es perfekt den Plot des Buches ein. Ein dunkelhaariges Mädchen in einem Café. Es schaut verträumt aus dem Fenster, sucht mit dem Blick nach einem Jungen und an ihrem Handgelenk prankt eine Uhr. Ja, das ist zweifellos Allyson.

 

 

Tacheles…

Mit „Just One Day“ schickt Gayle Forman Allyson und Willem auf eine unglaublich emotionale Gefühlsachterbahn durch Paris. Doch mit nur einem Tag in der Stadt der Liebe ist es nicht getan. Danach beginnt sowohl für Protagonistin Allyson als auch für den Leser ein herzzerreißendes Jahr. Mit ihrem bezaubernden Schreibstil berührt und erschüttert die Autorin gleichermaßen. Mit pochendem Herzen fiebere ich ungeduldig „Just One Year“ entgegen. Dies ist eine Leseempfehlung für alle, die an Liebe gegen jede Vernunft und Maßstäbe glauben [möchten]. Ein Buch, das Mut macht Träume zu verwirklichen ohne das eigene Ich zu verstecken, sich aber gleichzeitig neu zu finden.

 

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    10 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Just One Day“ von Gayle Forman”

    1. Lotta am 10. März 2016 um 22:55 Uhr

      Hallöchen 😀
      Ich habe dieses Buch abgöttisch geliebt und ich freue mich wie verrückt auf den zweiten Teil, der jetzt hoffentlich irgendwann demnächst bei mir ankommen wird! 😀 Ich bin so gespannt die Geschichte aus seiner Sicht zu lesen. Hach.
      Ich habe deine Rezension bei mir verlinkt, ich hoffe das ist okay. Meine wird jedoch erst am 22.03 online kommen. 😀

      Liebst, Lotta

      • Sandy am 11. März 2016 um 21:01 Uhr

        Hi Lotta,
        das freut mich sehr! Der zweite Teil kommt ja bald, oder? Dann hoffe ich, dass es dir dann genauso gut gefällt wie mir. 😉
        Und natürlich kannst du mich gerne verlinken. Ganz lieben Dank!!

        Grüß dich lieb,
        Sandy

    2. Nicole am 9. Januar 2013 um 17:29 Uhr

      Und wieder einmal verzaubert mich deine Rezension 🙂
      Am liebsten würd ich mir das Buch direkt schnappen und lesen,
      das usselige Wetter draußen ist eig passend für ein bissel schöne, romantische Stimmung

      • Sandy am 9. Januar 2013 um 17:45 Uhr

        Und außerdem warst du gerade ja in Paris und kannst schön mitreden. 😉
        Aber ja, es ist ein gutes Buch um sich vom Alltag abzuseilen und Fernweh zu bekommen.

    3. Reni am 9. Januar 2013 um 17:00 Uhr

      Danke für diese wundervolle Rezi. Ich glaube demnächst wirds dann auch für mich mal wieder Zeit für ein englische Buch! Liest „Just one day“ sich denn auch mit etwas eingerostetem Englisch gut oder ist es eher speziell geschrieben? Auf jeden Fall macht deine Rezi mir auch viel Lust auf DIESES Buch und da mag ich ebenfalls nicht so lange auf die Übersetzung warten. Die Story geht mir jetzt schon unter die Haut. Sehr schön geschrieben! Auch deine Worte zu „Wenn ich bleibe“ und „Lovesong“ – sehr passend! Und wie? Schon wieder muss man so lange warten, bis es endlich ein (hoffentlich) Happy End gibt? Wie gemein!

      Liebe Grüße
      Reni

      • Sandy am 9. Januar 2013 um 17:21 Uhr

        Hallo liebe Reni,
        ich danke dir ganz herzlich für die lieben Worte! Fühle mich geschmeichelt, weil ich Euren Blog so gerne lese (Ich kommentiere auch mehr. Versprochen!). 😀
        Es ist einen Versuch Wert mit eingerostetem Englisch das Buch zu lesen. Ich empfand es als einfach zu verstehen. Und das obwohl die Stücke von Shakespeare eine große Rolle spielen und daher auch einige Dialoge vorkommen. Gayle drückt sich nicht so gestelzt aus, aber doch haben ihre einfachen Worte eine sehr schöne Tiefe.
        Auf „Just One Year“ müssen wir zum Glück nur bis zum Herbst warten und nicht ein ganzes Jahr. Das ist noch auszuhalten. 😛

        Ach übrigens, falls du wirklich mehr lesen möchtest empfehle ich dir meine Mini-Challenge „A Cup of English Reads, please!“ Deine Schwester hatte zumindest Interesse bekundet, auch teilnehmen zu wollen.

        • Reni am 10. Januar 2013 um 19:30 Uhr

          Da fühle ich mich doch zurückgeschmeichelt. Danke! Aber fühle dich nicht genötigt zu kommentieren. So wie du Lust hast und wie es passt. Ich schaffe es leider auch nicht immer und überall. Freuen tue ich mich natürlich, wenn du es tust. Danke dann für das kurze Feedback. Ich gehe mal in mich, was deine Challenge betrifft (bis zum Anmeldeschluss). Die Sandi hat mir davon schon berichtet und will am Wochenende mal ihre Auflistungs-Ecke einrichten. Vielleicht kann ich mich da ja dann einklinken (für die leichtere Variante), sollte ich mich dafür entscheiden – wäre ja schon ein guter Ar…tritt für mich. Wobei ich dann wohl das Problem mit doppelten Rezis hätte, da mir meine Schwester stets von ihren englischen Büchern vorschwärmt und mich neugierig macht. Da müsstest du mir dann wohl ein paar Anregungen geben. 🙂

          Liebe Grüße
          Reni

          • Sandy am 10. Januar 2013 um 21:57 Uhr

            Ach, quatsch! Genötigt fühle ich mich sicher nicht. Ein Vorsatz für mich ist aber, einfach mehr zu kommentieren. Wenn ich schon lese, dann kann ich auch was zu schreiben. 😉
            Wg. der Challenge würde ich mich natürlich freuen, und du könntest – wie du sagst – auch dein English entrosten. Ich glaube, Sandi wollte in die ‚Earl Grey‘ Gruppe (fortgeschrittene). Die ‚Breakfast Tea‘ Gruppe eignet sich für Leser, die sich noch ein bisschen an das Englisch lesen rantasten möchten. Da ihr zwei ja Buecherraschung.de gemeinsam führt, könnte man sowas doch witzig gestalten. Sandi hätte die Rezi Pflicht, die andere Gruppe muss sich „nur“ eine Zusammenfassung (in welcher Form ist jedem frei überlassen) überlegen. Da gibt es einige Möglichkeiten.
            Anregungen gebe ich dir super gerne. Auch per E-Mail, wenn dir was unter den Nägeln brennt.

            Schaut einfach, ob ihr Lust hättet. Ein paar Tage sind ja noch Zeit. 🙂

    4. Sabrina am 8. Januar 2013 um 17:02 Uhr

      Ich kann es kaum erwarten, bis meine Kopie des Buches mit der Post kommt. Deine Rezension hat mich noch ungeduldiger gemacht. 🙂

      • Sandy am 8. Januar 2013 um 19:45 Uhr

        Deine Ungeduld ist verständlich. 😉 Das Warten hat sich wirklich gelohnt. Hoffe, dass gleiches für „Just One Year“ gelten wird.

        Und schön, dass du dich zu mir verirrt hast. 🙂

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