Rezension zu „Graffiti Moon“ von Cath Crowley

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 7 Nestgeflüster

©


Graffiti Moon /
Autorin: Cath Crowley / Seiten: 256 (Hardcover) / Verlag: Carlsen / Übersetzung: Henning Ahrens / Sprache: Deutsch

 

Die Autorin…

Cath Crowley wuchs mit drei Brüdern und einem Hund namens Elvis auf dem Land auf. Sie erzählt schon ihr ganzes Leben lang gern Geschichten, hat sie aber nie aufgeschrieben – bis sie von Australien nach Europa zog und begann, ihrem Bruder Anthony Briefe zu schreiben. Er montierte diese Briefe zu einem Musical und das war der Auftakt ihrer Schriftstellerkarriere. Heute lebt und schreibt Cath Crowley in Melbourne.

 

Quelle Autorinprofil: Carlsen Verlag

 

 

 

Der Plot…

In Lucys Heimatstadt ist er nur unter dem Namen ‚Shadow‘ bekannt. Er ist ein Phantom, das Nachts durch die Stadt zieht und mit seinem Freund ‚Poet‘ emotionsgeladene, vor Kraft pulsierende Werke an graue Wände sprüht. Lucys Herz schlägt wild für ihn und seine Graffiti-Kunst. Doch nicht umsonst heißt dieser Junge ‚Shadow‘. Ihn zu erwischen scheint für das junge Mädchen zu einer Mission Impossible zu werden. Wieder einmal bricht die Nacht herein und Lucy bekommt einen Tipp, wo Shadow einer weiteren Wand farbiges, vor Poesie strotzendes Leben einhaucht. Doch wieder ist sie zu spät. Lucys Verlangen ihn zu finden ist nunmehr unbändig. Da kommt ihr der etwas seltsame Ed ganz gelegen, denn er und seine Freunde behaupten Shadow zu kennen. Gemeinsam streifen Lucy und Ed durch die warme Sommernacht. Begleitet werden sie von Musik, Haikus und Shadows ‚Pieces‘. Mit ihm zusammen sieht Lucy einmal kein Phantom vor sich. Doch Ed hat ein Geheimnis vor der redseeligen Lucy. Wird sie es entschlüsseln und ihm dann noch in die Augen schauen können?

 

 

Meiner Ansicht nach…

Geschichten die das Leben schreiben? Im Falle von „Graffiti Moon“ wird hier gesprüht, was die Farben herhalten und auf Teufel komm raus gedichtet. Aus wechselnden Perspektiven von Lucy und Ed rauschte ich mit ihnen durch eine Nacht voller Kunst, Lyrik und Leben. Dazwischen schenkt der Freund von Shadow (und Partner in Crime) dem Leser einige seiner Gedichte. Es sind Gedankenstränge verpackt in schlichte, aber starke Worte. Ein recht einfacher, aber dennoch ausdrucksvoller und lyrischer Schreibstil wird umrahmt von einer ‚Arty‘ Atmosphäre. Denn nicht nur Shadow hat sich den Sprühdosen verschrieben, auch Lucy wünscht sich sehnlich mit ihrer Glasbläserei einmal wahre Kunstwerke zu erschaffen.

Künstler sind oftmals sehr sensibel, gewissermaßen exzentrisch und empfänglich für ihre Umgebung. Sowohl Lucy als auch Ed haben für mich dieses Image sehr passend ausgefüllt. Lucy steht jedoch noch am Anfang ihre eigene Kunst zu entdecken und muss währenddessen mit ihrem Leben auf die Reihe kommen. Beide sind liebe Zeitgenossen mit denen man sich gerne in eine Nacht voller Abenteuer, aber auch simplen Gesprächen, verlieren möchte. Während Lucy das ‚Künstler-Gen‘ praktisch von ihren Eltern geerbt hat, scheint Ed einer dieser verlorenen Seelen zu sein. Beide erfüllen da ganz offensichtlich nicht das ‚typische‘ Teenagerbild. Sie passen in keine Schublade und das war für mich so eine kleine Message. Sei du selbst, egal wer dir sagt was du werden sollst. Es ist ein Weg gepflastert mit Verwirrungen und Selbstzweifel. Der Weg zum Erwachsenwerden.

Die Geschichte ist schon vorhersehbar, aber ich wollte wissen, wie Lucy und Ed nicht nur dem Geheimnis um den Graffiti-Künstler auf die Spur kommen sondern wie sich die Nacht für sie selbst entwickelt. Was sie bei ihren Entdeckungen von Wahrheit und Lüge empfinden.

„Graffiti Moon“ ist ein süßes Buch, aber auch manches Mal mit so romantischen, tiefgründigen Textpassagen gefüllt, dass mir ein kleiner Kloß im Hals stecken blieb. Am Ende läßt man Lucy und Ed gehen und wünscht ihnen von Herzen, dass sie der Mut und Glaube an ihre Zukunft, Liebe und Familie nicht verlassen wird.

 

 

 

Tacheles…

Cath Crowley läßt in „Graffiti Moon“ ihre Protagonisten Lucy und Ed nach den Sternen greifen. Dieses kleine Buch ist nicht nur eine simple Liebesgeschichte. Verpackt in einen ungewöhnlichen, aber passend lyrischen Schreibstil sind Lucy und Ed in einer heißen Nacht nicht nur auf der Suche nach einem Graffiti-Künstler, sondern nach sich selbst. Gefangen zwischen ihren Träumen und sehr realistischen Problemen, lernen die beiden sich kennen. Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit, wie die Nacht enden könnte, versprühte „Graffiti Moon“ für kurze (Lese)Zeit einen gewissen Zauber bei mir.

 

 

carlsen_logo

 

Amazon-Button22 Thalia_button

 

 

Schön, dass ihr Nightingale's Blog besucht. Wenn ihr lest, freue ich mich sehr. Wenn ihr Euch mir mitteilt, noch viel mehr. Spam verschwindet jedoch durch meine Hand und wird von diesem Blog verbannt.

    7 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Graffiti Moon“ von Cath Crowley”

    1. Miss Bookiverse am 14. Mai 2013 um 15:26 Uhr

      Ich habe das Buch gestern gerade beendet. Kann dir eigentlich nur zustimmen, es ist so schön, so süß, so tiefsinnig, so „artsy“ und einfach so bezaubernd. Oh und lustig! Du hast lustig vergessen, v.a. Lucys Freundin Jazz hat mich immer wieder zum Lachen gebracht 😀

      • Sandy am 15. Mai 2013 um 08:31 Uhr

        Stimmt. Lustig war es ganz sicher. Habe ich total vergessen zu schreiben. Die „Sitzungen“ der drei Mädels haben mich sehr amüsiert. 😀

    2. Reni am 4. Mai 2013 um 21:24 Uhr

      Das ist doch mal eine ansteckende Rezension, die mir glatt Lust macht, das bei mir zu Hause liegende „Graffiti Moon“ aus seiner Folienverpackung zu befreien und sofort loszulegen – wirklich ein Glück, dass ich es die Woche im Buchladen erblickte und damit entschlossen zur Kasse maschierte. Ich mag ja solche Geschichten, die das Leben schreiben könnte und umso besser, dass man es hier mit keinen Schubladencharakteren zu tun bekommt. Was du über die schlichten und doch starken Worte – samt Gedichte – schreibst, spricht mich ebenfalls stark an. Hätte ich das Buch nicht schon gekauft, würde es jetzt sicherlich in den virtuellen Warenkorb plumpsen. Eine farbenprächtig schöne Rezi!

      Liebe Grüße
      Reni

      • Sandy am 5. Mai 2013 um 17:17 Uhr

        Es freut mich wieder sehr, dass dich die Rezi so angesprochen hat! Ich weiß ja, dass dich ungewöhnliche Geschichten und Charaktere ansprechen. Solche Bücher müssen einfach zwischendurch sein. Ich liebe auch immer kleine Messages daraus zu ziehen und hoffe, dass du Freude am Buch haben wirst. 😉

        Ganz liebe Grüße,
        Sandy

    3. Lisa am 4. Mai 2013 um 17:44 Uhr

      Scheeeeen! Ab uf die Wunschliste 😉 😀

    Hinterlasse eine Antwort