Rezension | „Emmy & Oliver“ von Robin Benway

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Emmy & Oliver_Benway

 

Autorin: Robin Benway / 384 Seiten / Übersetzung: Jessika Komina, Sandra Knuffinke / Hardcover / Verlag: Magellan / OT: Emmy & Oliver / auch erhältlich bei: Bücher.de

 

Der Plot…

Emmy hat es satt, ständig in Watte gepackt zu werden. Sie möchte Surfen oder auf Partys gehen, ohne ihre über-beschützenden Eltern belügen zu müssen. Seit zehn Jahren geht das so, seit damals, als Oliver entführt wurde. Er war nicht nur der Junge von nebenan, sondern Emmys bester Freund. Als er verschwand, wurden Herzen gebrochen und viele Tränen vergossen. Doch eines Tages tritt Oliver wieder in ihrer aller Leben. Nach dem großen Schock und der Freude, muss Emmy aber feststellen, dass mit seiner Rückkehr, die Ängste nicht verschwunden sind. Dabei will Emmy einfach nur wieder Zeit mit Oliver verbringen. Sie möchte ihn neu kennenlernen, mit ihm reden und glücklich sein. Aber die Ereignisse der Vergangenheit haben nicht nur Schatten auf ihr Leben geworfen, sondern auch auf das ihrer Eltern. Und auch Oliver nimmt seine Rückkehr mehr mit, als es zunächst den Anschein hat. Emmy spürt: Um glücklich zu werden, muss sie den Mut finden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Doch das ist alles gar nicht so einfach…

 

 

Mein Resumé…

Wie in der Zusammenfassung bereits beschrieben, wird sich in „Emmy & Oliver“ mit Olivers plötzlicher Rückkehr, nachdem er zehn Jahre zuvor von seinem eigenen Vater entführt worden ist, auseinander gesetzt. Für alle Charaktere beginnt damit eine Aufarbeitung, aber auch der Versuch nach vorne zu schauen. Für Oliver ist es hart, weil er in all den Jahren von seinem Vater belogen wurde. Für alle anderen – sprich seine Mutter, Emmy und ihre Freunde, und Familie – weil mit seiner Heimkehr etwas geschehen ist, womit keiner mehr gerechnet hat. Zehn Jahre sind an keinem spurlos vorbei gegangen. Für Oliver ist jeder eigentlich ein Fremder, sogar seine eigene Mutter. Die anderen kennen den kleinen Jungen von damals, aber nicht den jungen Mann. Dieser Umstand ist für alle verwirrend, überwältigend und schmerzhaft zugleich. Robin Benway hat all diese Emotionen unheimlich gelungen rüberbringen können.

 

„Oliver brauchte eine ganze Menge, das war mir bewusst. Er brauchte mehr, als ich ihm an jenem Nachmittag bieten konnte. Aber vielleicht, ganz vielleicht, war surfen bei Sonnenuntergang schon mal ein Anfang.“

 

Emmy & Oliver sind sehr angenehme Figuren. Sie harmonieren schön miteinander, sowohl als Freunde als auch als Paar. Der gleichnamige Buchtitel steht für so viel mehr, als man zunächst glauben mag. Es geht um ihrer beider Freundschaft, die sie als kleine Kinder verlieren und zehn Jahre später (zunächst platonisch) zaghaft neu knüpfen.

 

„Mein Herz war eine Flipperkugel, gefangen in meinem Brustkorb, meine Lunge ein kaputtes Akkordeon…“

 

Aber es ist auch ihrer beider Weg getrennt voneinander, der mich berührte.Emmy & Oliver_original Die tägliche Sehnsucht nach dem Ausleben ihrer Träume ohne Geheimniskrämerei, von Emmys Seite. Und die Lüge, mit der Oliver seit seiner Rückkehr so furchtbar ringt.

Den Erzählstil aus der Ich-Perspektive von Emmy, empfand ich ohne Frage sehr gelungen. Die Schreibe ist dicht, amüsant und gefühlvoll. Der traurige Part und die Leichtigkeit halten sich in dieser Geschichte perfekt die Waage. Mir hätte es aber noch einen Ticken besser gefallen, auch Olivers Sicht in diesem Buch zu finden, da die Autorin seine Persönlichkeit sehr interessant gezeichnet hat. Was aber dennoch nicht zu kurz kam, und davor hatte ich meine Bedenken, war mit welcher Ernsthaftigkeit die Autorin Olivers Entführung aufnehmen würde. Nichts wird hier verschönigt, oder gar romantisiert.

Familie und Freundschaft werden natürlich groß geschrieben. Da ist nicht nur Oliver, der sich seiner emotional überforderten Mutter nur schwer nähern kann, und seinen Vater schrecklich vermisst. Auch Emmy hat unter ihren gluckenhaften Eltern zu leiden, die sie sehr stark überwachen. Und dann sind da noch Drew und Caro, Emmys beste Freunde, die auch Oliver schon als kleinen Jungen kannten. Wann immer sie zueinander fanden, hing dieses Verständnis unter wahren Freunden in der Luft. Dazu brachten die Dialoge eine gewisse Frische in eine etwas schräge Situation.

 

Emmy & Oliver_Benway_ohne U

 

 

 

Tacheles…

Dieses wunderbare Buch von Robin Benway hat mich auf so einige Gefühlswellen entlang gleiten lassen. Jede Figur wurde von der Autorin so liebevoll gezeichnet, dass man gerne mehr Zeit mit jedem verbringen möchte. Glücksmomente und tiefe Traurigkeit geben sich in „Emmy & Oliver“ die Hand. Eine zauberhafte, witzige und zugleich traurige Geschichte darüber, den Weg nach Hause und zu sich selbst zu finden.

 

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    2 Nestgeflüster zu “Rezension | „Emmy & Oliver“ von Robin Benway”

    1. Fabian am 9. Februar 2016 um 20:49 Uhr

      Hach, das klingt so gut einfach! Und erfrischend abwechslungsreich. Einfach mal keine 08/15 Mädchen-trifft-Junge-und-ist-direkt-forever-in-love-Geschichte. Die Leute von Magellan haben echt ein Händchen dafür, sich solche Perlen auszugucken, und dann auch noch so toll zu verpacken. Sehr schöne Rezension 😀 Da rückt das Buch gleich mal ein gutes Stück nach oben auf der WL .

      • Sandy am 9. Februar 2016 um 21:02 Uhr

        Danke, Fabian!
        Das besondere hierbei ist wirklich, dass Emmy & Oliver sich seit ihrer Geburt kannten und trotz dieser zehnjährigen Distanz, sofort wieder eine Anziehung aufeinander hatten. Das macht es anders. Das hatte auch zunächst nichts mit romantischen Gefühlen zutun.

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