Rezension | „Jackaby“ (Jackaby #1) von William Ritter

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 5 Nestgeflüster

Jackaby_Ritter

Autor: William Ritter / 320 Seiten / Übersetzung: Dagmar Schmitz / Taschenbuch / Verlag: cbt / OT: Jackaby / auch erhältlich bei: bücher.de, mayersche.de

 

Der Plot…

Abigail Rook war schon immer auf der Suche nach einem großen Abenteuer. Sie wollte an der Seite ihres Vaters Fossilien ausgraben und nicht aufgerüscht ihre Zeit mit Bällen verschwenden. Daher nutzt sie die Gunst der Stunde, nimmt das Geld für ihre College Ausbildung – die ihr sowieso am Herd nichts bringen wird – und macht sich für ihre erste Exkursion aus dem Staub. Eine Enttäuschung in Osteuropa später, nimmt sie für ein weiteres Abenteuer den großen Umweg von England nach New Fiddleham, USA, in Kauf.
Dort angekommen, muss sie wieder einmal merken, dass eine junge Dame im Jahr 1892 nicht so einfach an einen Job herankommt, welcher ihr eine Bleibe und Brot zahlen soll. Die ausgeschriebene Assistenzstelle in der Privatdetektiv von R.F. Jackaby, kommt ihr da wie gerufen. Sein Ruf als kautziger, seltsamer Spinner ist ihr vollkommen egal, denn dieses Detektivbüro für Übernatürliches ist genau das, was Abigails Durst nach Abenteuer stillen könnte. Und tatsächlich sind die Beiden für ihren ersten gemeinsamen Fall, einem scheinbar ganz und gar nicht menschlichen Serienkiller auf der Spur…

 

 

Mein Resumé…

Das ich mehr solcher Bücher lesen möchte, ist spätestens jetzt besiegelt. Die Zeit, die Figuren und das mystische Setting, haben mich definitiv beim lesen von JACKABY für sich gewinnen können. 27881842
Was mich wohl am meisten überraschte, war, dass dieser Auftakt der Jackaby-Reihe von William Ritter, nicht unbedingt der Jugendbuch Sparte zuzuordnen ist. Der Fokus liegt hier definitiv nicht in irgendeiner Form von Persönlichkeitsentwicklung, wie das nun mal in Jugendbüchern der Fall ist.

Vielmehr wird sich hier auf die Untersuchung von paranormalen Mordfällen konzentriert. Werwölfe, Geister, Banshees, Trolle uvm. durchkreuzen hier Jackabys Weg. Das diese Wesen gerade in der Detektei ein Hauptthema sind, kommt nicht von ungefähr. Jackaby ist nämlich ein Seher. Er nimmt das Übersinnliche wahr und gilt als Meister im Aufspüren der Wesen. Sehr zum Leidwesen des örtlichen Polizeichefs.

Die Figuren, Abigail Rook und Jackaby, sind zwar jung, aber definitiv Menschen mit gewisser Lebenserfahrung. Der Erzählstil entspringt auch nicht, entgegen meiner Erwartung, aus der Perspektive Jackabys sondern aus der von Abigail. Daran störte ich mich jedoch nicht, denn sie ist eine überaus sympathische, interessante und intelligente Frau, die sich den Erwartungen der Gesellschaft nicht unterwerfen will. Sie möchte mehr in ihrem Leben erreichen. Seit Abigail klein ist, sehnt sie sich nach Abenteuern. Und Jackaby bietet ihr mit seiner Arbeit genau diese Chance.

Wer dieses Buch liest, wird definitiv Parallelen zwischen Sherlock Holmes und in der Figur R.F. Jackaby finden. Jackaby ist ein merkwürdiger Zeitgenosse. Er wirkt durch seine eigenartige vor sich her Murmelei verkorkst und nicht so recht bei Sinnen. Aber genau das macht seinen Charm aus: seine Schrulligkeit und unkonventionellen Methoden, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Er streckt seine Fühler für kaum sichtbare Dinge aus, wirkt jedoch auf seine Mitmenschen oftmals unsensibel. Im Grunde möchte er jedoch nur eines; helfen wo er nur kann. Und das verbindet ihn und Abigail. Das Gefühl gebraucht zu werden und tatkräftig zugreifen zu können. Daher bildeten die beiden für mich ein perfektes Ermittlungsteam.

Ebenfalls angenehm überrascht wurde ich davon, dass es kein romantisches Knistern zwischen diesen beiden Figuren gibt. Zumindest nicht im ersten Buch.

Was ich am meisten an diesem Auftakt mochte, war die unheimliche und übernatürliche Atmosphäre eingebettet im 18. Jahrhundert einer nicht-fantastischen Welt. Mir missfiel hingegen ein wenig, dass ich schon sehr früh wusste, wer der Mörder ist. Nichtsdestotrotz hat der Autor sehr spannende und witzige Momente geschaffen.

 

Tacheles…

JACKABY eroberte mich mit seiner exzentrischen, lustigen Schrulligkeit. Gemeinsam mit seiner neuen Assistentin Abigail Rook bildet er ein ungewöhnliches, aber perfektes Ermittlungsduo für übernatürliche Banausen. Ein angenehmer, spannend getakteter Schreibstil rundet hier den Auftakt sehr gekonnt ab. Ich freue mich darauf zu sehen, was für Abenteuer Jackaby und Abigail noch für die Leser auf Lager haben!

 

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    5 Nestgeflüster zu “Rezension | „Jackaby“ (Jackaby #1) von William Ritter”

    1. Jess am 19. September 2016 um 20:34 Uhr

      Ach, „Jackaby“ habe ich ja auch seit gefühlten Ewigkeiten auf dem Reader… jetzt habe ich wieder richtig Lust bekommen, es zu lesen, vielleicht nehme ich es mir ja also tatsächlich mal in Kürze endlich vor. 🙂

      Liebe Grüße!
      Jess

      • Sandy am 21. September 2016 um 08:24 Uhr

        Der „Jackaby“ ist schnell gelesen. Lass ihn frei! ;o)

        Lieben Gruß,
        Sandy

    2. Susanne am 19. September 2016 um 10:35 Uhr

      Tolle Rezi! Mich reizt das Buch ja auch total.
      Falls du ihn noch nicht kennst, solltest du die Peter Grant Reihe von Ben Aaronovitch lesen. Jackaby in England sozusagen. Und super Humor obendrauf!

      • Sandy am 19. September 2016 um 12:08 Uhr

        Du meinst u.a. „Die Flüsse von London“? Die Reihe wurde mir schon vor geraumer Zeit empfohlen. Werde sie mir in Zukunft sicher mal näher ansehen. Danke für den Tipp! 🙂

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