[Review mal anders] „We were Liars“ von E. Lockhart

Kategorie: Review mal anders, Rezensionen, Up(to)date | 6 Nestgeflüster

 

We were liars


We were Liars /
Autorin: E. Lockhart / Seiten: 228 (Paperback) / Verlag: Hot Key Books / Sprache: Englisch

 

 

Die Autorin…

E. Lockhart ist Autorin diverser Jugendbücher, wie THE DISREPUTABLE HISTORY OF FRANKIE LANDAU-BANKS UND THE BOYFRIEND LIST. Letztere Bücher sind in Deutschland beim Carlsen Verlag erschienen.

Website der Autorin 

 

 

Der Plot…

Es war einmal eine Familie namens Sinclair.
Sie waren schön, angesehen und lebten im Luxus auf einer abgelegenen Insel.  Ihr Leben war perfekt. Lüge, oder Wahrheit? Spielt das eine Rolle?! Sie liebten, neideten, betrogen und logen.

Es waren einmal the Liars…

 

 

„Liar, Liar…you’re such a great big Liar…“

In E. Lockharts neuem Buch ist vieles nicht so wie es scheint. Was wahr ist und was Schein, weiß niemand. Die Marketingstrategie rundum WE WERE LIARS wurde klug und mysteriös vom US/UK-Verlag platziert. Nichts wurde über den Inhalt verraten und Booktuber/Blogger wurden dazu angehalten, es dabei zu belassen. Denn das ist es doch, worauf Leser anspringen: auf eine Geschichte, die nicht alles sofort preisgibt. Etwas woran man beim Lesen knabbern muss. Und wo manches Mal bis zum Schluss ein Gefühl von Unaufgeklärtheit im Raum steht.

Auch ich kaute mich durch die Seiten. Belogen wurde man mit der Ankündigung nicht. So viel kann ich schon sagen. Dieses Buch gleicht einer Sinnestäuschung. Man liest und liest, schlägt diesen Weg mit der Prota ein, dann einen anderen. Man glaubt zu wissen, worauf die Autorin schlussendlich hinaus will. Doch dann lachen einem die Worte laut und gehässig ins Gesicht. So musste ich im letzten Drittel, im Glauben etwas Schwerwiegendes verpasst zu haben, Kapitel um Kapitel zurückblättern.

Klar ist, E. Lockharts Schreibstil  ist absichtlich kryptisch und voller Metaphern. Sie spielt mit dem angeschlagenen Kopf der Protagonistin. Ob der Plot nun durchwegs ‚genial‘ – wie so viele Leser urteilen – durchdacht ist, liegt im Auge des jeweiligen Betrachters. Für mich persönlich wurde die Herangehensweise nicht immer so gut ausgearbeitet. Da vermisste ich schon ein bisschen die ‚durchgängige Genialität‘. Mal fühlte es sich für mich eher stumpf und mühsam an beim Lesen. Und dann widerum wurde ich so sehr von Gefühlen und schöner Prosa umhüllt, dass mir die Luft stockte. Und gerade deshalb glaube ich trotzdem an Emily Lockharts Idee hinter der Geschichte. Die Sinclairs sind eine große Familie und eine Figur ist komplizierter als die andere. Mit einigen hätte ich gerne mehr Zeit verbracht, mit anderen lieber weniger. Mehr kann ich über die Charaktere nicht preisgeben, ohne den mysteriösen Zauber um das Buch zu brechen.

Ob nun euphorische oder enttäuschte Leserstimmen, dürfte bei wirklichem Interesse keine Rolle spielen. Sie sollten zumindest keine Auswirkung auf die eigene Meinung haben. Dieses Buch muss unvoreingenommen gelesen werden, dann kann es einem ganz sicher ein Lesevergnügen bereiten.

 

 

Jetzt mal ganz ehrlich…

WE WERE LIARS bietet auf schmalen 228 Seiten eine tragische Geschichte von einer Familie, mit der ich für alles Geld der Welt nicht tauschen möchte. Die Auflösung überrollte mich nach einem zähen Mittelteil vollkommen unvorbereitet. Und glaubt mir: DAS ist keine Lüge.

 

Goodreads | The Book Depository

 

 

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    6 Nestgeflüster zu “[Review mal anders] „We were Liars“ von E. Lockhart”

    1. Anja am 28. Juni 2014 um 12:35 Uhr

      Ich habe das Buch gerade beendet und auch überhaupt nicht mit dieser Auflösung gerechnet, fand sie aber super. Das ist so eine Wendung, die es nicht allzu oft geben darf, weil sie dann nicht mehr so überraschend wirkt, aber da ich sonst nur einen Film mit einer ähnlichen Thematik kenne, hat es perfekt funktioniert 😀 Ich werde das Buch bestimmt nochmal lesen, um dann auf die Details zu schauen.

      • Sandy am 28. Juni 2014 um 20:04 Uhr

        Die Autorin hatte es definitiv sehr gut verborgen. War absolut geschockt.

    2. Elle am 25. Juni 2014 um 16:40 Uhr

      Hi, Sandy! 🙂
      Wirklich mysteriöses Buch. Gut beschrieben, ist ja schon ziemlich schwer ein Buch zu rezensieren, dessen Inhalt man nicht wiedergeben möchte. Also das Buch hört sich teilweise durchwachsen an. Ich weiß nicht, aber die ganze Geheimnistuerei, um was es denn in dem verdammten Buch geht, hat mich ganz kirre gemacht. Deshalb hab ich mich bei einem Booktuber spoilern lassen xD Ja, ich bin so doof. Ich werde dieses Buch mal auslassen und such mir was anderes von E. Lockheart aus. ^^

      • Sandy am 28. Juni 2014 um 20:03 Uhr

        Hi Elle!
        Ooii, du wurdest gespoilert?! Das ist wirklich doof. Deshalb hatte ich mir vorab keine Rezensionen angeschaut/durchgelesen.

    3. Ric am 23. Juni 2014 um 18:08 Uhr

      finde es ja schon interessant, wie unterschiedlich das die meisten Leute lesen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und fand es alles andere als zäh, aber du hast ja schon ein Weilchen dran geknabbert oder?
      Mich hat ja die Auflösung komplett umgehauen, ist allerdings ja auch schon ein Weilchen her, dass ich es gelesen habe und da war das mit den Spekulationen noch nicht so im Gange. Werde es aber bestimmt nochmal lesen und mich dann fragen, wie ich so blind sein konnte. Den Schreibstil fand ich allerdings ganz wunderbar <3

      • Sandy am 23. Juni 2014 um 19:41 Uhr

        Na, es muss ja nicht jeder die gleiche Meinung haben. Oder?! 😉
        Ja, ich habe knapp 2 Wochen dran gelesen. Das lag aber auch am Zeitmangel. Die Auflösung an sich fand ich auch unglaublich und die hat auch noch was bei mir rausgehauen.
        Wie gesagt, ich fand’s gut, aber nicht durchgängig spektakulär. 🙂

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