Rezension zu „Was vom Sommer übrig ist“ von Tamara Bach

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 3 Nestgeflüster

 

Was vom Sommer übrig ist

Was vom Sommer übrig ist

Autorin: Tamara Bach

Seiten: 144 (gebundene Ausgabe)

Sprache: Deutsch

Verlag: Carlsen

ISBN: 978-3551582423

Empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

 

 

 

 

 

 

 

Die Autorin:

Tamara Bach, 1976 in Limburg an der Lahn geboren, studierte in Berlin Englisch und Deutsch für das Lehramt. Ihr erstes Buch »Marsmädchen« wurde 2002 als noch unveröffentlichtes Manuskript mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet und erhielt außerdem 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Weitere Bücher und Auszeichnungen folgten. Heute lebt und schreibt Tamara Bach in Berlin und legt mit “Was vom Sommer übrig ist” ihren neuesten Roman und ihr erstes Buch bei Carlsen vor.

 

 

 

Klappentext:

In diesem Sommer stimmt nichts für Louise. Die Eltern sind ihr noch fremder als sowieso schon und die Klassenkameraden auch, vor allem seit der Sache mit Paul. Und ihr eigentlich so guter Plan, den Job beim Ampelbäcker und das Zeitungsaustragen so einzurichten, dass sie die Fahrstunden schnell abhaken kann, scheitert in der Praxis kläglich. Vielleicht hätte sie zumindest ihrer Oma nicht noch versprechen sollen, auf ihren kurzatmigen Hund Bonnie aufzupassen.
Und dann ist da Jana, die mitten im Hochsommer auf einem Stromkasten sitzt und einen dieser kleinen, eingeschweißten Schokokuchen isst. Und die Louise auf einmal wie ein Schatten folgt, fast so, als erwarte sie von Louise, dass sie ihr zeigt, wie man lebt.

 

 „…Aber manchmal reicht es doch auch, wenn neben mir jemand ist, dem auch noch der Rest einfällt,
wenn da jemand ist, der weitersingt.“ ~S. 105

 

 

Persönliche Meinung:

Was passiert, wenn zwei Mädchen, die nicht nur ganz unterschiedliche Sorgen – kleine und große – haben, sondern auch von Grund auf unterschiedliche Menschen sind, aufeinander treffen? Möglichkeit Nr. 1: Sie haben sich nichts zu sagen und ihre Wege trennen sich ganz schnell wieder. Möglichkeit Nr. 2: Sie laufen sich immer wieder über den Weg (auch wenn sie es nicht wollen) und werden ganz unbewusst zum Rettungsanker des anderen.

In diesem kurzweiligen, außergewöhnlichen Buch setzt die Autorin Tamara Bach die 17-jährige Louise und die 13-jährige Jana in das grelle Sommerlicht. Louise hat sich, nachdem sie unfreiwillig zum Hundesitter erkoren wurde, für ihre wohlverdienten Ferien einen neuen Plan zurecht gelegt. Wenn sie schon nicht in die Ferne düsen kann, muss sie einen Job finden damit sie die erhofften Fahrstunden finanzieren kann. Zunächst läuft auch noch alles wie geschmiert, doch dann sorgt ein von Hundedame Bonnie hinterlassenes Häufchen für eine Begegnung, die ihren ganzen Sommer auf den Kopf stellt…
Jana ist 13 Jahre jung, hat ein loses Mundwerk, ist neugierig, und fühlt sich einsam…sehr einsam. Denn Jana hat an dem besagten Tag, an dem sie auf ein Mädchen mit süßem Hund stößt Geburtstag. Doch diesen verbringt sie, wie so viele andere Tage, allein nachdem sie die aufgetragenen Einkäufe und den Haushalt erledigt hat. Ihre Eltern sind nur selten zu Hause und wenn sie da sind, sehen sie ihr Kind nicht mehr. Denn die Sorgen um Janas Bruder Tom, der von der Brücke sprang, überschatten alles dagewesene. Doch weil Jana eigentlich ein lebensfrohes Mädchen ist, scheut sie sich nicht vor neuem Kontakt. Zum Widerwillen der 17-jährigen Louise…

Tamara Bach hat eine Geschichte niedergeschrieben, die noch eine gewisse Zeit in einem nachhallt. Es war der äußerst ungewöhnliche Schreibstil, der mich anfangs gestört hat. Die Autorin schreibt aus wechselnder Ich-Perspektive. Eine wörtliche Rede existiert nur zwischen den Charakteren. Was nicht ausgesprochen wird, ist ein einziger Gedankensalat. So wurde mir klar, dass Tamara Bach dem Leser die ungezwungene, verstreute Gedankenwelt von Louise und Jana näher bringen möchte. Beide Mädchen verbindet eines. Sie sind einsam und fühlen sich zu Hause eher als Fremde. Die Eltern sind schon lange mehr mit sich selbst beschäftigt. Und weil Louise und Jana so verschieden sind, gehen sie auch unterschiedlich damit um. Bis zu diesem einen Tag, an dem sie zusammen ausbrechen. Sie klauen das alte Auto von Louises Oma, packen Hund Bonnie auf den Rücksitz und fahren ziellos durch die Gegend. Doch so gern sie weiterfahren würden, die Realität holt sie leider viel zu schnell ein.

Dieses Buch ist entgegen meiner Vermutung, keine leichte Sommergeschichte das zum Träumen anregt. Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie wichtig das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern ist bzw. sein sollte. Es soll daran erinnern, dass Kinder, auch wenn sie noch so reif und zielorientiert wirken, nach wie vor den Schutz der Familie brauchen. Es ist ein Buch über die Sehnsucht nach Liebe und Aufmerksamkeit, ein Buch über Verlust und Trauer.

Das Buchcover ist aus meiner Sicht zudem sehr treffend. Es birgt die Hitze von Louises und Janas Sommer in sich.

 

 

 

 

 

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    3 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Was vom Sommer übrig ist“ von Tamara Bach”

    1. Lisa am 1. April 2012 um 12:23 Uhr

      Uuuund gekauft :)^^

    2. Sandy am 31. März 2012 um 21:23 Uhr

      Ja, das Cover ist wirklich ein Blickfang. Es glüht regelrecht vor Hitze. 😉

    3. Lisa am 31. März 2012 um 11:21 Uhr

      Und wieder ein Wunschlistenbuch – wo gabelst du die nur auf? So hübsch

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