Rezension zu „Every Day“ von David Levithan

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 4 Nestgeflüster

 

 Every Day

 Seiten: 336 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Knopf Books for Young Readers

Sprache: Englisch

ISBN: 978-0307931887

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 bis 15 Jahre

 

 

Der Autor…

David Levithan wurde 1972 geboren. Er ist ein amerikanischer Kinderbuch-Lektor und preisgekrönter Autor. Er veröffentlichte sein erstes Jugendbuch “Boy meets Boy” im Jahr 2003. Er hat neben eigenen Veröffentlichungen, auch sehr erfolgreich mit den Autoren Rachel Cohn und John Green zusammen gearbeitet. Levithan ist der Gründer und Herausgeber des PUSH, einem Imprint des US-Verlaghauses Scholastic Press.

 

 

Der Plot…

>A< ist nicht wie du und ich. Unsere Seele gehört zu unserem Körper. Ein ganzes Leben lang. Doch für >A< gab es das nie. Seit dem Tag seiner/ihrer Geburt, wechselte die Seele immer wieder den Körper. Sei es einen weiblichen oder männlichen Körper. An jedem einzelnen von A’s Tagen leiht sich seine Seele einen x-beliebigen Menschen. >A< hat daher keine eigenen Freunde. Keine eigenen Eltern. Keine eigene Familie. Keine Besitztümer. Noch nicht einmal ein Zuhause. >A< ist in der Lage, die Erinnerung jeder Person aufzugreifen. >A< ist in der Lage, durch den Tag zu kommen ohne das Eltern, Freunde und Lehrer realisieren, dass A nicht ihr Kind, nicht ihr Freund, nicht ihr Schüler ist. >A< sieht die Welt durch ihre Augen. Denkt mit ihrem Gehirn. Ist im Gespräch mit ihren Stimmen. Darf jedoch niemals in die Leben dieser Menschen durch unüberlegtes Handeln oder Auffallen eingreifen. Und niemals kann >A< die gleiche Person zweimal sein.
An einem ganz normalen Tag wacht >A< im Körper von Justin auf. Durch ihn trifft >A< auf Rhiannon, dessen Freundin. Von einem Moment auf den nächsten gerät dieses einsame Leben, dass >A< fristet außer Kontrolle. Ein perfekter Tag mit Rhiannon geht rasch vorbei. Doch die Erinnerung an sie bleibt. Rhiannon wird eine der Gründe zum Weiterbestehen. Und DER Grund, weshalb >A< beginnt leichtsinniger zu werden. Durch den Drang dieses Mädchen wiederzusehen, begibt >A< sich mit zukünftig geliehenen Körpern immer wieder in ihre Nähe. Doch wie lange kann das wirklich gut gehen? Bleibt er unerkannt? Und hat diese Liebe überhaupt eine Chance?

 

 

Meiner Ansicht nach…

Unglaublich gespannt war ich auf den neuesten Solo-Streich von David Levithan. Es war mein erstes Solo mit ihm. Zwei seiner Kooperationen mit Rachel Cohn kenne ich ja schon.

Autor David Levithan wird für seine humorvollen, romantischen Geschichten von den YA-Lesern sehr geschätzt. Doch mit „Every Day“ schlägt der Amerikaner einen neuen Weg ein. Die Leichtigkeit aus seinen Contemporary Romance Büchern weicht hier vor allem wegen der übersinnlichen Note, einer etwas düsteren und sehr rätselhaften Stimmung.

Um dem Leser die Intensivität und die täglichen Situationen des Protagonisten näher zu bringen, wählte Levithan den Schreibstil aus der Ich-Perspektive. >A<, den körperlosen Protagonisten dieses Buches kennenzulernen, war verwirrend, berührend und verstörend zugleich. >A’s< Seele ist weder weiblich noch männlich. Er/sie/es agiert stets sehr subtil und versucht jegliche intensiveren Gefühle des Umfelds seiner geliehenen Körper nicht an sich rankommen zu lassen. Bis zu dem Tag, an dem >A< im Körper von Justin aufwacht. Durch diesen jungen Mann begegnet er Rhiannon. Sie ist an sich unscheinbar, aber regt durch ihre Verletztlichkeit einen sehr großen Beschützerinstikt in >A<. Aus diesem Instikt entwickeln sich Gefühle.

 

„…there’s something about her – the cities on her shoes, the flash of bravery, the unnecessary sadness –
that makes me want to know what the word will be when it stops being a sound…“ ~ A, Page 6

 

Dieser eine Tag, der ihm/ihr vergönnt ist, verändert alles. Die Gedanken kreisen fortan stets um das Mädchen. Diese Gefühle werden nicht nur problematisch zwischen den beiden, sondern auch >A’s< Alltag in den zukünftigen Körper bzw. Leben der anderen Menschen wird  immer stärker beeinflusst.

Die Idee von Levithan diesem Protagonisten an keinem einzigen Tag einen eigenen Körper, ein eigenes Dasein zu gönnen, ist schon recht brutal. Immer wieder dachte ich mir wie es möglich sein soll, da nicht wirklich seine Seele/den Verstand zu verlieren. Denn Levithan lässt seinen Protagonisten in komplexe, teils zerstörerische Körper aufwachen. Es ist in diesen vielen Leben ganz sicher nicht alles eitel Sonnenschein. Er schildert die Empfindungen >A’s< währenddessen sehr realistisch. Die Reise dieser körperlosen Seele dauert seit der Geburt an. >A< hatte dieses Schicksal, dieses Dasein für sich schon längst angenommen. Doch sich dann in eine Seele zu verlieben, die ihrem eigenen Körper gehört und nicht jeden Tag woanders aufwachen muss, bringt ihn/sie vollkommmen aus der Fassung. Was kann dagegen getan werden? Die Gefühle >A’s< sprudeln immer mehr hoch und er wird regelrecht besessen von Rhiannons Nähe. Das hat mir manches Mal Angst gemacht.

 

„….I want to be here with her. I want to be the one who lives up to her hopes,
if only for the time I’m given…“ ~ A, Page 15

 

Vor allem die erste Hälfte des Buches hat mich sehr berührt. Auch wenn David Levithan mit „Every Day“ ein anderes Genre aufgegriffen hat, wird man in dieser Geschichte viele gefühlvolle und verträumte Passage finden. Also, ist ein Levithan definitiv herauszulesen.

Gibt es eine Lösung? Nun…es gibt ein Ende. *grins* Und dieses Ende hat mich persönlich mit vielen Fragen, vielen wenn’s und wie’s zurückgelassen. Dieses Ende wird nicht jedem Leser gefallen bzw. zufriedenstellen. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb ist „Every Day“ ein wirklich tolles Buch. Klingt sehr einfach, oder?! Garnicht wie Levithan sich ausdrücken würde.

 

 

Spieglein Spieglein…

Das Cover und die gesamte Gestaltung des Buches bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung. Stimmig, wunderschön und doch sehr simple.

 

 

Tacheles…

„Every Day“ ist in vielerei Hinsicht anders. Neben vielen romantischen und bezaubernden Szenen, vor allem zwischen >A< und Rhiannon, ist die Geschichte auch etwas düster und erschreckend. Wie weit gehen Menschen für Liebe? Was opfern sie von sich selbst? Welche Definition hat für uns die Liebe? Die neue Novelle von David Levithan wird vielleicht nicht jeden seiner treuen Leser in altbewährte Verzückung versetzen. Aber es ist definitv eine tolle Idee, die gut umgesetzt wurde. Andere Einzelromane des Autors werden ganz sicher den Weg auf meine Schmuserolle finden.

 

 

   

 

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    4 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Every Day“ von David Levithan”

    1. Lisa am 7. Oktober 2012 um 18:59 Uhr

      Puh! irgendwo klingt das Buch interessant, aber verwirrend…

      • Sandy am 7. Oktober 2012 um 19:17 Uhr

        Was genau ist verwirrend? Hab ich mich so kryptisch ausgedrückt? XD
        Wollte nicht so viel verraten, sondern nur die ‚Basics‘.

        • Lisa am 7. Oktober 2012 um 19:29 Uhr

          Dieses >A< und das es mehr oder minder ein Neutrum ist… 😉 Das stelle ich mir erst einmal seltsam vor 😉

          • Sandy am 8. Oktober 2012 um 08:10 Uhr

            Ist auch etwas komisch gewesen zu Beginn. >A< nennt sich diese Seele selbst mit der Begründung, dass dieser Buchstabe für alles und jeden stehen kann. Aber ich habe mir relativ schnell >A< wirklich als Mensch vorgestellt, nur halt ohne äußere Hülle.

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