Rezension | „Als ich dich suchte“ von Lauren Oliver

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 4 Nestgeflüster

Autorin: Lauren Oliver / Übersetzung: Katharina Diestelmeier / 367 Seiten / Hardcover / Verlag: Carlsen / OT: Vanishing Girls / erhältlich bei: Bücher.de, mayersche.de

 

Der Plot…

Die beiden Schwestern Nick und Dara sind grundverschieden und doch unzertrennlich. Bis Dara Nicks besten Freund Parker küsst. Bis zu dem Autounfall, bei dem Dara im Gesicht verletzt wird. Seitdem sprechen die Schwestern nicht mehr miteinander. Als Dara an ihrem Geburtstag spurlos verschwindet, glaubt Nick zuerst an einen dummen Scherz. Doch Dara ist schon das zweite Mädchen, das in der Gegend verschwunden ist. Nick spürt, dass ihre Schwester in großer Gefahr ist und dass sie sie finden muss – bevor es zu spät ist.

 

 

Mein Resumé…

Es ist eigentlich recht schade, dass ich erst so wenig von Lauren Oliver gelesen habe. Das war der Grundgedanke, den ich immer wieder beim lesen von „Als ich dich suchte“ hatte.
Der Klappentext  zu Olivers aktuellem Buch, scheint dem Plot vieler anderer Jugendbücher zu gleichen. Doch man sollte sich darauf einstellen, dass die Autorin sehr viel mehr an die Oberfläche holt. 

Während zu Beginn der Fokus auf die tiefe Verbundenheit der beiden Geschwister Dara und Nicki liegt, entwickelt sich im Verlauf immer mehr eine Mischung aus Eifersucht und Rivalität. Eine Mischung, welche die Atmosphäre weitaus mehr aufheizt, als man es zunächst für möglich hält. Parallel dazu zieht sich das Verschwinden des kleinen Mädchens Madeline Snow, wie ein roter Faden durch die Handlung. Bald bekommt der Leser das Gefühl, dass beide Aspekte etwas miteinander zutun haben.

Die Schwestern Nicki und Dara sind komplex, fehlerbehaftet und dadurch sehr authentisch. Sie unterscheiden sich beide auch sehr voneinander. Nicki ist die Vernünftige, auf die man sich verlassen kann und die ihrer Schwester immer zur Seite eilt. Dara dagegen ist rebellisch und zieht jede Party, Flirts und Probleme magisch an. Als kleine Mädchen unzertrennlich, scheint die Kluft mit dem Älterwerden viel zu groß zu sein. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und die Gefühle für ihren gemeinsamen Freund Parker, drohen sie zu entzweien. Lauren Oliver hat diese Dynamik hervorragend rüber gebracht.

„Manchmal hören Menschen auf, dich zu lieben. Und das ist die Art Dunkelheit, die nie in Ordnung gebracht werden kann, egal wie viele Monde wieder aufgehen und den Himmel mit der schwachen Anmutung von Licht erfüllen.“

~Seite 213

 

Mit ihrem Mix aus Perspektivenwechsel, Tagenbucheinträge, Blog- und Chatausrissen, sowie ‚Davor‘ und ‚Nachher‘ Einteilungen, konnte mich Lauren Oliver schnell überzeugen. Andere Leser könnte das unter Umständen erstmal verwirren. Ich mag es manchmal etwas komplizierter, zumal hier der Erzählstil auch zum mysteriösen Handlungsverlauf passt. Olivers Ausdrucksweise umgibt etwas besonderes, obwohl sie einfach gehalten ist. Sie fängt die Stimmen der Figuren sehr real und bildlich ein.

Dieses Buch beherbergt außerdem eine Wende, die sich im letzten Drittel entfaltet und ich absolut nicht kommen sah. Ich musste sogar hier und da zurückblättern und begann zu grübeln, ob ich etwas wichtiges überlesen hatte.
Wer also auf Sinn- und Spurensuche gehen möchte, der wird hier kurzweilige Unterhaltung finden.

 

 

Copyright by Carlsen Verlag

 

 

Tacheles…

Lauren Olivers neues Jugendbuch liest sich reißerisch und wie ein psychologisch angehauchter Thriller. Oliver liefert durch ihren Erzählstil eine atmosphärische Stimmung und erinnerte mich dabei an ihr Debüt. Eine Geschichte über erschreckende Geheimnisse zweier tief verbundener Menschen, über die Schuld, das Bedauern und sich Verzeihen. Wer den Sog von „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ bereits mochte, wird diesen YA-Roman auch sehr gerne lesen.

 

 

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    4 Nestgeflüster zu “Rezension | „Als ich dich suchte“ von Lauren Oliver”

    1. Stephie am 26. März 2017 um 21:23 Uhr

      Das Buch klingt verdammt gut! Das sollte ich wohl bald mal lesen. Vor allem auf die angekündigten Perspektivwechsel, Tagebucheinträge, etc. bin ich gespannt.

      • Sandy am 27. März 2017 um 21:53 Uhr

        Hattest du „Wenn du stirbst…“ gelesen?
        Wenn ja und es dir von der Stimmung her gefallen hat, wirst du bei diesem Buch sicher auch auf deine Kosten kommen.

    2. Ramona am 19. März 2017 um 20:42 Uhr

      Liebe Sandy,

      das klingt gut, danke für deine Rezension.
      Ich habe es bisher noch nicht gelesen. 🙂
      Vielleicht sollte ich das echt mal machen.

      Liebe Grüße
      Ramona

      • Sandy am 21. März 2017 um 09:11 Uhr

        Liebe Ramona,
        ist ein typischer Lauren Oliver-Roman. Wenn du schon einen kennst, würde es dir auch gefallen.

        LG,
        Sandy

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