Rezension zu „Ruht das Licht“ von Maggie Stiefvater

Kategorie: Rezensionen, Up(to)date | 7 Nestgeflüster

Achtung! Für alle die den ersten Teil „Nach dem Sommer“ nicht kennen, könnte diese Rezension
Spoiler enthalten!!

 

 

 

Ruht das Licht

Autorin: Maggie Stiefvater

Seiten: 400 (gebundene Ausgabe)

Verlag: Script5

ISBN: 978-3-8390-0118-9

 


Die Autorin:

Maggie Stiefvater lebt ein freies, ungezwungenes Leben im nirgendwo von Virginia, USA. Sie hat mit ihrem Mann 2 wohlerzogene Kinder, 2 neurotische Hunde, 1 verrückte Katze und einen Oldtimer namens Loki. Neben ihrer beispiellosen Karriere als Schriftstellerin, ist die Musik nur eine weitere große Leidenschaft. Und auch als Malerin kann sie ihrer schier endlosen Fantasie freien Lauf lassen. Maggies Lebenslauf als Schriftstellerin liest sich schon jetzt beeindruckend. Neben den Büchern Lamento und Ballade, wurde vorallem “Nach dem Sommer” (engl.: “Shiver”) nicht nur in Deutschland mit großer Begeisterung aufgenommen. Mit “Ruht das Licht” (engl. “Linger”) erscheint nun die Fortsetzung der Trilogie in Deutschland beim Script5 Verlag.

 

Buchinhalt:

Sam und seine Grace sind vereint. Sam konnte den Wolf in sich besiegen und einer glücklichen gemeinsamen Zukunft steht nun nichts mehr im Wege. Doch die Unbeschwertheit der beiden scheint Unsicherheit und Sorge zu weichen. Da ist zum einen das neue Leben, dass auf Sam wartet und der neue Rudel um den sich nun eigentlich er kümmern müsste. Doch Sam fühlt sich dieser Aufgabe nicht wirklich gewachsen. Dies bessert sich auch nicht, als der junge Cole viel zu früh seinem wölfischen Pelz entspringt. Ihm ist dieser junge Mann nicht suspekt, denn Cole will im Gegensatz zu Sam nichts anderes als seinem menschlichen Körper entkommen. Koste es, was es wolle. Wieso? Was verbirgt er? Und kennt er Cole nicht irgendwo her? Und Grace? Sie könnte doch so glücklich sein. Endlich ist Sam bei ihr…Tag und Nacht. Doch etwas in ihr rebelliert gegen ihren Körper, gegen die Zukunft mit ihrem Sam. Etwas will nach außen dringen. Grace‘ kämpft immer mehr dagegen an, doch der Wolf der so lange schlief gibt nicht so einfach auf. Immer wieder hört sie den Ruf der Wölfe aus dem Wald von Mercy Falls. Und so beginnt wieder der Wettlauf mit der Zeit. Wieviel Zeit bleibt Grace wirklich? Und kann Sam, der schon längst fühlt das etwas nicht stimmt, ihr noch helfen?

Persönliche Meinung:

Sehr genau erinnere ich mich noch an den letzten Dezember. Ein unglaublich kalter, langer Winter tobte draußen vor meinem Fenster als ich mir den ersten Teil „Nach dem Sommer“ von Maggie Stiefvater schnappte. Ich stellte mich meiner Abneigung gegen Wölfe bzw. Wolfgeschichten, kuschelte mich auf mein Sofa und begann zu lesen. Mich packte bereits nach wenigen Seiten Maggie Stiefvaters Schreibstil. So zart, gefühlvoll und verletzlich. So viel Liebe, Verzweiflung und Wärme. Als ich das Buch verheult zuschlug, war mir klar, dass dieses Ende eigentlich ja schon perfekt war. Doch auf der anderen Seite fühlte ich, dass die Autorin nicht ganz unberechtigt zwei Folgebände schrieb. Denn taucht man erstmal in diese ganz eigene Welt, die Sam und Grace sich gebaut haben, möchte man mehr von ihnen.

 

…“Ich vermisste ihren Schatten, der auf mein aufgeschlagenes Buch fiel. Ich vermisste den Duft ihres Haars und das Geräusch ihrer Atemzüge, meinen Rilke auf ihrem Nachttisch…Ich dachte, dass nach einem ganzen Tag mit ihr mein Hunger doch gestillt sein müsste, aber stattdessen vermisste ich sie nur umso mehr.“
~ Sam

Und das bekommt man in „Ruht das Licht“. Während im Erstlingswerk die Geschichte aus den Perspektiven von Sam und Grace erzählt wurde, bekommen wir in der Fortsetzung zusätzlich die starken Sichtweisen von Grace‘ Freundin Isabel und Cole zu spüren. Bevor ich anfing zu lesen, fragte ich mich die ganze Zeit, wer denn bitte schön Cole sei und ob ich das erste Buch vielleicht nicht richtig gelesen hätte. Doch schon nach kurzem Einlesen wurde mir klar, dass Cole eine neue Figur in diesem Buch ist („Gastauftritt“ exklusive). Mit diesem jungen Mann hat Maggie Stiefvater einen Charakter geschaffen, welcher sehr hart, undurchsichtig und komplex ist. Das liegt an seiner Vergangenheit, die im kompletten Ausmaß dem Leser in kleinen Stücken vor die Füße geschmissen werden. Auch Isabel bringt durch ihre Art gewissen Pfeffer in die Geschichte. Sie ist sich nicht zu schade drum, Sam und Grace das ein oder andere Mal die Meinung zu geigen.

Obwohl der Leser relativ früh erfährt, welches Schicksal Grace blühen wird, nimmt das der Geschichte keinerlei Biss. Sobald sich der Leser darüber klar ist, möchte er einfach Grace auf diesem Weg begleiten. Die bangen Momente voller Verwirrung, Schmerzen und der Angst. Das alles möchte man mit ihr zusammen durchstehen. Und dann sind da noch die Schwierigkeiten, die sich zwischen Maggie und ihren Eltern anbahnen, die den Leser auf Trab halten.

„…Ich hatte mich immer als vollständiges Bild gesehen. In Wirklichkeit aber war ich ein Puzzleteil, doch das wurde mir erst klar, als ich das Teil fand, das zu mir gehörte…“ ~ Grace

Freitagabend beendete ich also „Ruht das Licht“. Wieder saß ich mit verheulten Augen da und dachte „ich will jetzt sofort den letzten Teil“. Doch dieses Mal denke ich nicht wie letztes Jahr, dass dieses Ende keine Fortsetzung braucht. Denn so einfach kommen mir Sam und Grace….sowie Cole und Isabel dieses Mal nicht davon.

Fazit:

Maggie Stiefvater schafft es mit einem unglaublich feinfühligen Schreibstil den Leser an die Geschichte zu ketten. Ihr gelingt es wie kaum einer anderen mit so vielen einfachen Worten so wundervolle, poetische Sätze zu bilden. Es gibt Bücher, bei denen uns die Cliffhanger um die Ohren gehauen werden. Und es gibt Bücher wie „Nach dem Sommer“ und „Ruht das Licht“, in denen die Handlungen eher klein sind, aber von so viel Gefühl und Intensität rühren, dass es den Leser ganz viel Gänsehaut verpasst. Letztere kommen mir nicht all zu oft vor die Nase. Also, warte ich nun genau wie Sam und sitze die kalten Monate aus bis ich „In deinen Augen“ in den Händen halte.

Meine Rezension zu „Nach dem Sommer“ findet ihr hier.

Buchtrailer „Ruht das Licht“

 

 

 

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    7 Nestgeflüster zu “Rezension zu „Ruht das Licht“ von Maggie Stiefvater”

    1. Lisa am 5. September 2011 um 10:21 Uhr

      Hach, schöööööööön Mäuseschnutchen *.*
      Will meins endlich haben…^^
      LG

    2. Fabella am 5. September 2011 um 10:18 Uhr

      Was eine wundervolle Rezension, Du hast Dich selbst übertroffen und absolut getroffen finde ich!

      • Sandy am 5. September 2011 um 23:00 Uhr

        @Fabella: So ein schönes Kompliment von dir…ich bin ganz rot geworden. Danke danke!

        @Lisa: Danke meene Knutsche! Wieso hast du es denn noch nicht? 🙁

    3. Larissa am 4. September 2011 um 20:09 Uhr

      Sehr schöne Rezension 🙂 Habe „Ruht das Licht“ ebenso geliebt. Ich hatte mir die ersten beiden Bände auf Englisch gekauft, und die deutschen Ausgaben später getauscht und gewonnen. Dann musste ich mir natürlich noch den dritten Teil auf englisch kaufen, denn das hätte ich ebenso wie Myriel niemals ausgehalt.. 😉
      Meine absolute Lieblingsreihe!!
      🙂
      Liebe Grüße
      Larissa

    4. Jana am 4. September 2011 um 17:40 Uhr

      Total schöne Rezension 🙂
      Wenn ich meine aktuellen zwei Bücher beendet habe, fange ich mit „Ruht das Licht“ an. Ich freu mich schon so wahnsinnig drauf, weil „Nach dem Sommer“ unter den Top 3 meiner Lieblingsbüchern weilt 😉
      Liebe Grüße!

    5. myriel am 4. September 2011 um 16:48 Uhr

      schön geschrieben 🙂
      Hach… ich werde Forever definitiv auf Englisch lesen! Ich kann und will gar nicht so lange warten!

      • Sandy am 4. September 2011 um 16:59 Uhr

        Wirklich?? Hmm…ich denke, ich warte lieber. Schließlich habe ich mit den Büchern auf deutsch begonnen. Da jetzt einfach ein englisches zwischen zu schmeissen…weiß nicht. Neugierig bin ich natürlich auch. Dennoch habe ich hier so einige andere Bücher erstmal zum lesen. 😉

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